Entdeckungsreise mit Architektenführung

Zum 20. Mal organisiert die Bayerische Architektenkammer mit Architekten und Bauherren die Architektouren. Ende Juni werden interessante Einblicke in Gebäude und Wohnungen sowie Gespräche mit den Gestaltern und den Nutzern in ganz Bayern geboten. 

 

 

Die Architektouren präsentierten sich 1996 erstmalig der Öffentlichkeit. Am 27. und 28. Juni 2015 werden zum 20. Mal in den vergangenen drei Jahren entstandene Bauwerke gezeigt. Künftige Bauherren oder Architekturfans erhalten Anregungen, indem sie private und sonst nicht zugängliche Gebäude besuchen. 

Aufwendiger Auswahlprozess

284 vom Beirat der Bayerischen Architektenkammer ausgewählte Projekte in ganz Bayern können besichtigt werden. Das Angebot reicht von Kitas, wie der von Niederwöhrmeier + Kief Freie Architekten Stadtplaner entworfene Kindergarten Gaulnhofen in Nürnberg (Bild unten links), über Kirchen, wie das von Bernhard Heid Architekten geplante Gemeindezentrum St. Paul in Fürth (Bild links), bis zum Wellnesshotel wie „Das Tegernsee“ (Landau + Kindelbacher Architekten Innenarchitekten). 

„Die Architektouren bieten spannende Einblicke, wie Gebäude entstehen, und die Gelegenheit, mit Architekten und  Bauherren vor Ort ins Gespräch zu kommen“, erläutert Lutz Heese, Präsident der Bayerischen Architektenkammer.

Daniel Libeskind in Schwabing?

Außer interessante Neubauten, wie etwa das von Hermann Eger entworfene Wohnhaus in der Kaiserstraße 28 in Schwabing-West mit seinem skulpturhaften Treppenhaus (Bild unten links), das an das jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind Erinnerung weckt, sind auch einige sanierte Objekte sehenswert.

 

Das Erzbischöfliche Palais öffnet seine Tore

Das bekannteste ist das Palais Holnstein in der Kardinal-Faulhaber-Straße 7 im Kreuzviertel der Münchner Altstadt (siehe großes Aufmacherfoto oben - Blick in den Innenhof). Es wurde für 8,7 Millionen Euro nach Plänen der Architekten Claus + Forster saniert und umstrukturiert. Der Eigentümer ist der Freistaat, genutzt wird das Gebäude vom Erzbistum München und Freising. So bewohnt der Erzbischof Reinhard Marx drei Zimmer des Palais.

Interessierte, die an der Führung interessiert sind, müssen sich allerdings wegen der begrenzten Teilnehmeranzahl bis zum 17. Juni 2015 bei den Architekten anmelden.

 

Moderner Klassiker der Fünfziger

Saniert wurde auch eine Wohnung in dem von Sep Ruf entworfenen Wohnhochhaus in der Theresienstraße 46. Das elegante Gebäude der Nachkriegszeit in der Maxvorstadt gilt als moderner Klassiker der Nachkriegszeit. Das Münchner Architekturbüro Zitzelsberger – Studio für Architektur – gestaltete die Wohnung geschmackvoll im Stil der frühen 1950er-Jahre (siehe Bilder unten links - Küche - und rechts - Flur) .

Ob Rokoko oder Moderne, Neubau oder Sanierungsobjekt – mit den Architektouren ist für jeden etwas geboten.

 

Weitere Informationen:

Bayerische Architektenkammer: Architektouren 2015

 

Bildnachweis und Rechte: Erzbischöfliches Palais/Palais Holnstein, Kardinal-Faulhaber-Straße 7, München – Fotos: Achim Bunz; Evangelisch-Lutherische Kirchnegemeinde St.Paul, Fürth – Fotos: Oliver Heinl; Evangelischer Kindergarten Gaulnhofen, Nürnberg – Fotos: Hartmut Niederwöhrmeier; Kaiserstraße 28, München – Foto: Erich Spahn; Theresienstraße 46, München – Fotos: "Sebastian und Simon Schels / pk-odessa.com",