Obersendling: Bauleitplanung um Siemens-Hochhaus

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat am 2. Dezember 2015  beschlossen, den prämierten Entwurf von Rapp+Rapp B.V., Amsterdam, mit Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin, der weiteren Bauleitplanung für das künftige Quartier nördlich der Siemensallee mit 1270 Wohnungen zu Grunde zu legen.

 

 

Für den Bereich „Campus Süd“ der Patrizia Deutschland GmbH und für die geplante Umnutzung des Hochhauses an der Baierbrunner Straße 54 wird jeweils ein separater Bebauungsplan aufgestellt. Für die geplante Umnutzung des Hochhauses empfahl die Jury den Entwurf des Büros Meili Peter Architekten aus München. Der Entwurfsverfasser hat sich in herausragender Weise mit dem Gebäudebestand auseinandergesetzt und ein breitgefächertes Angebot an Wohnungsgrundrissen erarbeitet. Die Umnutzung des Hochhauses soll als vorhabenbezogener Bebauungsplan erfolgen. Die beiden Verfahren werden inhaltlich eng verknüpft und zeitlich parallel geführt.

Auf dem Gesamtareal mit einer Fläche von zirka 11,5 Hektar soll ein lebendiges Wohnquartier für etwa 1000 neue Wohnungen mit Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen sowie umfassenden Grün- und Freiflächen entstehen. Durch die Umnutzung des Hochhauses werden zusätzlich zirka 270 Wohnungen geschaffen.

Städtebau und Hochbau zeigen ein hohes Potenzial an Möglichkeiten für die Identifikation der zukünftigen Bewohnerschaft mit dem neuen Quartier. Die Planungsverfahren wurden mit insgesamt vier Informationsveranstaltungen im Rahmen der erweiterten Bürgerbeteiligung begleitet.

Quelle: Landeshauptstadt München vom 3.12.2015

 

 

Juni 2015: Die Siegerentwürfe für das neue Wohnquartier

Die Entwicklung des letzten Bauabschnitts der Campus-Süd kommt voran: Nördlich der Siemensallee will die Patrizia über 1000 Wohnungen errichten. Hubert Haupt wird das Siemens-Hochhaus umbauen. Nun stehen mit Meili, Peter Architekten sowie Rapp + Rapp die Sieger der Architektenwettbewerbe fest.

 

Nachdem die Wohnbebauung östlich der Baierbrunner Straße im Bezirksteil Obersendling des 19. Münchner Stadtbezirks fertig gestellt ist, nähert sich die Bebauung des westlich der Baierbrunner Straße und nördlich der Siemensallee gelegenen Gebiet auf dem ehemaligen Siemens-Areal dem Baustart. Der Münchner Projektentwickler Hubert Haupt hatte das gesamte dem Siemens Konzern gehörenden Bereich einschließlich des 75 Meter hohen Siemens-Hochhauses – dem ehemaligen Sitz der Siemens-Konzernzentrale – vor einigen Jahren erworben und unter den Namen Südseite entwickelt. Große Teile des östlichen Bereichs hatte Haupt an die Projektentwickler Baywobau und Terrafinanz, Klaus Wohnbau und Pandion Real Estate (Köln) veräußert, die dort vier Wohnhochhäuser errichtet hatten.

Nun steht die Entwicklung des westlichen Teils des Campus Süd nach der Entscheidung der Wettbewerbe an. Haupt ist weiterhin im Besitz des Siemens Hochhaus und will es zur Wohnnutzung umbauen. Der westlich und nördlich gelegene Abschnitt hat die Augsburger Patrizia AG erworben und hat dafür ebenfalls einen Wettbewerb ausgeschrieben.

 

Umbau des Siemens-Hochhauses

 

Drei Architekturbüros wurden von der Hubert Haupt Immobilien Holding beauftragt auszuloten, wie von Franz Maurer im internationalen Stil eines Mies van der Rohe entworfene Siemens- Hochhaus umgenutzt werden kann. Die ausgewählten Architekturbüros waren Meili, Peter Architekten Zürich/München, das Wiener Büro querkraft und Planquadrat aus Darmstadt.  dem Urteil des Für die geplante Umnutzung des Hochhauses empfahl die siebenköpfigen Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Dr. Franz Pesch den Entwurf des Büros Meili Peter Architekten, München der weiteren Planung zugrunde zu legen. Der Entwurfsverfasser hat sich in herausragender Weise mit dem Gebäudebestand auseinandergesetzt und ein breitgefächertes Angebot an Wohnungsgrundrissen erarbeitet.

