Kreativquartier: Stadt schafft Baurecht für 385 Wohnungen

Mit dem Kreativquartier soll an der Dachauer Straße ein urbanes Stadtquartier entstehen, in dem Wohnen und Arbeiten mit Kunst, Kultur und Wissen eng verbunden werden. Den ersten von insgesamt drei Bebauungsplänen hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung jetzt gebilligt.. 


 

 

Damit wurde im so genannten Kreativfeld Baurecht für zirka 385 Wohnungen geschaffen. Das zirka sechs Hektar große Areal des Kreativfelds liegt zwischen der Schwere-Reiter-Straße im Norden, der Infanteriestraße im Nordwesten, der Sankt-Barbara-Kirche im Südosten und der Verlängerung der Heßstraße im Südwesten.

Durch den Bebauungsplan für das Kreativfeld mit Grünordnung Nr. 1954 kann neben den zirka 385 Wohnungen auch Baurecht für eine fünfzügige Grundschule, ein Haus für Kinder mit vier Krippen- und zwei Kindergartengruppen sowie für gewerbliche und kreativwirtschaftliche Nutzungen geschaffen werden.

2011/2012 fand ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb für das zirka 20 Hektar große Gesamtquartier statt. Der erste Preisträger Teleinternetcafé mit den Landschaftsarchitekten TH Treibhaus wurde beauftragt, 2013/2014 einen Rahmenplan auf Grundlage des Wettbewerbergebnisses zu erarbeiten. Das Kreativquartier wird sich aus den vier Teilquartieren Kreativpark, Kreativplattform, Kreativfeld und Kreativlabor heraus innovativ entwickeln. Kreativpark und Kreativplattform sind in einem Bebauungsplan zusammengefasst.

Quelle: Pressemeldung Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 8.12.2016

 

2013: Stadt gibt grünes Licht für Erstellung des Bebauungsplans

Am 24. Juli hat die Vollversammlung des Stadtrats grünes Licht für die weitere Entwicklung des künftigen Kreativquartiers gegeben. Auf Grundlage des Entwurfs der Büros Teleinternetcafé  und TH Treibhaus wird das 20 Hektar große Areal in die vier Bereiche unterteilt. Kreativpark, Kreativplattform, „Kreativfeld und Kreativlabor sollen zwar miteinander vernetzt werden, aber unabhängig voneinander entwickelt werden. 

Der städtebauliche und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerbes für das Kreativquartiers wurde mit der Vergabe des 1. Preise an das Berliner Architekturbüro Teleinternetcafe entschieden. Die beiden Büros hatten 2012 den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb für sich entschieden.

Mit dem Stadtratsbeschluss vom 24. Juli 2013 werden die Referate beauftragt, weitere Schritte zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu unternehmen.

Auf dem ursprünglich militärisch genutzten Areal an der Dachauerstraße (Luitpoldkaserne) im Stadtviertel Alte Kaserne wird ein neues Stadtquartier entwickelt. Wohnen und Arbeiten sollen mit Kunst, Kultur und Wissen verbunden werden. Die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle stehen derzeit leer. Sie sollen im Kreativzentrum einen kulturelles und kreativwirtschaftlichen Mittelpunkt bilden.

Auf dem 20 Hektar großen Planungsgebiet werden neben den geplanten rund 900 Wohneinheiten auch gewerbliche Nutzungen und die Erweiterung der Hochschule für angewandte Wissenschaften für die Fakultäten Design entstehen. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat im Herbst 2011 den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb zur Entwicklung des Bereiches zwischen Dachauer Straße, Schwere-Reiter-Straße und Lothstraße in München ausgelobt. Grundlage dafür war der Eckdatenbeschluss der Vollversammlung des Stadtrats vom 28. April 2010.

39 ausgewählte Teams aus Architektur-, bzw. Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros haben an diesen zweiphasigen Ideenwettbewerb teilgenommen. Nach Abschluss der 1. Phase, in der die Schwerpunkte auf die methodischen Ansätzen und grundlegenden Konzepten lagen, wurden 12 Teilnehmer ausgewählt, die in der 2. Phase den städtebaulichen und landschafts- planerischen Entwurf erarbeiten sollten. Ein hochkarätig besetztes nationales Auswahlgremium an Fach- und Sachpreisrichtern entschied am 11. Mai 2012 über die Preisträger. Die Jury vergab vier Preise:

 

1. Preis:TELEINTERNETCAFE, Berlin / TH treibhaus landschaftsarchitektur, Berlin
 (kleine Bilder ganz oben links und rechts)

3. Preis:LAUX Architekten GmbH München /NOWAK Landschaftsarchitekten, München
 (kleines Bild oben links)

3. Preis:Trojan Trojan + Partner Architekten, Darmstadt / WGF Objekt GmbH Landschaftsarchitekten, Nürnberg
 (kleines Bild oben rechts)

4. Preis: Jan Foerster, Teamwerk Architekten, München / Michael Hinnenthal, Daniel Schaar, Landschaftsarchitekten, München


Ankauf:MORPHO-LOGIC Architekten, München / michellerundschalk Landschaftsarchitektur, München


Ankauf:Brederlau + Holik Architekten, Braunschweig / Lucia Grosse-Bächle, Landschaftsarchitektin, Hannover


Ankauf: 711LAB Architektur, Stuttgart / raumspielkunst, Stuttgart / bauchplan, München


Ankauf: Ortner + Ortner Baukunst, Berlin / FSWLA Landschaftsarchitektur, Düsseldorf

Alle Wettbewerbsentwürfe können in einer Ausstellung besichtigt werden.

