Keine Angst vor Partizipation

Das Architekturmuseum TUM zeigt ab 17. März eine Austellung über Baugemeinschaften oder Genossenschaften. Sie verfolgen alle das Prinzip der Partizipation. Neben Quartiersentwürfe für das Hunziker Areal in Zürich und Lange End in Albertslund (Dänemark) werden auch Beispiele in München dargestellt.

 

Die wichtigsten Fragen sind dabei die nach der notwendigen und möglichen städtebaulichen Dichte, einer ausgeglichenen sozialen Mischung ebenso wie nach der Wohnqualität. Als Reaktion auf den von wirtschaftlichen Faktoren bestimmten Wohnungsmarkt entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen. Nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet, folgen diese Wohnprojekte der Baugemeinschaften oder Genossenschaften einem gemeinsamen Ansatz: Partizipation!

Das Architekturmuseum der TU München stellt zwölf aktuelle Projekte kooperativen Bauens vor, die jeweils nach ihrer inhaltlichen Ausrichtung, dem Entstehungsprozess, der baulichen Umsetzung, der Verwaltungsstruktur und den Formen des Zusammenlebens befragt werden. Jedes zeigt dabei sein eigenes, individuelles Profil. Zu den gezeigten Beispielen zählen aktuelle Quartiersentwürfe wie für das Hunziker Areal in Zürich (Baugenossenschaft mehr als wohnen - siehe Bild links) oder WagnisART auf dem Domagkgelände und dem Frauenwohnen in der Messestadt Riem (Bild links unten), beide in München wie auch Bauvorhaben bereits etablierter und sich erweiternder Genossenschaften wie Sargfabrik Wien oder Kraftwerk 1 Zürich.

Alle Wohnprojekte verfolgen integrative, generationsübergreifende und nachbarschaftliche Ansätze. Diese sind grundlegend für das bauliche Raumprogramm, das sich durch offene und flexible Strukturen und neue Grundrisslösungen auszeichnet – und darin liegt ihre Aktualität. Alle gemeinsam werfen sowohl die Frage nach der Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Bewohner und den Gestaltungsmöglichkeiten und zukünftigen Aufgaben des Architekten in diesen gesellschaftlich bedingten Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen auf als auch nach den politischen Rahmenbedingungen, die solche Experimente möglich machen.

Die Ausstellung wird begleitet von fünf Abendveranstaltungen. Dabei stellen Vortragende und Diskutanten aus den Bereichen Genossenschaften, Soziologie und Architektur die verschiedenen Möglichkeiten, Modelle und Umsetzungen in ihrer Entwicklung, aber auch hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit und Relevanz für die Zukunft vor.

Keine Angst vor Partizipation

Zeit: Die Ausstellung wird am Mittwoch, 16. März 2016, 19 Uhr
 eröffnet und wird bis zum 12. Juni 2016 gezeigt. Neben den Kuratoren Andres Lepik und Hilde Strobl spricht zur Ausstellungseröffnung am Mittwochabend die ehemalige Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott. 



Ort: Architekturmuseum München, Barer Straße 40, München

 

Bildnachweise – von oben nach unten: Lange End in Albertslund (Dänemark), 2009, Bofællesskabet Lange Eng, Dorte Mandrup, Foto: Laura Stamer; Hunziker Areal Zürich (Schweiz), 2012-2015, Futurafrosch, Duplex Architekten, Müller Sigrist, Pool Architekten, Miroslav Šik, Foto: Ursula Meisser; Grauenwohnen in Messestadt Riem, 2007, Foto: Lurildo Meneses Silva