KSP Jürgen Engel: Konstrukteure zwischen den Kulturen

Die Architekturgalerie zeigt vom 16. April bis zum 15. Mai 2015 internationale Arbeiten der KSP Jürgen Engel Architekten. Vier Kulturbauten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: Die Nationalbibliothek in Peking, das Kunstmuseum in Nanjing und das Art Museum Tianjin sowie die Große Moschee in Algier.

 

KSP Jürgen Engel Architekten gehört zu den großen Architekturbüros, die in Deutschland zahlreiche Büro- und Verwaltungsbauten, darunter die Hochhäuser WestendDuo und das PalaisQuartier in Frankfurt am Main, entworfen haben. Auch bekannte Bürobauten im Großraum München, wie die Theresie, die Medienfabrik oder das Atmos stammen aus der Architekturschiede. Dieses Jahr soll zudem der Erweiterungsbau des Klinikum Rechts der Isar eröffnet werden.   

Weniger bekannt sind die in den vergangenen zehn Jahren entstandenen  Kulturbauten des Architekturbüros, das bereits 1975 von Wilhelm Kraemer und Ernst Sieverts gegründet wurde.

Vier solcher großen Bauten von KSP stehen nun im Mittelpunkt der Ausstellung, die die Architekturgalerie München am 16. April eröffnet. Gezeigt werden anhand von insgesamt 44 Fotografien die Nationalbibliothek in Peking, das Kunstmuseum in Nanjing, das Art Museum Tianjin sowie die Große Moschee in Algier. „Die Möglichkeit, im Ausland tätig zu sein, eröffnet uns in vielfältiger Hinsicht neue Wege“, so Jürgen Engel, der gemeinsam mit Heinz Mornhinweg das Architekturbüro mit weltweit 250 Mitarbeiter leitet. “Wir profitieren auch selbst davon – von der Erfahrung, von dem interkulturellen Dialog und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.“

Im Jahr 2003 gewann KSP Jürgen Engel mit seinem Entwurf den Wettbwerb für die Chinesische Nationalbibliothek (Bild oben links) in Peking, die dann 2008 fertig gestellt wurde. „Sie ist die drittgrößte Bibliothek der Welt und bietet Platz für 12 Millionen Bücher. Durch die einzelnen Gebäudeteile wurde Tradition mit Innovation verbunden: Ein Sockelgebäude, das die Sammlung historischer Schriften – die sogenannte „Siku Quanshu,“ (= Die Vollständige Bibliothek der vier Büchergattungen)– beherbergt, bildet die Basis des 27 Meter hohen Bibliotheksneubaus. Der verglaste Raum zwischen Sockel und Dach steht für die Gegenwart und der Vermittlung des historischen Erbes. Den oberen Abschluss bildet ein schwebendes Dach, welche den großen Lesesaal mit rund 2.000 Plätzen stützenfrei überspannt und die digitale Bibliothek beherbergt.“ KSP Jürgen Engel

Mitte 2006 gewann das Architekturbüro zudem mit ihrem Entwurf den Wettbewerb zum Bau des neuen Jiangsu Provincial Art Museum in Nanjing, im Südosten Chinas. Die beiden ineinander verschränkten Baukörper formen einen Zwischenraum, der als  Eingangshalle öffentlich zugänglich ist und zwischen aufstrebenden Natursteinwänden lediglich von oben belichtet wird. Die weitgehend geschlossene Travertin-Natursteinfassade mit schmalen, vertikalen Fenstereinschnitten betont den monolithischen Gesamteindruck des Ausstellungsgebäudes.

Mit dem Bau in Algier (Visualisierung rechts), der im Jahr 2012 begonnen wurde, entsteht die drittgrößte Moschee der Welt. Sie vereint verschiedene kulturelle und religiöse Einrichtungen. Nach der Fertigstellung sollen täglich 120.000 Menschen den Gebäudekomplex  besuchen können, allein der gewaltige Kubus des Gebetssaal soll bis zu 35.000 Menschen fassen können. Das Minarett wird mit 265 Metern auch das höchste Bauwerk Afrikas sein.

Construction Culture - KSP Jürgen Engel Architekten

Zeit: Ausstellungsdauer 16.04.2015 bis 15.05.2015

Ort: Architekturgalerie München, Türkenstraße 30

 

Anlässlich der Ausstellung ist ein Katalog erschienen (ISBN 978-3-944939-05-6, Herausgeber: KSP Jürgen Engel Architekten).

Bilder: KSP Jürgen Engel Architekten; Chinesische Nationalbibliothek - Hans Schlupp;