Vom Innsbrucker Holz-Ufo zur barrierefreier Villa

Der Rosenheimer Holzbaupreis wurde zum vierten Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden von einer Fachjury und vom Publikum vorbildliche Holzkonstruktionen und hervorragende Projektbeispiele Die Arbeiten der Preisträger sind vom 21. Oktober bis zum 18. November im Haus der Architektur in der Waisenhausstraße 4 zu sehen.

 

Holzbaukonstruktionen haben in Bayern Tradition und nicht zuletzt im Rahmen des nachhaltigen Planens und Bauens erlebt die Verwendung regional vorhandener Materialien derzeit eine Renaissance. Der RosenheimKreis e.V., ein Zusammenschluss von Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Künstlern aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim, trägt  diesem Umstand mit dem von ihm vergebenen Rosenheimer Holzbaupreis Rechnung. Bereits zum vierten Mal wurde die Auszeichnung heuer vergeben.

Besonders erfreulich war die transnationale Resonanz im Alpenraum, da sich nicht nur Bauherren und Architekten aus Südostbayern, sondern auch aus München mit Stadt und Umland, dem Salzburger Land sowie Tirol an diesem Auszeichnungsverfahren beteiligt haben. Spektakulär von Außen ist die Form des 1. Preisträgers, die Binging Architekturwerkstatt in Innsbruck (siehe Bild oben, links und links unten). Eine Fachjury wählte die Preisträger aus, ein Publikumspreis wurde ebenfalls vergeben.

Ausstellung im Haus der Architektur


Vom 21. Oktober bis zum 18. November sind die Preisträger – vorbildliche Holzkonstruktionen und hervorragende Projektbeispiele – im Haus der Architektur zu sehen (siehe unten).  Zur Ausstellungseröffnung am 20. Oktober um 19 Uhr sprechen die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, die Rosenheimer Architektin Christine Degenhart, sowie der 1. Vorsitzende des RosenheimKreises e.V., Architekt und Stadtplaner Sven Grossmann. Der Eintritt zu Ausstellung und Eröffnung ist frei.

1. Preis
 Fachjury: Bilding Kunst- und Architekturwerkstatt
, Innsbruck, Tirol; Entwurfsverfasser: 
./studio3 – Institut für experimentelle Architektur, Universität Innsbruck (Tirol)

Begründung der Jury:
 Das Gebäude – ein sozialer Ort für kreative Bildung von Kindern und Jugendlichen – ist in Form und Funktion einzigartig und zukunftsweisend.

Die Anwendung des Werkstoffes Holz ist nach Ansicht der Jury in konstruktiver und gestalterischer Hinsicht außerordentlich gut gelungen. Der fließende Innenraum verschränkt sich durch Öffnungen und Terrassen mit der Umgebung und bietet ein intensives Raumerlebnis innen und außen. Die räumliche Komplexität entsteht durch die erstaunlich einfache Konstruktion von Tragwerk und Wandaufbauten. Die Jury spricht den Entwurfsverfassern eine besondere Würdigung aus für das Überwinden traditioneller Beschränkungen des Holzbaus, der auf überzeugende Weise in eine neue Form gebracht wurde. Es wurde in Zusammenarbeit mit Studenten, ehrenamtlichen Fachplanern und  der Stadt Innsbruck mit der Unterstützung von Firmen sowie Sponsoren  entwickelt und gebaut.

2. Preis
 Fachjury: Holzbau Meiberger (Bild oben links, links unten) Lofer, Land Salzburg; Entwurfsverfasser:
 LP Architektur ZT GmbH, Altenmarkt (Land Salzburg)

Begründung der Jury:
 Ein bestehendes Firmengebäude sollte zum Teil umgenutzt, erweitert und saniert werden. Die Besonderheit der Planungsaufgabe erforderte von den Architekten eine besondere Herangehensweise. Im fertigen Bauwerk sind die unterschiedlichen Nutzungen von Wohnen, Handel und Büros in eine ganzheitliche Gesamterscheinung integriert.

Eine Haut aus Holz umfasst formal überzeugend die bestehenden Gebäudeteile, Holzkonstruktionen ergänzen vorhandene Betonbaukörper. Vorgelagerte Loggien vermitteln zwischen Innen- und Außenraum. Insgesamt zeigen die Planverfasser beispielhaft, wie der nachhaltige Werkstoff Holz beim Bauen im Bestand eingesetzt werden kann.

Die »graue Energie« der bestehenden Bauteile kann weiter genutzt werden. Damit ist das Gebäude zukunftweisend für viele der in den nächsten Jahrzehnten anfallenden Bauaufgaben.

 

3. Preis
 Fachjury: Wohnanlage Kaspar Weyrer
 (Bild links und Bild links unten), Innsbruck Tirol; Entwurfsverfasser:
 ARGE Werner Burtscher, Stams (Tirol) und Patrick Lüth, Innsbruck (Tirol)

Begründung der Jury:
 Die Wohnanlage besticht durch die besondere Gebäudetypologie und die räumliche Qualität der öffentlichen und privaten Zonierung. Unter konsequenter Berücksichtigung des Geländeverlaufes entwickelt sich eine kleinteilige Gebäudestruktur, die maßstäblich der Wohnnutzung angemessen ist.

Die Wohnungstypen sind mit den konstruktiven Möglichkeiten des Holzbaus klar gegliedert und interessant gestaltet und bieten eine hohe Aufenthaltsqualität. Das Preisgericht sieht den Entwurf als innovativen Beitrag zum verdichteten Wohnungsbau.

Das fertige Gebäude zeigt, dass trotz enormer konstruktiver und technischer Anforderungen des Holzbaus im Mehrfamilienhausbau auch hohe architektonische Ansprüche erfüllt werden können. In diesem Sinne ist das Projekt auch wegweisend für die Zukunft.

1. Preis
Publikum: Haus Gigler
Neubeuern, Bayern; Entwurfsverfasser:
 Clemens Bachmann Architekten, München

2. Preis
-Publikum: â€¨Erweiterung eines bestehenden Ausstellungs- und Verkaufsgebäudes
Raubling, Bayern; Entwurfsverfasser:
Wagner+ GbR, Rosenheim

3. Preis
-Publikum: â€¨Natürlich barrierefrei
, Kuchl, Land Salzburg; Entwurfsverfasser: 
Planungsatelier Schörghofer, Kuchl (Land Salzburg, siehe Bild groß unten)

4. Rosenheimer Holzbaupreis (Ausstellung)

Ort: Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, München

Zeit: Ausstellungsdauer vom 21.10.2016 – 18.11.2016; jeweils Mo-Do von 9 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 15 Uhr (außer Wochenenden und Feiertagen).