Accor baut den Vorsprung aus

Accor errichtet im Arnulfpark zwei neue Hotels. Damit investiert der Marktführer weiter an der Isar. Denn aufgrund der hohen Auslastung ist München unter Hotelketten begehrt. Doch der Standort bietet Investoren nur eine geringe Rendite.

 

„Mit einer Investition von über 50 Millionen Euro untermauern wie die dynamische Wachstumsstrategie des Konzerns“, erläutert Michael Mücke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Accor Hospitality Germany und Senior Vice President ibis  Zentraleuropa. Ende Juni kündigte der Hotelkonzern den Bau eines neuen Novotels und eines ibis Hotels im Münchner Arnulfpark an.

Insgesamt 389 klimatisierte Zimmer sollen ab Juni 2015 der Zielgruppe der Geschäfts- und Urlaubsreisenden zur Verfügung stehen. Das Novotel zählt 185 und das ibis Hotel 204 Zimmer. Beide Häuser verfügen über eine Hotelbar und eine Tiefgarage mit 100 Stellplätzen.

Aufgrund seiner guten Verkehrsanbindung an die S-Bahn-Stammstrecke und die Tramlinie sowie der Nähe zum Haupt- und Busbahnhof sowie zur Theresienwiese entwickelt sich der Arnulfpark zu einem Hotelstandort in München, auch wenn er noch nicht die Hotelkonzentration wie das Bahnhofsviertel, der Altstadt und Haidhausen um den Ostbahnhof aufweist. So befinden sich im relativ neuen Arnulfpark das Eurostars Grand Central der spanischen Hotelkette Grupo Hotusa sowie das zu Ascott gehörende Citadines, daneben findet sich das Budgethotel A&O.

 

 

Nach der aktuellen Studie „Hotelmarkt München“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ist der französische Übernachtungskonzern Accor mit den Marken ibis, Mercure, Novotel und Sofitel – gemessen an der Zimmerzahl – eindeutig Platzhirsch unter den Markenhotels in der Isarmetropole (siehe Grafik unten). Der Anteil der Kettenhotellerie beträgt 63 Prozent, die der Privathotellerie 27 Prozent. Nach Accor ist unter den Ketten Starwood (Sheraton, Westin, Le Méridien), IHG (InterContinental, Holiday Inn) und das expansive Budget-Label Motel One in München stark vertreten.

Das Oktoberfest, die Altstadt als Touristen- und Konsumentenattraktion sowie verschiedene Messen sorgen im bundesweiten Vergleich für überdurchschnittliche Zahlen bei der Belegung sowie der Preise und der Erträge der Zimmer (siehe Tabelle unten). ◊Im Jahr 2012 konnten Hotels sämtlicher Kategorien von Budget bis Luxus Aufwind bei allen Performanceindikatoren verzeichnen“, so Kay Constanze Strobel, Managerin bei Deloitte in München.

Aus den guten Zahlen, dem knappen Angebot und der hohen Investorennachfrage resultieren hohe Hotelpreise. München ist daher unter 2500 internationalen Hotelinvestoren nach einer aktuellen Umfrage von Jones Lang LaSalle (siehe Grafik Seite 12 oben) nach Paris und London im Raum EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) der begehrteste Hotelmarkt, aber auch einer mit der geringsten Renditeerwartung (5,9 Prozent).   

Die Neuzugänge von Hotels werden in der Bayernmetropole überschaubarer als in anderen deutschen Großstädten bleiben. Der Grund: Die für Hotelentwicklungen zur Verfügung stehenden Grundstücke sind begrenzt.