Königsplatz: SWM baut sich und anderen 100 Wohnungen in Toplage

Die Stadt billigt Bau von 100 Wohnungen an der Katharina-von-Bora-Straße. Auf dem Areal des ehemaligen Heizkraftwerks in der Maxvorstadt wird ein neues innerstädtisches Wohnquartier mit rund 100 Mietwohnungen und den dazugehörigen Freiflächen entstehen.

 

Für das Projekt hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung in seiner letzten Sitzung des Jahres den vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2082a an der Katharina-von-Bora-Straße gebilligt. Die Stadtwerke München (SWM) werden als Eigentümer des zirka 0,7 Hektar großen Grundstücks im Bezirksteil Königsplatz der Maxvorstadt ein siebengeschossiges Wohngebäude mit einer Geschossfläche von zirka einem Hektar entwickeln. Geplant sind rund 100 neue Mietwohnungen mit einem differenzierten Angebot für unterschiedliche Bevölkerungs- und Einkommensgruppen. Die Wohnungen sollen als Werkswohnungen und als freie Mietwohnungen realisiert werden.

Für den erhöhten Umgebungsbedarf wird zusätzlich eine Kindertageseinrichtung mit zwei Kinderkrippengruppen und zwei Kindergartengruppen eingefügt. Zudem soll neben der bereits vorhandenen unterirdischen Fernwärmeverteilung auf dem Grundstück eine unterirdische Fernkälteanlage für den steigenden Bedarf an Fernkälte integriert werden. Bis zum Baubeginn wird das stillgelegte Heizkraftwerk weiter durch „Mixed Munich Arts“ genutzt. 2013/2014 fand ein nicht offener Realisierungswettbewerb statt. Die Planung beruht auf dem Entwurf des zweiten Preisträgers 03 Architekten GmbH/LeitWerk GmbH, München, mit dem Landschaftsarchitekturbüro Keller Damm Roser, München.

Quelle: Pressemeldung Referat für Stadtplanung und Bauordnung vom 8.12.2016

 

5.02.2014:  SWM erhält teure Werkswohnungen in Luxuslage

Auf Grund öffentlichen Drucks stoppte OB Christian Ude 2011 den geplanten Verkauf des ehemalige Heizkraftwerk in der Maxvorstadt. Statt 40 Millionen Euro zu erlösen, baut nun die SWM selbst eine Wohnanlage –  mit einem Drittel davon mit Werkswohnungen für die eigenen Mitarbeiter in Münchens bester Lage. Nun wurde der Architektenwettbewerb entschieden.

 

Seit einigen Jahren versilberten die Stadtwerke München (SWM) ihren innerstädtischen Besitz für viel Geld. Spätestens mit dem Bau des Luxusturms The Seven mit Deutschlands teuerstem Penthouse anstelle des ehemaligen Heizkraftwerks in der Müllerstraße im Gärtnerplatz erregten sich die sozialpolitischen Gemüter.

SPD-Oberbürgermeister und SWM-Aufsichtsratschef Ude stimmte dann auch dem Bieterverfahren für das Filetgrundstück in der Katharina-von-Borastraße im Herzen des Museumsviertels der Maxvorstadt zu.

Die „AZ“ zitierte dazu den CSU-Stadtrat Hans Podiuk: „2007 war das Ansinnen zu mehr sozialem Wohnungsbau auf diesem ehemaligen Stadtwerkegrundstück an Udes Verwaltung gescheitert.“ Die „Nutzung von Grundstücken für spezielle wohnungspolitische Zwecke würde zu einem geringerem Grundstückswert führen, welchen die Stadt den SWM durch eine Gesellschaftereinlage ausgleichen müsste“. Kurz vor dem Verkauf ruderte jedoch Ude zurück, da ihm dieser wohl politisch als zu heiß erschien. Denn am Ende des Bieterverfahren boten die Patrizia und die Alpha Invest die höchsten Summen – letztere hat zusammen mit der LBBW Immobilien „The Seven“ errichtet.

Die Ironie: Anstatt für die städtische SWM eine 40 Millionen Euro an Verkaufssumme zu erzielen, baut sich die SWM nun selbst eine Wohnanlage – davon ein Drittel mit Werkswohnungen für die eigenen Mitarbeiter: An einer Stelle, wo sich der Durchschnitts-Münchner nicht im Traum das Wohnen leisten kann. Eine Stadtspitze, die sich für die Interessen der Bürger einsetzt, würde lieber die SWM-Gebühren senken als sich seinen Mitarbeitern Werkswohnungen zu errichten.  Wohnungspolitik á la Ude: Statt Wohnungen für den Gemeindesäckel der Stadt an Reiche zu verkaufen, ziehen städtische SWM lieber gleich selbst ein.

Nun wurde der Architektenwettbewerb für den Neubau entschieden. Mit dem ersten Preis wurde – eine weitere Ironie – das Berliner Architektenbüro Leon Wohlhage Wernik ausgezeichnet – die Planer des Luxusturms „The Seven“.

Hier die Pressemeldung der SWM im Wortlaut: Die Preisträger des Architektenwettbewerbs für den Neubau von Wohnungen in der Katharina-von-Bora- Straße 8a stehen fest. Elf renommierte Architekturbüros hatten am Wettbewerb teilgenommen. Eine hochkarätige Jury hat nun drei Entwürfe prämiert.

Die  Planungsaufgabe war, ein städtebauliches, freiraumplanerisches und architektonisches Bebauungskonzept für innerstädtische Wohnungen zu entwickeln. Das Grundstück des ehemaligen Heizkraftwerks ist knapp 7.000 Quadrameter groß. Die SWM werden hier bis 2017 rund 100 Mietwohnungen mit einem Anteil von 34 Prozent sozial geförderten Wohnungen errichten, darunter auch Werkswohnungen. Im Rahmen ihrer „Ausbauoffensive Werkswohnungen“ wollen die SWM bis zum Jahr 2021 insgesamt 500 Werkswohnungen auf ehemaligen Betriebsarealen bauen. Die SWM investieren fast 80 Millionen Euro in den Wohnungsbau.

Die Preisträger sind:

1. Platz: LEON WOHLHAGE WERNIK (LWW), Berlin mit Thomanek Duquesnoy, Berlin (Landschaftsplanung)

2. Platz: 03 Architekten GmbH / LeitWerk GmbH, München mit Keller Damm Roser, München (Landschaftsplanung)

3. Platz: Meili, Peter Architekten München mit Doris Grabner, München (Landschaftsplanung)

Die SWM werden nun als Auslober mit allen drei Preisträgern Verhandlungen führen und nach deren Abschluss einen der Preisträger mit dem Planungsauftrag betrauen.

Die Beiträge aller Wettbewerbsteilnehmer werden vom 4. bis 18. Februar im Foyer der SWM Zentrale (Emmy-Noether- Straße 2, 80992 München; U1/U7 „Westfriedhof“, Tram 20/21 „Borstei“) ausgestellt. Die Ausstellung wird am Dienstag, 4. Februar, um 10.30 Uhr eröffnet.

 

Text: Lohrer/Pressemeldung SWM vom 15.01.2014

Bilder:

Renderings/Fotografien der Modelle von oben nach unten: Büro Leon Wohlhage Wernik, 03 Architekten GmbH LeitWerk GmbH, Meili, Peter Architekten München/SWM