Dörfer und Hallen für Studenten

bogevischs bueo wurde 1996 von den Architekten Ritz Ritzer und Rainer Hofmann gegründet und ist seit 2000 wirtschaftlich selbständig. Der Name leitet sich nicht von einem polnischen Architekten her, wie die Gründer gerne kolportieren, sondern ist ein Phantasieprodukt.

 

„Der Name bedeutet primär nichts und ist versteckt, jedoch klar kontstriert. Er greift übersetzt auf sehr alte Architektur oder Baumeistersymbole zurück. „bogevisch ist ein numerologisches Neunquadrat, sbuero“ ein Dreieck.“ – Alles klar?

Ritz Ritzer studierte von 1986 bis 1993 an der TU München und an der ETSAB Barcelona Architektur. Nach Tätigkeiten als freier Mitarbeiter (1996 – Prof. Hebensperger-Hüther-Röttig) und Lehrtätigkeit an der TU München Gründung des eigenen Büros. Rainer Hoffmann studierte von 1986 bis 1993 an der TU München und an der East London University Architektur, machte den Master am Iowa State University (1994-1995) und hatte verschiedene Lehraufträge in London Bartlett School of Architecture, AA School of Architecture, Greenwich School of Architecture) und arbeitete nebenher bei verschiedene Londoner Architekturbüros (Maccormac Jamieson Prichard, Sauerbruch Hutton, Brookes Stacey Randell, Horden Cherry Lee).

Zu den bekannten Arbeiten von bogevischs buero gehören die Studentenwohnungen am Felsennelkenanger und im Olympiadorf und die Kuranlage Fontavia 2 in Bad Tölz.

 

Studentenwohnungen am Felsennelkenanger (2002-2005)

Aufgrund des 1. Preises eines Realisierungswettbewerbs wurde das Studentenwohnheim von bogevisch buero in der Neubausiedlung Nordheide erbaut. Der durchgehende rot Farbton des Gebäudes greift dabei den Namen der Felsennelke, einer an der Nordheide heimischen Pflanze, die wegen ihrer rosa bis lila Pigmente im Mittelalter zum Färben verwendet wurde.

Der Wohnkomplex besteht aus drei, entlang des Felsennelkenangers aufgereihten dreigeschossigen Sockelgebäude mit einer Länge von insgesamt 250 Metern. Darüber befinden sich fünf weiße viergeschossige Wohntürme. Im Innern des Sockelgebäudes befinden sich als Verbindung zu den Zimmern und als sozialer Aufenthaltsraum offene Hallen mit Laubengängen.  Sie werden durch Oberlichter beleuchtet, die den Blick auf die Wohntürme freigeben. Auf den Wohntürmen befinden sich Sonnenkollektoren und es werden dort Faltschiebetüren als Sonnenschutz eingesetzt.  Die Wohnungen in den Türmen sind um einen zentralen Kern mit Küche, Duschbädern und Toiletten angeordnet. In den Küchen sind jeweils große Panoramafenster angebracht.

 

 

 

Studentenwohnanlage im olympischen Dorf (2006-2011)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige der für die Olympischen Spiele 1972 erbauten Athletenwohnungen werden seit dem Auszug der Sportler als Studentenwohnungen genutzt. Diese 800 Miniwohnungen wurden damals von Prof. Werner Wirsing geplant. Weil diese Wohnungen im olympischen Dorf nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren waren beziehungsweise die Kosten dafür höher gekommen wären als ein Neubau, wurde deren Abriss und der Neuerrichtung von Studentenwohnungen beschlossen. Hinzu kam, dass die Kanalisation unter den Häusern marode war.  

Zusammen mit dem Architekturbüro Prof. Werner Wirsing erarbeiteten bogevischs buero für das Studentenwerk eine Lösung. Die neuen Minihäuser – 1052 an der Zahl – wurden durch eine Verringerung des Achsmaßes stärker verdichtet. Sie sind als zweigeschossige Maisonettewohnungen in Fertigbauweise angelegt. da die Vorgängerwohnungen von den verschiedenen Studentengenerationen bunt gestaltet wurde, stellt nun das Studentenwerk auch für die Neubauten Farbe zur künstlerischen Gestaltung den Studenten zur Verfügung. Einige haben sich schon mit dem Außenanstrich ihrer Bleibe verewigt. 

 

 

 

Der enge Raum von einer Grundfläche von drei mal vier Meter im Erdgeschiss und 2,4 mal drei Meter im Obergeschoss plus Dachterrasse ist optimal ausgenutzt und trotzdem flexibel: so können Bett, Schreibtisch und Schränke verschoben werden. Die aus Expxidharz verkleideten Nasszellen befinden sich jeweils in der Rückseite des Gebäudeinnerns, so dass diese auf Erdgeschosshöhe über die Gassenfassade belichtet werden können. Trotz der engen Bebauung wirken die Wohnungen nicht beengend. Über die engen Gassen soll sich ein Dorfcharakter und ein Gemeinschaftsleben mit sozialer Kommunikation unter den Studenten einstellen.

 

 

 

 

 

Gewerbehof Laim (2007-2009)

Als Ergebnis eines realisierungswettbewerbs entsteht nach den Plänen von bogevischs buero entlang der Landsbergerstraße ein fünfgeschossiger Gewerberiegel. Aufgrund der hohen Lärmbelastung wurde auf eine hohe Schalldämmung geachtet. Die Erschließung des Gebäudes erfolgt durch einen innenliegenden Kern, einen Mittelgang, der durch drei mal drei Meter große Lichtschächte aus Glasbausteinen erhellt wird.

 

 

Theresienhöhe TH30 (2007-2009)

Von der Theresienhöhe ist links neben Klenzes Ruhmeshalle mit der Bavaria ein neuer Bürokomplex entstanden. Bogevischs buero entwarfen den Gebäudekomplex mit 23.200 Quadratmeter Geschossfläche für die Theresie GmbH & Co KG. Alleinstellungsmerkmal ist ein Gebäudeeinschnitt zur Theresienhöhe, einer Fuge, die gleichzeitig das Entree zu den Gebäuden bildet. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

...gibt es im Internetauftritt von bogevischs buero.