Hadern-Blumenau: 440 neue Ersatzwohnungen für Siedlung Friedenheim

An der Ludlstraße  will die GEWOFAG und die GWG zusammen knapp 100 Millionen Euro investieren und 440 Wohnungen neu errichten. Der direkt an der A96 liegende Teil der Siedlung „Friedenheim“ soll abgerissen und durch neue, größere Wohnungen ersetzt werden. Nun wurde der Architektenwettbewerb für die neue Siedlung entschieden.

 

Die häufig eilig erbauten Zeilenbauten aus der Nachkriegszeit im Viertel Blumenau im Stadtbezirk Hadern gelten als problematisch, weil die Wohnungsgrundrisse nach heutigen Anforderungen zu klein und unflexibel sind und die Baustruktur schlecht ist. Auch dem deutlich angestiegenen Verkehrslärm können die Siedlungen nicht mehr abhalten. Eine Sanierung der Gebäude in einen zeitgemäßen Standard wurde im Vorfeld geprüft, ergab jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse und wäre nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand zu realisieren. Deshalb besteht die Absicht, das Areal städtebaulich zu entwickeln und neu zu bebauen.

Anstatt der engen Zeilenbebauung wünschten sich die städtische Wohnungsgesellschaften GEWOFAG und GWG als Auslober für den Neubau in Hadern mehr Flexibilität bei den Grundrissen und eine heterogenere Bewohnerstruktur, die auch durch unterschiedliche Finanzierungsmodelle erreicht werden soll. Wesentliches Ziel ist außerdem die Abschirmung der gesamten Siedlung gegen den Verkehrslärm der Autobahn.

Den Wettbewerb haben nun Lorber + Paul Architekten gewonnen. Bemerkenswert ist, dass sich, anders als heute meist üblich, keine Blockstruktur durchsetzen konnte, sondern eine aufgelockerte Bebauung, die  ebenso an die 50er Jahre erinnert wie sie auch Ideen der Stadtvilla aufgreift.

Die Jury unter dem Vorsitz von Ludwig Wappner sagt zum 1. Preis: „Der Entwurf schlägt eine geschlossene, gut lärmgeschützte Bebauung entlang der angrenzenden Straßen vor und schafft einen locker mit Punkthäusern bebauten grünen Innenraum. Dadurch entsteht eine starke städtebauliche Struktur, die eine durchgängige Gestalt und eindeutige Adresse erwarten lässt.“

 



„Der Siegerentwurf hat eine außergewöhnliche Architektursprache mit fünfeckigen Punkthäusern und einer durchgehenden Bebauung entlang der Autobahn. Sie bietet einen eigenen Charakter und einen kraftvollen Auftritt für das Quartier“, lobt Gordona Sommer, Geschäftsführerin der GEWOFAG. „Wir wollen an der Ludlstraße ein lebendiges Quartier mit gut funktionierender Nachbarschaft für Familien mit Kindern, aber auch für ältere Menschen bauen.“ 

Hans-Otto Kraus, technischer Geschäftsführer der GWG München kommentiert das Wettbewerbsergebnis wie folgt: „Die sehr gut strukturierte und teilweise modular konzipierte Bebauung entspricht auch den funktionalen und gestalterischen Erwartungen der GWG München. Zum Schluss wird eine gemeinsame Siedlung der städtischen Wohnungsunternehmen mit völlig neuer Lebensqualität an diesem Standort stehen.“

Geplant sind rund 440 neue geförderte und frei finanzierte Wohnungen sowie München-Modell-Wohnungen und eine Tiefgarage. Insgesamt entsteht doppelt so viel Geschossfläche wie bisher vorhanden ist, denn die Wohnungen bieten mehr Platz. Ebenso werden soziale Einrichtungen wie eine betreute Wohngemeinschaft für acht bis zehn stark pflegebedürftige Menschen, ein KITZ Kindertageszentrum für acht altersgemischte Gruppen sowie ein Haus für Kinder mit jeweils drei Kindergarten- und Kinderkrippengruppen für insgesamt 240 Kinder auf dem Areal beheimatet. Hinzu kommen ein Kinder- und Jugendtreff unter der Obhut des Jugendamtes, ein privat geführter Quartierstreff und ein Bewohnertreff unter Regie des städtischen Sozialreferates.

Hervorgehoben wird außerdem die gute Verknüpfung zum öffentlichen Nahverkehr und der zu erwartende „weitgehende Erhalt der Bestandsvegetation.“ Auch lasse die „aufgelockerte Punktbebauung“ auf hochqualitative und flexible Wohnungen schließen, während das „Spiel der Größen“ eine „individuelle Gestaltung und Wahrnehmbarkeit“ verspricht. Kritisch wird allerdings die mittige Wegeführung gesehen, da sie die „Grünflächen zerschneidet und zu Resträumen reduzieren kann.“

Insgesamt ergab sich unter den Teilnehmern folgende Preisverteilung:

1. Preis: Lorber + Paul Architekten mit club L94 Landschaftsarchitekten, beide Köln


2. Preis: AllesWirdGut Architektur ZT, Wien, mit el:ch landschaftsarchitekten, München


3. Preis: de la Ossa Architekten mit kübert landschaftsarchitektur, beide München

 

 

 

Bilder, Animationen: Lorber + Paul Architekten