Die fünfte Ansicht

Dächer bilden die fünfte Ansicht eines Gebäudes und prägen das Gesicht unserer Städte. Die Ausstellung im Oskar von Miller Forum widmet sich meisterhaften Dachkonstruktionen von der Antike bis zur Gegenwart. Sie dokumentiert die Innovationskraft und technische Bestleistungen von Baumeistern und Ingenieuren.

 

Dabei wird die Entstehung von mehr als 30 eindrucksvollen Dachprojekten erläutert und an zahlreichen Modellen, Zeichnungen und Fotos gezeigt, wie sich diese Konstruktionen im Lauf der Jahrhunderte verändert haben.

Das Oskar von Miller Forum präsentiert diese Ausstellung von Gewölben, Schalen, Kuppeln, Dächern und ihren Ingenieuren in Kooperation mit dem M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW.

 

Zur Eröffnung am 27. Oktober hielt Ewald Bubner, Professor em. für Baukonstruktion an der Universität Duisburg-Essen den Vortrag „Membranen im Bauwesen – Entwicklung, Systeme, Spannweiten“. Bubner war als langjähriger Partner von Frei Otto an der Entwicklung des Münchner Olympiastadions beteiligt.

Ursula Kleefisch-Jobst, Generalkuratorin des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurbaukunst gab anschließend eine Einführung zur Ausstellung.

 

 

Zur Ausstellung

Das Dach ist nicht nur der mehr oder weniger stadtprägende Abschluss eines Gebäudes und bietet den Bewohnern Schutz, sondern kann Raum für vielfältige Aktivitäten sein. Die Ausstellung „Die fünfte Ansicht“ gliedert sich in einen baugeschichtlichen und einen aktuellen Teil. Damit erfahren die Besucher wie Bauingenieure und Architekten konstruktive und gestalterische Lösungen im Laufe der Jahrhunderte erarbeitet und weiterentwickelt haben.

Im ersten Teil „Baugeschichte“ werden ausgewählte Projekte von der Antike bis in die 70er Jahre gezeigt – angefangen mit dem 125 n. Chr. fertiggestellten Pantheon, das als Meisterwerk baulicher Vollkommenheit und Erhabenheit gilt, bis hin zur schwebenden Zeltstruktur des Münchner Olympiadaches aus Acrylglas und Stahl.

Unter anderem werden folgende Dachkonstruktionen gezeigt: Hagia Sophia, Istanbul (532 – 562); Kristallpalast, Hyde Park, London (1851); Zeiss-Planetarium, Jena (1924 – 1926); Großmarkthalle, Leipzig (1927 – 1929); Multihalle, Mannheim (1975).

Der zweite Teil „Zeitgenössische Architektur“ dokumentiert, wie durch computergestütztes Entwerfen und der Entwicklung neuer Materialien Dachlösungen weltweit immer spektakulärer und experimenteller werden. Hauchdünne Schalen, weitgespannte Kuppeln, leichte Membrankonstruktionen bei Bauprojekten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Stadien zeugen von der Ingenieurbaukunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Dächern für die Nachhaltigkeit von Bauten.

Präsentierte Projekte (Auswahl): Sydney Opera House (1959 – 1973), Terminal 3, Flughafen Stuttgart, Zeltdächer Royal Terminal (2007) / Jeddah, Kuppel des Reichstagsgebäudes, Berlin (1999) , Metropol Parasol, Sevilla.

 

Die fünfte Ansicht: Von Gewölben, Schalen, Kuppeln, Dächern und ihren Ingenieuren

Ort: Oskar von Miller Forum, Oskar-von-Miller-Ring 25, 80333 München

Zeit: 28. Oktober bis 27. November 2016, Dienstag bis Sonntag 12:00 bis 18:00 Uhr, Eintritt frei

Begleitprogramm

27.10. 2016 18:30 Uhr Impulsvortrag zur Eröffnung der Ausstellung Ewald Bubner / Universität Duisburg- Essen „Membranen im Bauwesen – Entwicklung, Systeme, Spannweiten“

10.11.2016 18:30 Uhr: Patrick Lüth / Snøhetta / Innsbruck „Obendrauf – das Dach als öffentlicher Raum“

17.11.2016 18:30 Uhr: Knut Göppert / sbp schlaich bergermann partner / Stuttgart „Unter großen Dächern – neue Techniken und Materialien“

 

Quelle: Pressemeldung Oskar von Miller Forum

Bildnachweis: Olympia Stadion München, Foto © Thomas Robbin; Metropol Parasol Sevilla, Foto © David Franck Ostfildern