Reisen durch Hopper´s Land

Die Architekturgalerie München stellt Fotografien von Florian Jaenicke aus. Es sind fast zeitlose Werke. Sie zeigen Holzhäuser und Leuchttürme in Neuengland, wie sie von Gemälden des amerikanischen Malers Edward Hopper stammen könnten.

 

Die bekanntesten Bilder Edward Hoppers (1882-1967) zeigen die Isolation und Melancholie einsamer Stadtmenschen.

 

 

 

 

Lange Jahre hat der Maler aber in Neuengland gelebt und auch die typischen Holzhäuser und Leuchttürme festgehalten. Die Spurensuche nach Hoppers Motiven führte den Münchner Fotografen Florian Jaenicke (*1969) in die Fischerorte Gloucester und Truro auf Cape Cod. Die Fotografien nehmen die atmosphärische Dichte der Gemälde auf und zeigen die nahezu unveränderte amerikanische Holzarchitektur.  

 

Edward Hopper gilt als Klassiker der amerikanischen Realismus. Dabei entstanden seine Gemälde als Folge langwieriger Vorstudien aus Kohlezeichnungen und Aquarellstudien, in der mit der Position einer Personen in einem Raum, mit hell und dunkel, Licht und Schatten experimentierte, um die erwartete Wirkung zu optimieren. Kein Wunder, dass sich viele Regiseure von seinen Arbeiten inspirieren ließen. Wim Wenders betonte ausdrücklich den Einfluss des Malers auf einzelne Filmsequenzen von ihm. Hoppers „House by the Railroad“  diente Alfred Hitchcock als Vorlage für das abgelegene Haus in Psycho, Ridley Scott verwendete einzelne Zeichnungen von Hopper für Blade Runner und Same Mendes drehte Sequenzen von Road to Perdition nach den visuellen Vorlagen. Hoppers wohl berühmtestes Bild, The Nighthawkes könnte einem Film von Howard Hawkes mit Humphrey Bogard und Lauren Bacall entstammen. Dabei spielten leere Räume, Blicke in hell erleuchtete Zimmer in der Großstadt oder einsame Leuchttürme in Neuengland mehr als nur eine Nebenrolle. Hopper setzte sie genauso in Szene wie seine einsame Handlungsreisenden, seine Bardamen oder die Sonnenanbeter vor ihren Reihenhäuser. Er war fasziniert von amerikanischen Gebäuden und schrieb, “our native architecture with its hideous beauty, its fantastic roofs, pseudo-gothic, French Mansard, Colonial, mongrel or what not, with eye-searing color or delicate harmonies of faded paint, shouldering one another along interminable streets that taper off into swamps or dump heaps.”

Jaenickes Bilder geben nicht nur die Stimmung von Hoppers Bilder wieder, sie lassen auch spüren, dass sie mit einer ähnlichen Akribie und Perfektion zu Stande kamen.

Hopper´s Land

Fotografien von Florian Jaenicke

16.12.2011 - 14.01.2012

Architekturgalerie München

Türkenstraße 30

 

 

 

 

 

Aussstellungseröffnung: Donnerstag, den 15. Dezember um 19 Uhr

Einführung Jörg Koopmann Fotograf und Kurator