AllesWirdGut in der östlichen Blumenau

Das städtische Wohnungsunternehmen GEWOFAG baut rund 340 neue Wohnungen an der Ludlstraße in der Blumenau bei der A95. Nun wurden der Realisierungswettbewerb zugunsten der AllesWirdGut Architektur ZT GmbH entschieden. Die Entwürfe des Wiener Architekturbüros und die der Mitbewerber werden bis zum 18. März ausgestellt.

 

 

Als der Münchner Stadtplaner und Architekt Theodor Fischer 1918 die Siedlung Alte Heide im Münchner Norden errichtete, galt sie aufgrund ihrer Bauanordnung als revolutionär. 30 Jahre später wurde der Zeilenbau die am häufigsten genutzte Bauform für Wohnanlagen der Nachkriegszeit.

Die Vorteile gegenüber der bis dahin üblichen Blockbebauung überzeugten: Weil die länglichen Gebäude quer zur Verkehrsstraße angeordnet und durch Fußwege erschlossen wurden, ergab sich eine durchgehende Begrünung der Zwischenräume statt enger Hinterhöfe. Statt dunkler Zimmer wurden Wohnungen nun zweiseitig belichtet und belüftet.

In Zeilenbauweise entstand auch die GEWOFAG-Wohnanlage im Haderner Bezirksteil Blumenau (Bild links). Später wurde südlich davon die A96 erbaut, doch in den im rechten Winkel dazu angeordneten Bauten war es relativ ruhig.

Ansprüche und Umfeld haben sich geändert. Die Wohnungsgrundrisse gelten nach heutigen Anforderungen als zu klein. Auch sollen die Mieter besser vor dem gestiegenen Verkehrslärm der A96 geschützt werden (Bild links unten).

Die GEWOFAG will nun die Anlage abreißen und 340 neue Wohnungen in anderer Baustruktur errichten. Das Konzept lieferten die Kölner Lorber + Paul Architekten, Sieger des Ideenwettbewerb im Jahr 2013: Die südliche Bebauung soll das Quartier gegen Lärm abschirmen, im Norden werden freistehende Häuser angeordnet.

Nun gewannen AllesWirdGut Architektur, Wien, mit el:ch Landschaftsarchitekten, München, den Realisierungswettbewerb. Die Wiener haben in Deutschland mit ihrem Entwurf für den WAZ-Verlag in Essen und dem Landratsamt Erlangen für Aufsehen gesorgt.

Ihre Schallschutzbebauung besteht aus einem Wohnriegel mit zwei bis fünf Wohnungen pro Geschoss. Nördlich davon befinden sich Häuser mit meist fünfeckigem Grundriss, die durch zentral gelegene Treppenhäuser erschlossen werden. Das Quartier wird zudem ein Haus für Kinder (Krippe, Kita) und elf Künstlerateliers erhalten. 

 

 

Pressemeldung:  GEWOFAG baut Wohnanlage in Hadern neu

 

An der Ludlstraße, direkt an der Grenze zwischen den Stadtteilen Hadern (Bezirksteil Blumenau) und Laim (Bezirksteil St. Ulrich), plant die GEWOFAG auf einem ungefähr 30.000 Quadratmeter großen Areal ein attraktives Quartier mit rund 340 Wohnungen, ergänzt durch vielfältige soziale Einrichtungen. So entstehen dort unter anderem ein Quartierstreff, Künstlerateliers, Räume für ambulant betreute Wohngemeinschaften, ein Mehrgenerationenhaus, ein Familien- und Beratungszentrum, ein Kindertageszentrum sowie ein „Haus für Kinder“.

Für das Projekt an der Ludlstraße hat die GEWOFAG einen Realisierungswettbewerb auf der Grundlage des Ideenwettbewerbentwurfs Lorber + Paul Architekten vom Sommer 2013 ausgelobt, an dem sich nun zwölf Architekten-Teams beteiligten. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Ludwig Wappner hat entschieden, den ersten Preis an AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien, mit el:ch Landschaftsarchitekten GbR, München zu vergeben. Gebaut wird voraussichtlich ab 2017. Insgesamt investiert die GEWOFAG in das Projekt nach heutiger Kostenberechnung rund 90 Millionen Euro.

