Olympiapark erhält Architekturpreis Klassik Nike

Der Bund Deutscher Architekten BDA zum dritten Mal den Architekturpreis "Nike" verliehen. Erstmalig wurde 2013 die "Klassik-Nike" für den besonderen Wert eines Bauwerks oder städtebaulichen Projekts verliehen. Der Preis ging an den Olympiapark mit dem Olympiastadion und dem Olympiazeltdach in München.



 

Der Münchner Olympiapark hat sich mit der Auszeichnung im Finale gegen die prominenten Konkurrenten Rathaus Bensberg und den Kanzlerbungalow durchsetzen können. Mit dem Preis wurde einerseits der Beitrag, den der Olympiapark in seiner Entstehungszeit geleistet hat, gewürdigt, als auch seine Bewahrung und das hohe Engagement bei seinem Unterhalt.

„Nach wie vor wirken Olympiapark und Olympiadach zeitlos schön und sind – im Gegensatz zu vielen anderen Olympiastätten weltweit – mit Leben gefüllt. Mit dieser hohen Wertschätzung durch die Bevölkerung erfüllen die Münchner Sportstätten das Kriterium der ästhetischen Nachhaltigkeit wie kein anderes Bauwerk unserer jüngeren Vergangenheit. Daher ist die Würdigung durch die erstmals verliehene ,Klassik-Nike' eine wichtige Entscheidung, die vielleicht nicht überrascht, aber auf diese Weise die außergewöhnlich hohe und in all den Jahren der Nutzung bewährte Qualität des Olympiadachs und des Olympiaparks hervorheben möchte“, so die Begründung der Jury. Auch heute noch, nach vier Jahrzehnten, hat der Olympiapark (Bild oben) mit dem Olympiastadion (Bild links) nichts von seiner zukunftsweisenden Wirkung verloren. â€¨

Architekten: Behnisch & Partner, Stuttgart/München: Günter Behnisch, Fritz Auer, Winfried Büxel, Erhard Tränkner, Karlheinz Weber – Wettbewerb mit Jürgen Joedicke, Stuttgart; Landschaftsgestaltung mit Günter Grizmek, Kassel/München â€¨Überdachung der Hauptsportstätten: Behnisch & Partner, Stuttgart, Frei Otto, Warmbronn, Leonhardt + Andrä mit Jörg Schlaich, Stuttgart â€¨Visuelles Erscheinungsbild: Otl Aicher, Ulm/Rotis
Bauherr: Olympiabaugesellschaft mbH, München

In sechs Preiskategorien – Symbolik, Atmosphäre, Fügung, Komposition, Soziales Engagement und Neuerung – wurden Architekten und Bauherren für vorbildhafte Beiträge zu Architektur und Städtebau gewürdigt. Der Hauptpreis "Große Nike", eine Plastik des Bildhauers Wieland Förster, ging an den Schweizer Architekten Peter Zumthor und das Erzbistum Köln für das Kunstmuseum Kolumba in Köln (Bild links). Die "Große Nike 2013" als Hauptpreis würdigt den Schweizer Peter Zumthor als Architekten und das Erzbistum Köln als Bauherrn für das Kunstmuseum Kolumba in Köln. Mit diesem Museum hat Peter Zumthor ein „Gesamterlebnis“ geschaffen, das seine ästhetische Kraft aus der meisterlichen Entwurfsarbeit schöpft, die sich mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzt und den Dialog mit der künstlerischen Sammlung eingeht. "Peter Zumthor trifft in dem Gebäude Kolumba auf die grundlegenden Fragen der Architektur, bezogen auf Raum, Zeit, Material und Stadtgestalt. Seine Antwort inspiriert auf wunderbare Weise zum Sehen, zum Fühlen, zum Erleben und zum Nachdenken. Kolumba ist zu einem würdevollen Ort geworden durch Schlichtheit und eine sehr präzise Architektur, die in jedem Detail überzeugt", begründet die Jury ihre Wahl.

Insgesamt wurden für die Nike 2013 von den BDA-Landesverbänden mehr als 60 herausragende Gebäude und städtebauliche Arbeiten aus den letzten Jahren nominiert. Die Jury, der neben den Architekten Andreas Emminger (Nürnberg), Michael Frielinghaus (Friedberg), Françoise-Hélène Jourda (Paris) und Anne Kaestle (Zürich) der Architekturkritiker Roman Hollenstein (Zürich), die Stadtplanerin und Staatsrätin a.D. Ulla Luther (Berlin) und der Direktor des DAM Peter Cachola Schmal (Frankfurt) angehörten, wählte aus den Nominierten folgende Preisträger aus:

 

Nike für Atmosphäre: Kolumba Kunstmuseum, Köln
Architekten: Atelier Peter Zumthor & Partner, Haldenstein
Bauherr: Erzbistum Köln, Generalvikariat, Köln.

Nike für Symbolik: Schneekirche, Mitterfirmiansreut
Architekten: Köberl Döringer Architekten, Passau
Bauherr: Verein 100 Jahre Schneekirche Mitterfirmiansreut e.V.

Nike für Fügung: Erweiterung Nya Nordiska, Dannenberg
Architekten: Staab Architekten, Berlin
Bauherr: NYA Nordiska Verwaltungs GmbH, Dannenberg.

Nike für Komposition: Tannerhof, Bayrischzell
Architekten: Florian Nagler Architekten, München
Bauherr: Tannerhof GmbH & Co. KG, Bayrischzell.

Nike für Neuerung: Erweiterung Städel Museum (Bild links), Frankfurt am Main
Architekten: schneider+schumacher, Frankfurt am Main
Bauherr: Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main.

Nike für soziales Engagement: Betriebsrestaurant mit Auditorium, Ditzingen
Architekten: Barkow Leibinger, Berlin
Bauherr: TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen.

Quelle: Pressemeldung BDA

Bilder: Olympiapark München GmbH, wikipedia, Städel Museum - Städelsches Kunstinstitut