Neuperlach: Entwurf für ein Wohnquartier mit 1300 Wohnungen

Die Büschl Unternehmensgruppe und die Demos Wohnbau GmbH wollen im Osten von Neuperlach ein neues Wohnquartier errichten. Nun gewannen die Grazer Riegler Riewe Architekten mit den Züricher yellow z urbanism architecture, Zürich sowie den lad+ lanschaftsarchitektur diekmann in Hannover den städtebaulichen Wettbewerb.

 

Die Park Immobilien Projektentwicklungs- und Planungs GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Büschl Unternehmensgruppe (BUG), München, ist von der Demos Wohnbau GmbH, München, mit der Projektentwicklung eines Wohnquartiers in Neuperlach zwischen Karl-Marx-Ring und Friedrich-Creuzer-Straße im Stadtbezirk 16 Ramersdorf-Perlach beauftragt. Das rund 13 Hektar große, neue Wohnquartier am östlichen Ende der Ständlerstraße beim Mercur Hotel Orbis München Süd soll mit den notwendigen sozialen Einrichtungen, Versorgungsnutzungen sowie Grün- und Freiflächen ausgestattet werden. Die Planungsentwicklung erfolgt in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München.

In der ersten Bearbeitungsphase wurde zunächst aus den Entwürfen der 19 teilnehmenden Planungsgruppen methodische Ansätze und grundlegende Konzepte entwickelt werden. Die Aufgabe war deshalb ambitioniert, weil das neue Wohnquartier zwischen zwei Stadtteilen mit sehr unterschiedlicher Bebauung liegt. Die nördliche gelegene Gartenstadt Trudering entstand Anfang des letzten Jahrhunderts in überwiegend kleinteiliger Bebauung mit Villen und Einfamilienhäuser. Die ab 1967 entstandene Entlastungsstadt Neuperlach ist dagegen mit Hochhauszeilen mit bis zu 18 Geschossen eines der größten Siedlungsprojekte der Nachkriegszeit. Das neue Wohnquartier soll eine vermittelnde Funktion übernehmen. 10 Teilnehmer wurden für die zweite Bearbeitungsphase ausgewählt werden, in der ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Entwurf für das Gesamtquartier erarbeitet werden soll.

Ergebnis der Jury unter Vorsitz von Franz Pesch lautet nach Überarbeitung:

1. Rang:  Riegler Riewe Architekten, Graz, mit yellow z urbanism architecture, Zürich, sowie lad+ lanschaftsarchitektur diekmann, Hannover

2. Rang: Lorber Paul Architekten, Köln mit club L94, Köln;

3. Rang: Rapp + Rapp Amsterdam mit Bureau B+B staedtebouw en landschapsarchiterctuur, Amsterdam

Das Gewinnerprojekt von Riegler Riewe Architekten wird insbesondere für seine „klaren Kanten“ und seine Öffnung zum Truderinger Wald gelobt. Offene Blöcke sind um einen zentralen Quartierspark herum angeordnet, wobei niedrigere Zeilenbauten und zwei Hochhäuser zwischen den benachbarten Quartieren vermitteln. Gut gelungen sei auch die am Rand dieses Parks vorbeiführende Erschließungsstraße samt einer kleinen "Promenade". Diese werde die enge Niederalmstraße in Trudering entlasten. Bei den Neubauten werde der Lärmschutz von vornherein berücksichtigt.

Eine ähnliche Gestaltung von Bebauung und Freiraum stammt von den zweit- und drittplatzierten Lorber + Paul Architekten und Rapp+Rapp. Rapp+Rapp wählen aber eine kompaktere, etwas urbanere Anordnung, die an eine überformte Blockrandbebauung denken lässt.

Ein großer Vorteil liegt in der zeitnahen Realisierung des Projekts innerhalb der nächsten Jahre, was  angesichts der Münchner Wohnungsnot ein wichtiges Entscheiungskriterium darstellt.

Quellen: Baunetz, Competitiononline, SZ

Bilder: Entwürfe von Riegler Riewe Architekten, Graz, mit yellow z urbanism architecture, Zürich, sowie lad+ lanschaftsarchitektur diekmann, Hannover