 

Anforderungen gelungen umgesetzt

In der Bewertung der Jury heißt es zum Siegerentwurf von AllesWirdGut Architektur mit el:ch Landschaftsarchitekten unter anderem: „Der geforderte Wohnungsmix wird schlüssig umgesetzt. Die Punkthäuser werden durch einen sehr effizienten zentralen Erschließungskern erschlossen, welcher eine eigenständige Geometrie aufweist und ein angenehmes Entree auf jeder Etage verspricht. (...)

 

Die südliche Schallschutzbebauung besteht aus zwei- und fünfspännig organisierten Häusern. (...) Die Geometrie der polygonalen Außenhülle wird in den vorgeschlagenen Grundrissen im Inneren umgesetzt. (...) Somit wird die polygonale Baukörpervorgabe des Städtebaus schlüssig umgesetzt und kann dem neuen Quartier Ludlstraße eine eigenständige, unverwechselbare Adresse verleihen. (...) Die Differenzierungen von wohnungsnahen Freiflächen auf grünen, leicht erhöhten „Gartenschollen“ und dem Wegesystem innerhalb der Wohnsiedlung ermöglicht die Gestaltung abwechslungsreicher Grün- und Freiflächen.“

Viel Platz für Familien

Die GEWOFAG baut an der Ludlstraße Wohnungen gemäß den Kommunalen Wohnungsbauförderprogrammen A und B, München-Modell-Wohnungen sowie freifinanzierte Wohnungen. Ein Großteil der der Ein- bis Fünf-Zimmer-Einheiten ist dabei für Familien vorgesehen. Für sie wird Wohnen an der Ludlstraße auch durch die entstehenden sozialen Angebote attraktiv: Das Familien- und Beratungszentrum bietet Unterstützung und mit dem „Haus für Kinder“ für drei Kindergarten- und drei Kinderkrippengruppen mit insgesamt 111 Plätzen sowie dem Kindertageszentrum KITZ für acht altersgemischte Gruppen mit zusammen 120 Plätzen entstehen umfangreiche Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor Ort.

Nachbarschaftliches Miteinander

Mieterinnen und Mieter an der Ludlstraße profitieren künftig von vielfältigen Angeboten für ein gemeinschaftliches Miteinander: Mit dem Quartierstreff entsteht ein Ort, an dem sich Nachbarn treffen, austauschen und verschiedene Kursangebote wahrnehmen können. Im Mehr- Generationen-Wohnhaus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Großhadern leben Familien, Singles und Paare verschiedener Altersstufen zusammen: Die generationen- übergreifende Hausgemeinschaft verfügt über 17 Wohnungen, einen Gemeinschaftsbereich mit Küche sowie ein Gästeappartement.

Außerdem plant die GEWOFAG auf dem Gelände voraussichtlich elf Künstlerateliers, die teilweise als Wohnateliers genutzt werden können. Damit können sich Künstler im Quartier an der Ludlstraße ansiedeln und bezahlbare Arbeitsräume erhalten.

Kleinteilige Bebauung hinter Schallschutz

Nachbarschaftliches Miteinander fördert auch die kleinteilige Bebauung des Areals mit mehreren Häusern mit jeweils maximal 30 Wohnungen. Ergänzt wird diese Bauweise durch eine attraktive Schallschutzbebauung – mit dennoch hohem Wohnwert. Das gesamte Quartier wird so optimal vor Verkehrslärm, der vor allem von der Autobahn herrührt, geschützt. Damit steigt die Lebens- und Wohnqualität im Quartier an der Ludlstraße.

 

Ausstellung

Entwürfe des Realisierungswettbewerbs bis 18. März 2015 öffentlich ausgestellt. Interessierte können die Entwürfe des Realisierungswettbewerbs vom 5. bis 18. März 2015 im Forum der GEWOFAG-Hauptverwaltung in Ramersdorf, Kirchseeoner Straße 3, 81669 München, besichtigen. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 07:15 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet, freitags von 07:15 bis 17:00 Uhr.

 

GEWOFAG

Die GEWOFAG ist mit rund 35.000 Wohnungen Münchens größte Vermieterin. Sie stellt seit über 85 Jahren den Münchner Bürgerinnen und Bürgern Wohnraum zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung und bietet damit Alternativen im angespannten Münchner Wohnungsmarkt. Neben Neubau und Vermietung sind die Sanierung und Instandsetzung des Wohnungsbestands die wichtigsten Aufgaben der GEWOFAG. Der GEWOFAG-Konzern mit dem Tochterunternehmen Heimag München GmbH beschäftigt in München rund 790 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Quelle: pressemeldung GEWOFAG vom 05.03.2015

Visualisierung des Siegerentwurfs von AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien