Megalopolis: Megastädte in Kunst und Klimaforschung

Obwohl die Megastädte nur zwei Prozent der Erdoberfläche bedecken, verbrauchen sie rund 80 Prozent der weltweit erzeugten Energie und 85 Prozent der Treibhausemissionen. Die Ausstellung „Megalopolis der ERES-Stiftung zeigt bis zum 26. Juli mit Fotografien von Künstlern, Entwürfen von Architekten und Vorträgen Erscheinungen, Folgen und mögliche Lösungen auf.

 

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Schon jetzt leben dort über 50 Prozent der Weltbevölkerung, Tendenz steigend. Viele Ballungsräume wachsen durch den permanenten Zuzug und hohe Geburtenraten ins Gigantische. Tokyo, Delhi, Mexiko City, New York oder Shanghai: Diese und andere Megastädte, die – je nach Definition – mehr als fünf oder zehn Millionen Einwohner zählen, sind das Ergebnis der ungeheuren Dynamik unserer Zeit. Unterschiedlichste Schicksale und Lebensentwürfe treffen aufeinander. Als wichtige Zentren von Politik, Wirtschaft und Kultur spielen Megastädte eine Schlüsselrolle im Globalisierungsprozess. Erst in den letzten Jahren rückt ihr massiver Einfluss auf den Klimawandel ins Bewusstsein. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen sind alarmierend: Obwohl sie nur zwei Prozent der Erdoberfläche bedecken, verbrauchen urbane Regionen und Megastädte rund 80% der weltweit erzeugten Energie. Und auf ihr Konto gehen ca. 85% der globalen Treibhausgasemissionen! Doch sind die Städte nicht nur Mitverursacher sondern auch Opfer der Klimaerwärmung. Viele von ihnen liegen an der Küste und werden deshalb besonders stark mit den Konsequenzen zu kämpfen haben. Auch die immer häufiger auftretenden Hitzeperioden machen sich in Großstädten besonders drastisch bemerkbar.

 

Die ERES-Stiftung zeigt eine Ausstellung mit begleitendem Veranstaltungsprogramm, das Megastädte als treibende Faktoren im globalen Klimageschehen untersucht. Künstler und Naturwissenschaftler gehen u.a. der Frage nach, wie sich Stoffkreisläufe in Ballungsräumen entwickeln und verbessern lassen, weshalb diese Regionen einen so hohen Anteil an der weltweiten CO2-Emission haben und welche Anstrengungen unternommen werden müssen, damit aus Megastädten keine kollabierenden Riesen, sondern pulsierende Zentren einer nachhaltigeren Welt werden.

Die Künstler

Georg Aerni, Peter Bialobrzeski, Adam Magyar, Ton Matton, Marjetica PotrÄŤ, Reynold Reynolds, Urban-Think Tank, Mark Wallinger:

Außerdem Architektur-Utopien von MVRDV, Rotterdam/Shanghai, WOHA Architects, Singapur und Vincent Callebaut Architectures, Paris u.a.

 

Vorträge und Dialoge:

30. MAI 2014, 19 UHR: 

Prof. Dr. Gerhard Schmitt, ETH Zürich „Futures Cities Laboratory“, Direktor des ETH-Centres in Singapore und Senior-Vice President ETH Global „Singapurs urbaner Metabolismus: Wie effektivere Stoffkreisläufe das Weltklima verbessern können“; Prof. Alfredo Brillembourg, Urban Think Tank, ETH Zürich, Department Architektur; „Radical Cities: Beispiel Caracas/Torre David“ (in englischer Sprache)

9. JULI 2014, 19 UHR:           

Prof. Dr. Frauke Kraas, Geographisches Institut, Universität zu Köln; Prof. Dr. Wilfried Endlicher, Geographisches Institut, Humboldt-Universität zu Berlin; „Asiatische Megastädte – Motoren des globalen Wandels“; Anschließend Podiumsgespräch mit dem Künstler Georg Aerni über seine Fotoserien „Promising Bay“ (Mumbai) und „Slopes & Houses“ (Hong Kong)

JULI 2014 (Genauer Termin wird noch bekannt gegeben)           

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam, ehem. Bundesumweltminister und langjähriger Direktor des UN-Umweltprogramms „Wie Megastädte über unsere globale Zukunft entscheiden“

 

Megalopolis

Ort: ERES-Stiftung 


Römerstr. 15

D–80801 München

 

Quelle: ERES Pressemeldung

Bilder: U-TT (Urban-Think Tank) Torre David: Informal Vertical Community, 2011-2012/2014 © Iwan Baan in collaboration with U-TT/ETH; Reynold Reynolds Istanbul, 2005 © Reynold Reynolds und Galerie Zink, Berlin; Peter Bialobrzeski Shanghai, 2001 Museum für Arbeit, Hamburg © Peter Bialobrzeski und Museum für Arbeit, Hamburg