Freiham Nord: Wettbewerb für 2. Realisierungsabschnitt entschieden

Im Zweiten Abschnitt des neuen Stadtteils Freiham Nord sollen rund 7000 Wohnungen entstehen. Nun gewannen Hild und K Architekten mit Sergison Bates architects sowie Ballmoos Krucker Architekten und Studio Vulkan Landschaftsarchitekten den ersten Preis.

 

Im neuen Stadtteil Freiham, im westlichsten, 22. Münchner Stadtbezirk, entsteht über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren ein kompakter, urbaner und grüner Wohnstandort für zirka 25.000 Einwohnerinnen, dem größten Neubau-Siedlungsgebiet Europas, so Stadtbaurätin Elisabeth Merk. In Münchens westlichstem Stadtteil werden einmal so viele Menschen leben wie in Garmisch-Partenkirchen.

Bereits im Bau befinden sich der östliche erste Realisierungsabschnitt von Freiham Nord. Um möglichst vielfältige Entwurfsansätze in hoher Qualität zu erhalten, hat die Landeshauptstadt München im Frühjahr 2017 einen internationalen Planungswettbewerb für den zweiten Realisierungsabschnitt ausgelobt. Zirka 7.000 Wohnungen werden voraussichtlich in 15 bis 20 Jahren auf diesem Areal fertig gestellt werden.

Für das rund 57 Hektar große Wettbewerbsgebiet des zweiten Realisierungsabschnitts Freiham Nord wurde ein zweistufiger Wettbewerb durchgeführt, der von drei öffentlichen Veranstaltungen begleitet wurde.

Am 19. April 2018 prämierte ein hochkarätig besetztes Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Jocher die besten Entwürfe und kam zu folgender Entscheidung:

1. Preis: Hild und K Architekten BDA, München mit Sergison Bates architects LLP, London (UK) mit von Ballmoos Krucker Architekten AG, Zürich (CH) mit Studio Vulkan Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich (CH) – siehe Modell oben, Plan links

2. Preis: Studio Wessendorf, Berlin mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH, Berlin

3. Preis: 03 Architekten GmbH, München mit Studio B Landschaftsarchitektur, München

Anerkennung: LAUX Architekten GmbH, München mit Burger Landschaftsarchitekten, München

Anerkennung: kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit PLANDREI Landschaftsarchitektur, Erfurt


"Ich freue mich über einen städtebaulich gelungenen Entwurf, der gut nutzbare Freiräume bietet und die Bildungs- und Sporteinrichtungen an geeigneter Stelle integriert. Es ist der Entwurf, der am effizientesten mit der vorhandenen Fläche umgeht und so möglichst viele und gleichzeitig qualitätvolle Wohnungen schafft“, erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Ich glaube, dass es dem 1. Preis intelligent und selbstverständlich gelungen ist, eine gute Verbindung mit dem Landschaftspark aber auch eine stimmige Verknüpfung mit dem 1. Realisierungsabschnitt und auch Neuaubing herzustellen. Die gut proportionierten Wohnhöfe tragen dem Wunsch nach mehr Wohnungen auf geschickte Art und Weise mit einem differenzierten Freiraumangebot Rechnung. Die städtebauliche und landschaftsplanerische Konzeption ist eine ausgesprochen gute Vorlage für eine abwechslungsreiche und qualitätsvolle architektonische Ausformulierung“, so Stadtbaurätin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk.

Aufgabe war es, ein städtebauliches Konzept zu erstellen, das den Wohnstandort Freiham zukunfts- weisend weiter entwickelt. Die Entwicklung basiert auf dem Gedanken des „Stadt-Weiterbauens“; Verbindungen und Nachbarschaften zwischen dem sich aktuell im Bau befindlichen ersten Realisierungsabschnitt, dem bestehenden Stadtviertel Neuaubing und Aubing sollen geschaffen werden.

Dabei galt es, identitätsstiftende Elemente aus der Umgebung in die Planung zu integrieren sowie den Stadtrand als Stadtkante und die westliche Stadteinfahrt von der Autobahn BAB 99 zu definieren.

 

1.Preis: Bewertung der Jury:

„Die Arbeit ist stark vom öffentlichen Raum aus gedacht und überzeugt sowohl städtebaulich wie auch frei- raumplanerisch aufgrund der hohen Differenziertheit, Maßstäblichkeit und Nutzbarkeit der entstehenden Räume. Mit leichten Versätzen, Vor- und Rücksprüngen werden virtuose Räume geschaffen. Die öffentlichen Freiflächen ergänzen in ihrer hohen Vielfalt den Landschaftspark mit neuen Motiven und haben mit ihrem eigenständigen Charakter einen eigenen Wert. Zusammen mit den privaten Frei- flächen bilden sie ein abgestuftes, wohldurchdachtes System, das eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität erwarten lässt. (...) Die Arbeit versucht nicht dem neuen Quartier eine do- minante, eigene Mitte zu geben, son- dern betrachtet richtigerweise die Aubinger Allee als Rückgrat ganz Freihams. (...) Insgesamt lässt der Entwurf eine sehr gute Stadterwei- terung und ein urbanes, lebenswertes Quartier erwarten, das zusammen mit dem 1. Realisierungsabschnitt ein großes Ganzes wird."

 

Ausstellung aller Arbeiten im Gesundheitszentrum, Hans-Stützle-Straße 20
23. April bis 4. Mai, Montag bis Freitag, 7.30 bis 18 Uhr
Eintritt frei

 

Bildnachweis: Hild und K Architekten BDA, München mit Sergison Bates architects LLP, London (UK) mit von Ballmoos Krucker Architekten AG, Zürich (CH) mit Studio Vulkan Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich (CH)