Garmisch-Partenkirchen: Architektur für den Tourismus

Die Wanderausstellung über Alpine Architektur, Architektur für den Tourismus oder auch Architekturtourismus in den Alpen ist in Garmisch-Partenkirchen angekommen. Dort ist sie noch bis zum 20. Januar 2017 zu sehen.

 

Im Zentrum steht immer die Architektur. Sie ist die Essenz eines Bauwerks, sein Wesen, das sich auch im Lauf der Jahrzehnte kaum verändert. Darauf beruht die Langlebigkeit qualitätvoller Hotelarchitektur. Die Ausstattung nützt sich ab oder geht verloren, aber die Mauern haben Bestand. Gute Architektur von 1900 wird noch heute geschätzt und wir dürfen annehmen, dass gute Architektur von heute auch in hundert Jahren noch einen Wert haben wird. Wer an die Zukunft denkt und an nachfolgende Generationen, wird sich zuerst über die Architektur seines Gastbetriebes Gedanken machen.


Die ausgewählten Projekte sind in ihrem architektonischen Ausdruck sehr verschieden, es sind große und kleine Betriebe. Aus unterschiedlichen Vorgaben haben die Gastwirte mit ihren Architekten individuelle, vom Charakter des Ortes und der Menschen geprägte Lösungen entwickelt. So könnte ein Qualitätstourismus der Zukunft aussehen, ohne Dekor und Simplizismen, sondern einfach gute Architektur.

 

Regionale Architektur gibt es immer, sie soll nur nicht regionalistisch werden. Also keine formalen Einkleidungen, Trachten, sondern eine Architektur, die sich aus den kulturellen, personellen und ökonomischen Ressourcen eines Landes entwickelt.

“Maßstab sind natür­lich die großen internationalen Strömungen. Das war immer so, von der Gotik über die Renaissance bis zum Historismus und zur Moderne.“ Soweit ein Zitat des renommierten österreichischen Architekturkritikers Friedrich Achleitner, das für den ganzen Alpenraum gilt – sei es in Österreich, in der Schweiz, in Deutschland oder in Südtirol.

Die Bayerische Architektenkammer beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und unterstützt seit den 1990er Jahren Initiativen für das alpine Bauen, vom Sextener Architekturpreis „Neues Bauen in den Alpen“ über die aktuelle EU-­Initiative AlpBC bis hin zu den vielfältigen Aktivitäten des Ausstellungspartners Kunst Meran.

 

Die in der Ausstellung gezeigten Projekte ver­binden vorbildlich Architektur mit der Landschaft und der Kultur. Kunst Meran will damit eine Dis­kussion über die Tourismusarchitektur weit über  die eigenen Landesgrenzen anstoßen, so macht die Ausstellung „Alpen Architektur Tourismus“ nach Berlin nun Station in Bayern. Die Bayerische Architektenkammer greift diese Architekturdebatte gern auf, um den Blick für gelungene Tourismusarchitektur in den Alpen und so auch in Südtirol zu öffnen und zu schärfen.

 

Eine Ergänzung erfährt die Ausstellung durch Möbelstücke aus dem Hotel Drei Zinnen in Sexten von Architekt Clemens Holzmeister (1886-1983) und Raumkonzeptionen für das Hotel Kloster Seeon der Fachakademie der Schulen für Holz und Gestaltung.

Alpen Architektur Tourismus: Am Beispiel Südtirol

Zeit Ausstellungsdauer: bis 20. Januar 2017, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 16.00 – 18.00 Uhr, geschlossen vom 23.12.2016 bis zum 3.01.2017.

Ort: Ausstellungspavillon der Schulen für Holz und Gestaltung, Hauptstraße 70, Garmisch-Partenkirchen

 

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Alpenvereinsausstellung: Alpen unter Druck

Ausstellung Architekturgalerie: Dreamland Alps

 

Quelle: Bayerische Architektenkammer

Bilder: Bayerische Architektenkammer Aufmacher); sonst - von oben nach unten:

 

- Begehbare Skulpturen an der Timmelsjochstraße, 2010, Architekt Werner Tscholl, Morter. Bauherr: Timmelsjoch Hochalpenstraßen AG, Gemeinde Moos in Passeier, Autonome Provinz Südtirol – Alto Adige, Bundesland Tirol, Interreg Projekt, Foto: Alexa Rainer

- Virgilius Mountain Ressort, Vigiljoch, 2003,Architekt Matteo Thun, Mailand. Besitzer: Ulrich Ladurner, Foto: Brison

- Rad- und Raststation Lanz, Schabs von Arch. Walter Angonese mit dem Ingenieurbüro Bergmeister und Partner, Foto: Günter Richard Wett

- Parkhaus Umlaufbahn Seis-Seiseralm, Seis am Schlern, 2013, Architekt Lukas Burgauner, Bozen. Bauherr: Silbernagl Anton & Co. KG, Silbernagl GmbH, Umlaufbahn Seis- Seiseralm AG, Foto: Alex Filz

- Gästehaus La Pedevilla, Enneberg, 2013, Pedevilla Architekten, Armin und Alexander Pedevilla, Bruneck, Architekt Caroline Willeit, Gais. Besitzer: Armin Pedevilla und Caroline Willeit, Foto: Gustav L. Willeit