Der Entwurf von Meili, Peter sieht unter anderem eine Skylounge auf dem Dach des Hauses, Gastronomie und eine Kindertagesstätte sowie Räume für ein Multimedia-Center vor. Von unten nach oben gliedert sich das Gebäude in ein Basisgeschoss für die öffentliche Nutzung, ein Sockelgeschoss für die Verbindung von Wohnen und Arbeiten, sowie die Zwischen-, Hoch- und Dachgeschosse für unterschiedliche Wohnungskonzepte. Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 1,5 und fünf Zimmern, so dass auch innerhalb der Geschossblöcke ganz unterschiedliche Wohnungstypen entstehen werden – vom Apartment über Galerie- und Atelierwohnungen bis zu zweigeschossigen Maisonetten.

„Das Konzept der urbanen Vielfalt, so wie wir es mit dem Stadtquartier Südseite bisher an diesem Standort erfolgreich verwirklicht haben, findet nun seine Fortsetzung in der Vertikalen“, so Hubert Haupt: „Der Turm wird definitiv eine Bereicherung des Münchner Südens.“

 

 

Westlicher Teil des Siemens-Campus

Der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb fand von November 2014 bis Januar 2015 statt: 22 Büros, die über ein Auswahlverfahren ermittelt worden waren, entwarfen ein Gesamtkonzept und bezogen auch das bestehende Hochhaus mit ein. Am 10. und 11. Februar 2015 prämierte das Preisgericht die Wettbewerbsbeiträge folgender Arbeitsgemeinschaften gleichrangig als Preisgruppe:

Blaumoser Architekten, Starnberg, mit Zaharias Landschaftsarchitekten, München

Lauber + Zottmann Architekten, München, mit Valentien + Valentien, Weßling

Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten, Berlin

Rapp + Rapp, Amsterdam, mit Lützow 7 C. Müller J. Wehberg, Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin

Raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung, Frankfurt, mit ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin

Danach wurden die Entwürfe überarbeitet - die Empfehlungen des Preisgerichts wurden dabei ebenso einbezogen wie die Anregungen aus der Öffentlichkeit. Am 8. Mai 2015 hat die Jury aus der gleichrangigen Preisgruppe einen Sieger gekürt: Der Entwurf von Rapp + Rapp, Amsterdam, mit Lützow 7 Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin überzeugte mit hoher Aufenthaltsqualität und städtebaulicher Prägnanz.

Der Entwurf des in Amsterdam tätigen, aus München stammenden Architekt Christian Rapp sieht zu Füßen des Hochhauses eine Wohnanlage aus sieben dreizehngeschossigen Punkthäusern, die sich über fünfgeschossige geschwungene Häuserzeilen erheben, vor. Als Vorbilder für die Entwurfsgestaltung nannte Rapp die Borstei in Moosach mit ihren parkartigen Innenhöfen, sowie die nördlich der Boschetsrieder Straße gelegene Siemens-Siedlung mit ihren Sternhäusern. Die Häuserzeilen sollen allerdings die Höfe nicht wie bei der Borstei komplett umschließen, sondern laufen als Mäander kreuz und quer durch das fast elf Hektar große Gelände. Kein Gebäudesegment ist dabei länger als 60 Meter, was dem Eindruck monotoner Riegel entgegenwirken soll.Die Patrizia AG will damit bis 2020 rund 1270 Wohnungen errichten.

 

Ausstellung der Entwürfe

Die Entwürfe für Hochhaus und Campus-Süd waren bis Pfingstmontag, 25. Mai, im Siemens-Gebäude 1749, Hofmannstraße 63 (Zugang über Zufahrt Siemensallee) zu sehen. 

Quellen: Pressemeldungen Hubert Haupt Immobilien Holding, Patrizia AG, Landeshauptstadt München

Visualisierungen: Rapp + Rapp, Amsterdam, mit Lützow 7 C. Müller J. Wehberg, Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin; Meili Peter Architekten