Schlachthofviertel: Generalübernehmer für Volkstheater

München bekommt ein neues Volkstheater: Jetzt steht mit der Baufirma Georg Reisch Generalübernehmer sowie mit dem Entwurf des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei (LRO) das Konzept für das Neubauprojekt auf dem Ex-Viehhofgelände fest.

 

Die Vollversammlung des Stadtrats hat mit großer Mehrheit dem Ergebnis des Vergabeverfahrens zugestimmt. Zugleich hat der Stadtrat das Baureferat ermächtigt, dem erstplatzierten Bieter den Zuschlag zur erteilen; noch in diesem Jahr wird dem Unternehmen, der Firma Georg Reisch GmbH&Co.KG aus dem schwäbischen Bad Saulgau, der Auftrag erteilt. Der architektonische Siegerentwurf stammt aus der Feder des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart.

Begleitet wurde das strukturierte Vergabeverfahren von Kapellmann Rechtsanwälte. Das vom Stadtrat prognostizierte Investitionsvolumen beträgt 130 Millionen Euro. Das neue Theater wird auf dem ehemaligen Viehhof-Areal an der Tumblingerstraße/Zenettistraße unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Bestandes errichtet werden und das Zentrum des neuen Stadtquartiers bilden.

Damit ist nach nun fast zwei Jahren das ÖPP-Verhandlungsverfahren abgeschlossen und der Auftrag für die schlüsselfertige Erstellung des Volkstheaters durch die Stadt München erteilt. Auf dem Gelände des ehemaligen Viehhofes zwischen Zenettistraße und Tumblingerstraße (siehe Bild oben) im Schlachthofviertel der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt entstehen zwei Hauptspielstätten für insgesamt 800 Personen, ein Multifunktionssaal, zwei Probebühnen sowie ein Restaurant mit Biergarten und diverse Werkstätten. Die große Bühne ist auf 600 Sitzplätzen , der zweiter Saal auf bis zu 250 Zuschauerplätzen konzipiert. Im Gesamtprojekt enthalten ist auch ein angrenzendes denkmalgeschütztes Bestandsgebäude, das von renoviert und saniert wird.

Baubeginn soll bereits im Sommer 2018 sein, die Übergabe im März 2021. Damit übernimmt der sogenannte Generalübernehmer die Aufgabe, das äußerst komplexe städtische Kulturbauvorhaben in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit zu planen und zu realisieren. Dieser wird zusammen mit seinem Team aus Architekten und Fachplanern sämtliche Planungs- und Bauleistungen bis zur schlüsselfertigen und termintreuen Übergabe des Bauwerks im Sommer 2021 verantworten; die beauftragte Firma trägt auch sämtliche kalkulierbaren Risiken, die mit dem Projekt einhergehen. „Die Idee, einen Generalübernehmer zu betreuen, hat zum Ziel geführt. Es ist dem Baureferat gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Kommunal- und Kulturreferat sowie dem Münchner Volkstheater, das komplexe Vergabeverfahren erfolgreich abzuschließen. Das Angebot hat nicht nur die Jury, sondern auch den Stadtrat überzeugt“, freut sich Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Mit Grundsatzbeschluss vom Dezember 2015 hatte der Stadtrat festgelegt, dass ein Generalübernehmer das Projekt realisieren soll. Daraufhin erstellte das Baureferat das nahezu 1.000 Seiten umfassende Raum- und Funktionsprogramm mit der funktionalen Leistungsbeschreibung, und das Kulturreferat entwickelte zusammen mit dem Münchner Volkstheater und dem Kommunalreferat das Nutzerbedarfsprogramm. Auf dieser Grundlage wurde das Baureferat im Juni 2016 beauftragt, ein mehrstufiges, EU-weites Vergabeverfahren durchzuführen; integriert war ein Wettbewerb um die beste städtebauliche, architektonische und technische Lösung. Die erstplatzierte Lösung darf allerdings erst nach Ablauf einer rechtlich vorgegebenen Frist veröffentlicht werden. Das Baureferat bereitet gemeinsam mit dem Kulturreferat und dem Münchner Volkstheater eine Ausstellung vor, die im Januar 2018 im Theaterfoyer an der Brienner Straße von Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet wird.

Die Firma Georg Reisch hat das Konzept zusammen mit dem Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart sowie verschiedenen Ingenieurbüros entwickelt.

Quellen: Landeshauptstadt München 14.12.2018, Fa. Georg Reisch, Kapellmann Rechtsanwälte

Visualisierung: Georg Reif / Lederer Ragnarsdóttir Oei