 

Siegerentwurf

 

Das Konzept der Berliner Architekten Manfred Eccli, Andreas Krauth, Urs Kumberger, Verena Schmidt mit Marius Gantert unterteilt das Quartier in den vier Bausteine: Kreativplattform, Kreativpark, Kreativlabor und Kreativfeld. Diese definieren bestehende Qualitäten, um diese im Gestaltungsprozess gezielt zu erhalten und zu fördern. „Dazu gehören besonders der zwischengenutzte Bestand im Nordwesten des Quartiers, die Tonnenhalle und Jutierhalle, die Freifläche nördlich dieser Hallen, sowie die Atmosphäre der Heßstraße“, so die Erläuterung von Teleinternetcafe. „Ein ‚Ventil‘ für den Entwicklungsdruck ermöglicht es die Entwicklungsgeschwindigkeit der Bausteine individuell zu steuern und trotz des hohen Entwicklungsdrucks Raum für informelle Entwicklungen zu erhalten: Die Bausteine Labor und Park werden entlastet indem die beiden anderen rasch baulich verdichtet werden. Dadurch werden Spielräume und Zeit gewonnen. Der Weg ist frei für eine prozessuale Transformation, die Raum für Kreativität erhält und wachsen lässt.“

Das Preisgericht:

„Der Entwurf zeigt ein breit gefächertes und vielfältiges Wohnangebot, eine differenzierte Gebäudetypologie, hohe Freiraumqualitäten und eine gute Durchlässigkeit zwischen den Quartieren. Die geforderten Geschossflächen für Wohnen und Arbeiten sowie die übrigen städtebaulichen Kennwerte werden mit Ausnahme der geforderten Stellplatzzahl erreicht. Das Quartier „Kreativ-Labor“ kombiniert Arbeiten und Wohnen bei gleichzeitiger Erhaltung der Bestandsstrukturen. Dieser Bereich ist flexibel gegenüber weiteren kulturellen Entwicklungen. Das Quartier „Kreativ-Feld“ erhält im Norden die Bestandsstrukturen und schafft im Neubau ein Wohnquartier sowie Schul- und Kitaversorgung inklusive Freiflächen. Der „Kreativ-Park“ als zentrale Freiraumfläche verbindet Dachauer- und Heßstraße und bindet die denkmalgeschützten Hallen ein. Damit werden die Hallen auch vom Stadtraum aus erlebbar. Der Schalleintrag von der Dachauer Straße in das Quartier wird als vertretbar eingeschätzt. Die „Kreativ-Plattform“ im Süden passt die Universitätsgebäude hervorragend in den Gesamtentwurf ein und schafft Offenheit zu dem nördlich angrenzenden Quartier.

 

Das Energiekonzept ist zu überprüfen. Die differenzierte Höhenentwicklung der Baukörper ermöglicht Schwer- punktsetzungen entlang der Dachauer Straße ebenso wie am Berührungspunkt der Heßstraße mit dem zentralen Park.

Die Arbeit nimmt die Qualität des jetzt Existierenden auf und nimmt sie zum Ausgangspunkt der Entwicklung eines Kreativquartiers. Sie gibt Antwort auf Bestehendes und entwickelt dies schlüssig weiter.

Die Freiräume der “Kreativwerkstadt“ sind roh und mutig. Sie verkörpern eine offene Atmosphäre, die in einer organischen Entwicklung, sukzessiver Aneignung und einer spezifischen Materialität zum Ausdruck kommt. Die zentrale Grünfläche öffnet das Gebiet zur Dachauer Straße und lockt damit die Kultur- hallen aus der zweiten Reihe. Der Park wirkt großzügig und unterstützt die Bildung von einzelnen Quartieren mit sehr unterschiedlichem Charakter. Überzeugend sind auch die Freiräume des Kreativlabors. Das Konzept nimmt hier die bestehenden öffentlichen Räume auf. Punktuelle Interventionen stärken strategische öffentliche Orte eröffnen Zugang für neue Nutzungen und verleihen dem Gebiet einen Charakter, an dem München in Zukunft wachsen kann. Für die bereits bestehende kulturelle Nutzung im Bestand bietet dieser Entwurf die besten Möglichkeiten, Vorhandenes weiter zu entwickeln und auf kommende Entwicklungen zu reagieren.

Der Entwurf zeigt sich als Vision für ein zukunftsweisendes Wohnquartier, das zugleich flexibel auf zukünftige Entwicklungen antworten kann und enthält ein hohes Potenzial und eine gute Grundlage für eine abschnittsweise bauliche Umsetzung.

 

Empfehlung des Preisgerichts:

Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem 1. Preis aus- gezeichneten Arbeit mit weiteren Pla- nungsleistungen gemäß der Auslobung zu beauftragen. Die in der schriftlichen Beurteilung genannten Anregungen sollen dabei Beachtung finden.“

Stadt kreativ denken

 

Kreativquartier München

Ort: Ehemaligen Areal des Baureferats-Straßenbau an der Schwere-Reiter-Straße 2

Zeit: Bis 15. Juni 2012 von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr