Der Rebell aus Dänemark

Mit spektakulären Bauten sorgte Bjarke Ingels für Aufmerksamkeit. Die Architekturgalerie München in der Türkenstraße war sein visuelles Manifest „Yes is more“ bis Mitte März zu sehen, nun ist es als Buch vom Taschen Verlag erhältlich.

Bereits mit 29 Jahren gewann Bjarke Ingels mit seinem damaligen Kollegen, dem Belgier Julien de Smedt, auf der Architekurbiennale 2004 in Venedig den Goldenen Löwen. Ausgezeichnet wurde ihr erfinderischer Entwurf der Konzerthalle in Stavanger, Norwegen. Seit 2006 macht Ingels mit seinem eigenen Büro BIG weltweit von sich reden. in Form eines Comics in der Architekturgalerie München. Bei dem Titel handelt es sich um ein Wortspiel aus Obamas „Yes we can“ und Mies van der Rohes „Less is more“.

Ingels zu seiner Sicht der Dinge:„Die Architektur wird seit jeher durch zwei gegensätzliche Extreme beherrscht: eine Avantgarde voller verrückter Ideen aus Philosophie oder Mystik und durch straff organisierte Beraterfirmen, die vorhersagbare, langweilige Schachteln von hohem Standard errichten. Die Architektur befindet sich anscheinend in einer Zwickmühle: entweder naiv utopisch oder lähmend pragmatisch. Wir glauben jedoch, dass es zwischen diesen diametralen Gegensätzen einen dritten Weg gibt: eine pragmatische utopische Architektur, die das konkrete Ziel verfolgt, sozial, ökonomisch und umweltmäßig perfekte Orte zu schaffen. BIG bemüht sich um die Schnittmenge zwischen Radikalem und Realem. In all unserem Tun versuchen wir unseren Blick von den kleinen Details auf das große Ganze – das BIG picture – zu lenken.“

Das der Däne Erfolg mit seinem Konzept hat, beweisen die vollen Auftragsbücher des 80 Mitarbeiter zählenden Büros. 

Hier eine Auswahl seiner Werke in Bildern.

Stavanger Concert Hall. 2001 gründete Bjarke Ingels zusammen mit seinem vormaligen belgischen Kollegen Julian de Smed das Architekturbüro PLOT in Kopenhagen. Das Büro erregte mit seinen Entwürfen internationale Aufmerksamkeit. Auf der Architekturbiennale in Venedig erhielten sie 2004 den Goldenen Löwen für den Entwurf einer Konzerthalle in Stavanger, Norwegen.

VM-Houses. 2005 gewannen Bjarke Ingels mit Julian de Smed PLOT ihren ersten großen Wettbewerb mit dem VM-Houses Projekt in Kopenhagen. Die metallenen Balkone spreizen sich wie die Stacheln eines Igels. Das Gebäude wurde im gleichen Jahr fertiggestellt.

Nationalbibliothek in Astana. 2009 gewann Bjarke Ingels mit seinem eigenen Architekturbüro den Wettbewerb um die Nationalbibliothek in Astana. Die neue Hauptstadt Kasachstan zeichnet sich durch eine Vielzahl futuristischer und kühnen Konstruktionen aus. Das spiralförmige Gebäude greift traditionelle Formen des Nomadenvolks in Form einer Yurte ebenso auf wie die Form des Moebius Streifens. Ziel war es ein zeitloses Symbol und ein neues nationales Monument zu schaffen.

 


 

Dänisches Pavillion in der EXPO 2010 in Shanghai. Auch für die EXPO hat BIG wieder die spiralförmige Gestaltung gewählt. Das befahrbare Gebäude hat als Mittelpunkt die Meerjungfrau aus Kopenhagen adaptiert.

 

 

8 Tallet. An Kopenhagens Stadterweiterung auf der Insel Amager setzten die BIG-Architekten einen riesigen Wohnblock in Form einer 8. Es enthält 475 Wohnungen sowie Büros und Geschäfte auf einer Fläche von insgesamt 50.000 Quadratmeter. Die Gebäude-Skulptur mit bis zu 14 Stockwerken öffnet sich großzügig gegenüber der sie umgebenden Weidelandschaft. Diese setzen sich zum Teil auf den begrünten Dachrampen der Wohnmaschine fort.

MTN Mountains Dwellings.