Ergebnis zur Portalklinik auf Campus Innenstadt

Beim beschränkten Wettbewerb zum Neubau einer Portalklinik in der Nähe des Sendlinger Tor gewannen Nickl & Partner Architekten zusammen mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten den ersten Preis. Die Münchner konnten sich gegen eine harte Konkurrenz, darunter die gmp Architekten – von Gerkan, Marg und Partner durchsetzen.

Westlich des Sendlinger – zwischen Lindwurmstraße und Nußbaumstraße – und neben dem Park der Kirche St. Matthäus von Gustav Gsaenger soll für das Klinikum der Universität München auf dem Campus Innenstadt eine Portalklinik errichtet werden. Es befindet sich inmitten des Klinikviertels in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Für diesen Eingangsbereich mit den Resten des von Carl von Fischer errichteten erstem Klinikgebäude wurde ein beschränkter Wettbewerb ausgeschrieben, der im November entschieden wurde:

1. Preis: Nickl & Partner Architekten zusammen mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten (Bild oben, Plan links).

2. Preis: gmp Architekten – von Gerkan, Marg und Partner zusammen mit Landschaftsarchitekt Philipp Sattler (Bild unten links)

3. Preis: woernerundpartner Architekten zusammen mit club L94, Köln

4. Preis: RRP architekten + ingenieure, München

Den Siegerentwurf kennzeichnen klare städtebauliche Strukturen, die zwischen den bestehenden Bebauungsstrukturen des umgebenden Stadtgebietes und des Klinikareals vermitteln, dabei aber gleichzeitig die notwendige Zusammenfassung von Funktionen einbeziehen.  Der geplante Bau rückt mit seinem Sockelgeschoss bis an die Umfassungsmauer des Grundstücks heran, nimmt jedoch gleichzeitig die umgebende städtebauliche Struktur auf, die von Rücksprüngen mit grünen Vorgärtenzonen geprägt ist.

 

Die Preisrichter begründen ihre Entscheidung wie folgt: „Die Verfasser suchen nach einer respektvollen und innovativen städtebaulichen Konzeption. Dem Altbau wird seine führende Rolle überlassen. Der Neubau ist hier mit einem schmalen zweigeschossigen Element mit dem Altbau verbunden. Der Hauptbau der neuen Portalklinik übernimmt die Traufhöhe des Altbaus. Der westliche Pavillon an der Nußbaumstraße orientiert sich am Gesims der Psychiatrischen Klinik. Die neuen Baukörper liegen auf eingeschossigen Raumstreifen. So entsteht eine Atmosphäre von Offenheit und Transparenz im Gegensatz zu den mächtigen Altbauten. Die Erdgeschosszone ist längs der Straße mit Vor- und Rücksprüngen gegliedert, die mit den alten Portalen besetzt werden und Einblicke in Gärten und offene Nutzungen erlauben. Der Außenraum des ganzen Areals wird zu einem vielfältigen Garten mit Beeten und Höfen gestaltet. Dabei wird die Portalklinik auch zu einem liebenswürdigen Partner zur anderen Seite der Nußbaumstraße.“ (…)

„Das Projekt besticht durch seine Poesie und Integration in das Umfeld. Aus der Struktur der Ludwigsvorstadt, in dem sich das Klinikviertel befindet, entwickelt der Verfasser ein Gebäude, das historischen und aktuellen Bezug in sich vereint. Historisch wird der Gartenstadtcharakter durch die zehn Freiflächen symbolisiert, welche die Aufenthaltsqualität im Areal des Baukörpers und außerhalb im Quartier fördern. Aktuell entsteht ein modernes Gebäude, das mit seiner großzügigen Gestaltung an der Ecke Nußbaum- / Ziemssenstraße eine weitere Entwicklung des Platzes zulässt. Die Ludwigsvorstadt ist in dieser Hinsicht sonst schlecht ausgestattet.“ (…)

„Der Aufenthalt in den Freiflächen stellt sich in einer Abfolge von „begrünten“ Zimmern im Inneren der Portalklinik und einem Patientengarten im Westen dar. Der Patientengarten dehnt sich vom Neubau bis zur Kinderpsychologie aus und wird als Platzfläche mit Bäumen überstanden ausgebildet. Seine Qualität liegt darin, dass er fast vollständig vom Klinik- Fahrverkehr freigehalten wird. Der Entwurf stellt eine sehr detaillierte Gestaltung der Patientengärten bezüglich Materialität, Farbgestaltung und Pflanzenauswahl dar."