Holzbaupreis: Siebengeschossiges Holzbau-Stadthaus ausgezeichnet

Der Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes verlieh drei Preise. Einer geht an die Architekten Kaden und Partner für ihr siebengeschossiges Multifunktionsgebäude im Prenzlauer Berg in Berlin. Der Münchner Architekt Florian Nagler erhielt einen Preis für das Kulturhaus in Altötting.  

 

Der Deutschen Holzbaupreis gilt in der Bundesrepublik als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz. In diesem Jahr werden drei Bauwerke ausgezeichnet, deren unterschiedliche Ausprägung vorbildlich das Anwendungsspektrum des Baustoffes Holz darstellt: Das Multifunktionsgebäude in Berlin (Bilder links und rechts) von Kaden und Partner (Berlin), das Evangelische Gemeindezentrum in Köln der Berliner Architekten Sauerbruch Hutton (Bild oben) sowie das Kultur- und Kongressforums in Altötting vom Münchner Architekten Florian Nagler. Zudem erhielten fünf weitere Bauten eine Anerkennung.

 

c13 in Berlin, Kaden und Partner

Einen Preis erhält ein anspruchsvolles Gebäude in Berlin, im Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Architekten Kaden und Partner vereinen auf sieben Geschossen ein großstädtisches Familien-, Bildungs- und Gesundheitszentrum sowie Miet- und Eigentumswohnungen.

Die Architekten meistern die brandschutztechnischen Hürden der Gebäudeklasse 5, nutzen gekonnt Hybriddecken mit Holzuntersicht sowie massive Brettsperrholzwände für die Gebäudeaussteifung und erwirtschaften Vorteile durch Vorfertigung und kurze Bauzeiten. Die Jury ist sich einig, dass dieses Projekt einen großen Schritt für die Rückkehr des Holzbaus in die Stadt vollzieht. Die Juroren zeigen sich beeindruckt, „was der Holzbau in urbanen Zusammenhängen zu leisten vermag und welches Potenzial für weitere zahlreich vorhandene Bauaufgaben in ihm steckt“.

 

Evangelische Gemeindezentrum in Köln, Architekten Sauerbruch Hutton

Als ein „skulpturales Gesamtkunstwerk“ bezeichnet die Jury das Evangelische Gemeindezentrum in Köln der Architekten Sauerbruch Hutton und verleiht dem Ensemble aus Kirche, Gebetskapelle und Glockenturm einen Preis. Vor allem der Kirchenbau fasziniert, da er mit kleinem Budget, viel Pragmatismus und gestalterischer Perfektion den Bautypus der Basilika neu interpretiert.

Realisiert wird ein reiner Holzbau, dessen Tragsystem aus Holzrippen ohne zusätzliche Bekleidung den Innenraum äußerst wirkungsvoll strukturiert und die architektonischen Ansprüche eines Kirchenraumes an Ästhetik, Licht und Raumklima hervorragend erfüllt (siehe Bilder links oben und links).

 

Kultur- und Kongressforum Altötting, Florian Nagler

Einen Preis erhält die Stadt Altötting für die Errichtung eines neuen Kultur- und Kongressforums im historischen Zentrum ihres Ortes. Der Architekt Florian Nagler überzeugt mit dem Entwurf eines stattlichen Hauses, dessen Erscheinungsbild ein weithin sichtbares Steildach aus Holzschindeln bestimmt (siehe Bild links unten).

Darunter liegt ein großer Veranstaltungssaal (siehe zweites Bild links unten) von hoher gestalterischer Qualität, für den die Tragwerksplaner eine Konstruktion entwickelten, die das große Dach unter Verwendung möglichst weniger filigraner Holzstäbe trägt. Fachwerkähnlich ist das Tragwerk, anspruchsvoll und doch klar – „eine zeitgenössische Interpretation des klassischen Dachstuhls, wahrhaft preiswürdig“ befindet die Jury.

 

Drei Anerkennungen für weitere Holzneubauten

Ein weiteres von Nagler entworfenes Gebäude, das Bürohochhaus und Ausstellungsgebäude des Fertighausherstellers Kampa in Aaalen erhielt eine Anerkennung. Eine Anerkennung erhielten zudem die Kindertagesstätte Don Bosco in Wuppertal, Zamel Krug Architekten sowie das Wohnhaus Wandlitz in von 2D+ Architekten.

 

Zwei Anerkennungen für Bauen im Bestand

In der Katehorie Bauen im Bestand erhielten zudem frank und probst architekten für ihren Umbau eines Bauernhauses in Philippsreuth sowie Prof. Klaus Klever für die Energetische Sanierung und Aufstockung eines Gebäudes in Aachen eine Anerkennung.

Die Fachjury unter Leitung der Architektin Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hatte knapp 200 eingesendete Arbeiten zu bewerten, die von anspruchsvollen Neubauten über erfinderische Gebäudesanierungen bis zu zukunftsweisenden Entwicklungen auf dem Produktsektor reichten.

Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und Mitglied der Jury, erklärte bei der Preisverleihung: „Mit dem Deutschen Holzbaupreis wollen wir spannende Holzbaulösungen zeigen und für den Holzbau mit seiner energieeffizienten Bauweise im Neubau wie bei der Sanierung werben. Bauen mit Holz heißt auch, einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten - einer der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgabe der Gegenwart und Zukunft. Ich bin mir sicher, dass der deutsche Holzbau durch die Preisträger des Jahres 2015 erneut punkten wird. Auch die Ausgezeichneten werden einen Imagegewinn haben. Das tut der gesamten Branche und unserem Klima gut.“

„Der wertvolle Baustoff Holz nimmt eine Schlüsselrolle bei verstärkten Klimaschutzmaßnahmen ein. Der Holzbau verbindet aufgrund seines Baustoffes Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu einem einzigartigen Dreiklang!“, so die Vorsitzende der Jury des Deutschen Holzbaupreises, Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

 

„Daher unterstützen wir den Deutschen Holzbaupreis, um auf innovative, architektonisch überzeugende Neubauten und Sanierungen sowie Produktentwicklungen im Bereich Holz aufmerksam zu machen. Mit den Preisträgern des Jahres 2015 wird das zukunftsfähige Potenzial des Holzbaus aufgezeigt und seine stetige Weiterentwicklung gewürdigt.“

Der Deutsche Holzbaupreis 2015 wurde von Holzbau Deutschland in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Messe LIGNA 2015, den Niedersächsischen Landesforsten, dem Gesamtverband Deutscher Holzhan- del, dem Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, dem Deutschen Holz- fertigbau-Verband, der Studiengemeinschaft Holzleimbau und dem Informationsverein Holz ausgelobt. Der BDB Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. und BauNetz Media GmbH unterstützen den Preis.

 

 

Weitere Informationen:

Das vollständige Wettbewerbsergebnis dokumentiert Holzbau Deutschland auf der Homepage www.deutscher-holzbaupreis.de.

 

Quelle: Pressemeldung des Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes vom 12.05.2015

 

Bilder: Multifunktionsgebäude ‚c13’ in Berlin, Fotos: Bernd Borchardt; Immanuel-Kirche und Gemeindezentrum in Köln, Fotos: Margot Gottschling; Kultur- und Kongressforum in Altötting, Fotos: Stefan Müller-Naumann; Büro- und Ausstellungsgebäude in Aalen, Fotos: Kampa; Kindertagesstätte Don Bosco in Wuppertal, Fotos: Raoul Zamel; Einfamilienhaus in Wandlitz, Fotos: Markus Bonauer, Michael Bölling; Umbau eines Bauernhauses in Philippsreut, Fotos: Florian Holzherr