Obermenzing: Startschuss für den Bau von 360 neuen Wohnungen

Der Stadtrat hat im heutigen Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan für ein neues Quartier an der Lipperheidestraße gefasst. Damit können rund 360 neuen Wohnungen errichtet werden.

 

Im Bereich östlich der Lipperheidestraße in Obermenzing im Stadtbezirk Pasing-Obermenzing soll ein hochwertiges Wohnquartier für etwa 830 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen. Das Gebiet hat eine ganz spezifische Lage zwischen bestehender Bebauung und dem angrenzenden Landschaftsraum und damit eine eigene Identität, die gewürdigt und gleichzeitig weiterentwickelt werden soll. Von den zirka 360 Wohnungen sollen rund 95 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau entstehen.

Die Erschließung des neuen Wohnquartiers erfolgt zur Minimierung des zusätzlichen Verkehrsaufkommens in den bestehenden Straßen überwiegend von Süden über die Bassermannstraße mittels einer neuen Stichstraße. Die nördlichen Baugebiete werden über die Polkostraße von Westen erschlossen. Eine öffentliche Grünfläche begleitet das neue Wohnquartier im Osten und bildet einen Übergang in den Landschaftsraum der Würmaue.

Quelle: Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München vom 22.03.2017

Oktober 2016: Ideenwettbewerb für Quartier mit 275 Wohnungen entschieden

Auf einer etwa acht Hektar großen Fläche südwestlich der Blutenburg an der Lipperheidestraße soll ein auf Wiese eine neues Wohnquartier mit etwa 275 Wohnungen entstehen. Den Ideenwettbewerb haben Köstelbacher Miczka Architekten mit Wamsler Rohloff Wirzmüller Freiraumarchitekten aus Regensburg gewonnen

Am 3. Dezember 2014 hat der Stadtrat im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung beschlossen, das Bebauungsplanverfahren auf der Grundlage des Ideenwettbewerbs weiterzuführen. Die Fläche liegt zwischen der Greinz- und Bassermannstraße westlich der Würm und wurde bisher landwirtschaftlich genutzt. Neben den Wohnungen sollen dort Freiraumnutzungen und Infrastruktureinrichtungen entstehen. Den einstufigen, nicht offenen Ideenwettbewerb mit sechs eingeladenen Architektenteams entschieden Köstelbacher Miczka Architekten mit Wamsler Rohloff Wirzmüller Freiraumarchitekten, beide Regensburg, für sich. Auf Empfehlung des Preisgerichts wurden jedoch alternative Erschließungskonzepte erarbeitet. Der Stadtrat hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung am 3. Dezember beauftragt, das Bebauungsplanverfahren weiterzuführen und dabei die Erschließung zu etwa 75 Prozent über eine Stichstraße von der Bassermannstraße im Süden sowie zu etwa 25 Prozent von der Polkostraße im Norden aus vorzusehen. Zunächst war geplant gewesen, die von der Lipperheidestraße im Westen abzweigenden, vorhandenen Stichstraßen ins Gebiet hinein zu verlängern. 

Lage

Das Planungsgebiet (siehe Lageplan links) liegt im westlichen Münchner Stadtbezirk Pasing-Obermenzing im Bezirksteil Obermenzing, nördlich der Kreuzung wichtiger von Ost nach West verlaufender Verkehrswege mit dem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Würmtal, im Bereich zwischen der Verdistraße im Norden und der Bahnachse München-Augsburg im Süden.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Für die bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen östlich der Lipperheidestraße soll Baurecht für Wohn- und Gemeinbedarfsnutzung geschaffen werden. Um eine fundierte Basis für den dafür notwendigen Bebauungsplan zu schaffen, sollten über einen Wettbewerb qualifizierte Konzepte für eine verträgliche Bebauung und Neuordnung der Flächen gefunden werden.

Ziel wäre die Konzeption eines hochwertigen Wohnquartiers, das einerseits die Identität dieser spezifischen Lage zwischen bestehender Bebauung und Landschaftsraum respektiert bzw. weiterentwickelt und gleichzeitig der Ausloberin eine angemessen wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht.

Würdigung des Preisgerichts

„Die strukturell eigenständige Arbeit überzeugt mit einer klaren Abfolge von Anger- und Hofräumen, die sich großzügig zum Landschaftsraum öffnen, somit der besonderen Qualität des Ortes Rechnung tragen und vor allem eine geringstmögliche Beeinträchtigung des Ausblicks aus den Bestandsgebäuden an der Lipperheidestraße zum Landschaftsraum hin gewährleisten. Zwischen subtil geknickten dreigeschossigen Zeilen bilden sich aufweitende Angerräume, an denen folgerichtig die Adressen und Eingänge für die Wohnnutzung angeordnet sind und die in deutlichem Kontrast zu den grünen Gartenhöfen stehen. Kontrovers diskutiert wird die Länge der Zeilen, die dem Preisgericht jedoch wegen ihren niedrigen Bauhöhen und ihren lebendigen Abweichungen von der starren Geradlinigkeit mehrheitlich als unproblematisch erscheint. Dennoch wären etwas stärkere Brechungen in der Grundrisskontur der Zeilen und in ihren Silhouetten vorstellbar.....

Die Arbeit ist hinsichtlich der erzielten Geschossfläche eher im unteren Bereich anzusiedeln. Da die Tiefe der Baukörper mit nur elf Metern aber eher gering ist, sind hier durchaus Spielräume nach oben erkennbar, ohne die Gesamtqualität des Konzepts zu schmälern und ohne die positiv bewertete Dreigeschossigkeit in Frage stellen zu müssen.

Insgesamt stellt die Arbeit eine der besonderen Qualität des Ortes gerecht werdende Lösung dar und bietet eine sehr gute Basis für die Entwicklung eines eigenständigen und qualitätvollen Wohnquartiers“.

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt mehrheitlich, den ersten Preis der weiteren Bearbeitung zugrundezulegen. Dabei ist den im Protokoll festgehaltenen Bedenken Rechnung zu tragen“. Zusätzlich wird empfohlen, eine wirkungsvolle Gliederungsmöglichkeit der langgestreckten Zeilen zu untersuchen, möglicherweise durch Baufluchtunterbrechungen und / oder partiell viergeschossige Zeilenabschnitte mit einer größeren Bautiefe und / oder partiell viergeschossigen Gebäudepartien eine höhere Dichte zu erzielen und für die Erschließungskonzeption und die Zufahrten zu den Tiefgaragen im Zuge der nachbarlichen Beteiligung Alternativen aufzuzeigen“.

Quelle: Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Bilder: Lageplan und Modell – Köstelbacher Miczka Architekten mit Wamsler Rohloff Wirzmüller Freiraumarchitekten; Foto Blutenburg – Ulrich Lohrer