Ifo-Institut: Aufträge für Architekten deutlich gesunken

Nach Umfrageergebnissen des Münchner Ifo Instituts bei den freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima zu Beginn des dritten Quartals 2013 eingetrübt. Die Auftragslage ist aber im langfristigen Vergleich noch weiterhin sehr freundlich.

 

Die befragten Architekten schätzten ihre aktuelle Geschäftslage nochmals etwas besser ein als im Vorquartal. Bezüglich ihrer Geschäftsaussichten sind sie jedoch sichtlich skeptischer geworden. Der Anteil der Architekten, die eine „eher bessere“ Auftragssituation im Verlauf des nächsten halben Jahres erwarteten, schrumpfte von 17 auf 14 Prozent, ein ebenso großer Anteil, 14 Prozent, erwartete eine eher negative Entwicklung.

Im zweiten Quartal 2013 konnten 55 Prozent der befragten Architekten neue Verträge abschließen. Damit lag der Wert unterhalb des Vorquartalswertes von 57 Prozent. Der Aufwärtstrend, der seit gut zehn Jahren zu beobachten ist, hat sich damit deutlich abgeflacht.

Das geschätzte Bauvolumen aus den im zweiten Quartal 2013 neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) für Wohnungsbauten war erneut rückläufig (siehe Grafik links). Die Planungsaufträge für Nichtwohnbauten schrumpften sogar im fünften Quartal hintereinander. Im Berichtsquartal erreichten die Planungsaufträge für öffentliche und gewerbliche Hochbauten jeweils nur noch rund zwei Drittel der Vorquartalswerte.

Sieht man von der ausgeprägten Auftragsspitze im vierten Quartal 2011 ab, dann haben sich die Ordervolumina zur Planung von Ein- und Zweifamilienhäusern seit knapp zwei Jahren etwas über dem langjährigen Durchschnittswert eingependelt. Das Volumen der von den Architekten neu akquirierten Aufträge zur Planung von Mehrfamiliengebäuden schrumpfte im Berichtsquartal.

 

Auch im Wirtschaftsbau (siehe Grafik links) verzeichneten die Architekten im zweiten Quartal 2013 einen Rückgang des Ordervolumens um rund ein Drittel, womit der 2009 begonnene Aufwärtstrend zunächst deutlich abgebrochen ist. Die von öffentlichen Auftraggebern vergebenen Planungsaufträge brachen weiter ein und wiesen im Berichtsquartal nur noch ein Viertel des Volumens auf, das sie im dritten Quartal 2012 erreicht hatten.

 

Legende

Die im Jahr 1980 in lediglich vier Bundesländern gestartete Architektenumfrage führt das ifo Institut seit 1996 bundesweit durch. Dabei werden vierteljährlich rund 1.800 freischaffende Architekten befragt. Aus den Umfrageergebnissen werden die Indikatoren Geschäftsklima, Vertragsabschlüsse – und das damit verbundene geschätzte Bauvolumen – sowie Auftragsbestände ermittelt. Das quartalsweise vorliegende Datenmaterial wird ergänzt durch jährlich erhobene Daten über die Größe der Büros sowie deren Rechtsform und Honorarumsätze.

 

Quelle: Pressemeldung Ifo Institut München

 

Bilder: Grafiken und Fotografie Ifo Institut