Pritzker-Preis 2011 für Souto de Moura

Der 1952 geborene portugiesische Architekt Eduardo Souto de Moura wurde Ende März mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Der "Nobel-Preis für Architektur", der 1979 von dem Besitzer der Hyatt-Hotelkette, Jay A. Pritzker, gestiftet wurde, ist mit 100.000 US-Dollar dotiert. Er gilt als weltweit renomierteste Auszeichnung im Bereich der Architektur.

„Eduardo Souto de Mouras Architektur ist nicht offensichtlich, frivol oder pittoresk, sondern voller Intelligenz und Ernsthaftigkeit“, begründete die Jury die Vergabe des diesjährigen Preises. Die Pritzker-Jury würdigte vor allem die zurückhaltende, sich der Umgebung unterordnende und dennoch zeitgemäße Architektursprache Souto de Mouras, die sich oft in den Materialien Zement, Stein, Kupfer und Holz äußert. Zu den Preisträgern der Vorjahre gehören die Japaner Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa – kurz SANAA (2010), der Schweizer Peter Zumthor (2009) und der Franzose Jean Nouvel (2008). Auch in München sind einige Pritzker-Preisträger, etwa Jacques Herzog und Pierre de Meuron, Sir Norman Foster und Richard Meier mit Werken vertreten.

 

 

Souto de Moura gilt als einer der prominentesten Vertreter zeitgenössischer portugiesischer Architektur aus den Reihen der Escola do Porto.  Während seines Architekturstudiums an der „Escola Superior de Belas Artes do Porto“ (ESBAP), einer Abteilung der Faculdade de Arquitectura da Universidade do Porto (FAUP), lernte Souto de Moura bei den bekannten Architekten Fernando Távora und Álvaro Siza.   Bereits als Student arbeitete er als Architekt, ab 1974 mit Noé Dinis, von 1975 bis 1979 mit Alvaro Siza Vieira.  1980 gewann er den Wettbewerb um das Kulturzentrum des Staatssekretariats für Kultur in Porto. Kurz darauf erhielt er einen Auftrag für einen Hotelneubau im historischen Zentrum von Salzburg. 1981 wurde Souto Moura Assistenzprofessor an der ESBAP in Porto, ab 1991 Professor. Er hatte Gastprofessuren an der École Nationale Supérieure d'Architecture de Paris-Belleville (ENSAPB), der Harvard University Graduate School of Design, der School of Architecture at University College Dublin, der ETH Zurich und der EPFL Lausanne inne.

Souto de Moura lebt und arbeitet heute in Porto. Schon früh wollte er seinen Bauten eine gewisse Stimmung verleihen, ohne dabei unnötige Elemente mit ins Spiel zu bringen. Nach seiner eigenen Aussage ist die Mauer für ihn das zentrale und tragende Element eines Bauwerkes. Aus dieser Grundlage heraus ist für Souto de Moura der Stein der wichtigste Baustoff. Neben Mamor und Granit als natürliche Steine verwendete er auch Beton als künstlichen Stein für die Umsetzung seiner Gestaltungskonzepte.

 

 

 

 

 

Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Kulturzentrum in Porto (1991), die Kunstgalerie Porto (1997), Departamanto de Geociencias da Universidade de Aveiro,  der Portugiesische Pavillion auf der Expo2000 und das Stadium in Braga. Die Pritzker-Jury beschrieb das 2004 eingeweihte, hoch über der nord-portugiesischen Stadt Braga thronende Sportstadion Estadio Municipal mit den Worten „...muskulös, monumental und sehr mit der gewaltigen Landschaft verbunden“. Neben diesen herausragenden Projekten hat Souto de Moura viele Wohnhäuser und kleinere öffentliche Gebäude gestaltet. Ebenfalls seine Gestaltungshandschrift tragen einige U-Bahn-Stationen in Porto, die in neuerer Zeit errichtet wurden.

 

Bilder: Porträt von Roberto Santorini