Englschalking: Florian Krieger gewinnt 1. Preis für großes Wohnquartier

Die Dibag Industriebau will zwischen der Autobahn A94 und der Eggenfeldener Straße ein Quartier mit 350 Wohnungen und einen Büroturm errichten. Nun konnte der Architekt Florian Krieger den Planungswettbewerb für sich entscheiden.

 

Der  Wettbewerb für ein neues Quartier mit Nutzungsmix in Englschalking im Bezirk Bogenhausen zwischen Eggenfeldener und Töginger Straße (BAB A 94), östlich der Hultschiner Straße, ist zu Gunsten des Entwurfs von Florian Krieger Architekten Darmstadt mit mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure aus Freiburg entschieden. Den 2. Preis erhielt Delaossa aus München, den 3. Preis Ortner & Ortner Baukunst aus Berlin und Wien und den 4. Preis Riegler Riewe Architekten.

Die Wettbewerbssitzung unter Vorsitz des Architekten Professor Dr. Pesch fand am 1. Dezember 2017 statt. Insgesamt zwölf Planungsgemeinschaften nahmen an dem Wettbewerb teil, den die DIBAG Industriebau AG in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München in Form eines nicht offenen Planungswettbewerbs ausgelobt hat. Von den teilnehmenden Büros waren Lösungen zu entwickeln, die das neue Quartier mit hoher städtebaulicher und ökologischer Qualität sowie vielfältig nutzbaren öffentlichen und privaten Grün-flächen prägen sollen. Den westlichen Bereich an der Hultschiner Straße soll ein stadträumliches Gebäudensemble, gegebenfalls mit einem Hochpunkt, sowie einer typischen Kerngebietsnutzung bilden. Daran angrenzend: ein Wohngebiet mit unterschiedlichen Wohnformen.

Der Siegerentwurf

Der Entwurf von Florian Krieger / Faktorgrün (siehe Plan großes Bild oben und Visualisierungen oben links und links) gibt eine adäquate Antwort auf die heterogene städtebauliche Struktur in der Umgebung. Die städtebauliche Grundfigur setzt sich aus vier Quartieren mit teilweise geöffneten Blöcken zusammen. Die Gebäude am südlichen Rand der Wohnquartiere sind mit fünf Geschossen geplant und haben jeweils einen Hochpunkt mit sechs Geschossen, als eine Art „rhythmische Betonung“ der städtebaulichen Figur entlang der Autobahn. An der Eggenfeldener Straße, gegenüber bestehender Bebauung, werden die Gebäude überwiegend auf vier Geschosse reduziert. Hochpunkte markieren jeweils die platzartigen Eingangssituationen in die Höfe.

Zugleich wird durch das Zurückweichen der Randbebauung eine Einleitung in die Höfe geschaffen. Das gliedert gleichzeitig die Gebäudekanten. Die Höhenentwicklung steigt von Ost nach West an und endet im Westen in einem freistehenden fünfzehngeschossigen Hochhaus. Vielfältiges Nutzungspotential und eine angenehme Räumlichkeit zeichnen den Freiraum aus.

Er gliedert sich in eine großzügige öffentliche Grünfläche im Süden, kleine Eingangsplätze und gut proportionierte ruhige private Wohnhöfe. An der Ecke Eggenfeldener Straße und Hultschiner Straße ist ein öffentlich nutzbarer Platz vorgesehen. Er leitet in das neue Stadtquartier ein und schafft einen angemessenen Vorbereich für das Hochhaus. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

2. Preis: Die Idee von Delaossa

Das Konzept basiert auf die konsequente Ausbildung von geschützten Innenbereichen. Trotzdem bildet sich durch die kettenartigen Blockverknüpfungen ein spannendes Raumgeflecht, das durch die Foren und die Aufweitungen im Süden einladende Vorbereiche bildet, über die das Quartier mit seiner Umgebung kommuniziert.

3. Preis: Das Konzept von Ortner & Ortner Baukunst

Das Projekt der Hofgärten ist Teil der Urbanisierung. Aus dieser Position entfaltet das Quartier ein Thema, einerseits markant genug im heterogenen Umfeld als auch robust genug Teil einer fortschreitenden Urbanisierung zu werden. Die vier Hofsequenzen erzeugen eine urbane Aufteilung und Größe, die das Schutzbedürfnis der Hoflagen bewahren, ohne als hermetische Blöcke ausgeformt zu werden. Im Inneren verknüpfen sich die einzelnen Felder zu einem durchlässigen und großzügigen Gartenhof.

4. Preis: Städtebauliche Idee von Riegler Riewe Architekten

Auf der städtebaulichen Maßstabsebene „schwimmen“ vier Körper in der Landschaft. Sie nehmen in ihrer Setzung Linien der Umgebung auf und vermitteln in ihrer Größe zwischen den Baukörpern der südlich und östlich angrenzenden Gewerbegebiete und den nördlichen Wohngebieten.

Quellen: Dibag Industriebau; Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München

Bildnachweise: Pläne und Visualisierungen der Architekten, von oben nach unten: Florian Krieger / Faktorgrün; Delaossa Architekten; Ortner & Ortner Baukunst; Riegler Riewe Architekten bzw. Dibag Industriebau