NUP - Pasing wertet auf

Ein Meilenstein für das Pasinger Zentrum ist geschafft: Die Nordumgehung (NUP) entlastet nach viereinhalbjähriger Bauzeit den historischen Ortskern Pasings vom Durchgangsverkehr. Die NUP bringt auch eine Aufwertung des Immobilienmarktes im Westen Münchens.

 

Schon zu seiner Zeit als Zweiter Bürgermeister Anfang der 1990er- Jahre hätten ihn die Pasinger gefragt, so OB Christian Ude, wann endlich die Umgehungsstraße komme. "Auf jeden Fall noch in meiner Amtszeit“, lautete Udes stereotype Antwort in den Folgejahren. Am 18. Dezember konnte er die Umgehung des Pasinger Zentrums endlich einweihen.

Die Nordumgehung Pasing (NUP) ändert nun entscheidend das Hauptstraßennetz im Münchner Westen. Anstelle der Achse Bodensee-/Landsberger Straße wird nun der Ortskern von Pasing umfahren. Insgesamt kostete die 2,2 Kilometer lange Route (siehe Plan unten) zwischen Landsbergerstraße am Knie und der Kreuzung Bodensee-/Lortzingstraße rund 74 Millionen Euro.

Die NUP ist zusammen mit der Bebauung an den Zentralen Bahnanlagen, die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und die Verlagerung der Tram-Endhaltestelle zum Bahnhofsplatz Teil eines städteplanerischen Konzepts, das Pasing deutlich aufwertet. Die NUP ist in der Planung ein Gemeinschaftswerk der IG NUP, Schöneberg und Partner und den ISB Scholz Beratende Ingenieure. Größter Neubau ist dabei das Einkaufszentrums Pasing Arcaden, dessen zweiter Komplex im Februar eröffnet wird.

In einem neuen Terminalgebäude sind die früheren Verkehrs- und Serviceeinrichtungen der Bahn, weitere Verkaufs-, Lager und technische Betriebsflächen sowie Läden untergebracht. Durch eine unterirdische Bike+Ride-Anlage mit gmit Abstellmöglichkeiten für 750 Räder erfährt der Radverkehr eine Aufwertung.

Optische Weite und Helligkeit erhält der Fuß- und Radwegtunnel durch den, auf blaue Fliesen gedruckten Wolkenhimmel von Haubitz+Zoche. Die Künstlerinnen Sabine Haubitz und Stefanie Zoche bewegen sich mit ihrer Installation „Sieben Flieger“ in dem Spannungsfeld: Der Gestaltung der Wolken zwischen Naturwissenschaft sowie der Künste und zugleich in dem Symbol für Freiheit, Weite, Dynamik. Der Betrachter tritt den Wolken aus einer aufgeklärten Perspektive gegenüber, denn er weiß, dass es sich dabei um eine Ansammlung feinster Tröpfchen im Gasgemisch der Luft handelt. Dieser moderne Blick findet seine Entsprechung in den sechs Fliegern, die sich in dem Wolkenpanorama zu beiden Seiten des Tunnels finden lassen. „Sieben Flieger“ werden es mittels der Perspektive, die eine Aufnahme aus dem Flugzeug suggeriert. Nicht nur der vorbeirauschende Fahrradfahrer, sondern auch der Fußgänger meint zu fliegen. Die Installation spielt mit der Sehnsucht nach dem Sicheinsfühlen mit der Natur. Es ist ohne Zweifel ein erhabenes Gefühl, auf Augenhöhe mit den Wolken zu schweben.

Nun steht für Pasing noch ein weiteres Verkehrsprojekt an: Die Anbindung an des U-Bahn-Netz. Bis zur geplanten Verlängerung der U-Bahnlinie U5 vom Laimer Platz zum Bahnhof Pasing, wird es allerdings noch Jahre dauern. Christian Ude wird als OB diese Haltestelle nicht mehr einweihen.

Weitere Informationen:

Baureferat München: Dokumentation des Nordumgehung Pasing

Haubitz+Zoche: Sieben Flieger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder: Tom Kohues, Haubitz+Zoche

Karte: Landeshauptstadt München