FC Bayern München: Gold für die Arena

Der FC Bayern München feiert nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Erfolge. Mit der prall gefüllten Kriegskasse wollen die Münchner nun die europäischen Gegner angreifen. Dabei werden nicht nur Millionen in Spieler, sondern auch in die Arena investiert.

 

 

Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern München e.V. am 28. November wurde zum Triumph: Der Verein hat nun 251.315 Mitglieder und damit mehr als Benfica Lissabon, der bisher mitgliederstärkste Sportverein der Welt.

Das finanzielle Ergebnis brachte die Mitglieder in Euphorie: Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorgeschäftsjahr um 95 Millionen Euro auf 528 Millionen Euro – mehr als Borussia Dortmund (260 Millionen Euro) und Schalke 04 (207 Millionen Euro) 2013/2014 zusammen. Der Grund: Sponsoring und Vermarktung (+ 15,3 Millionen Euro), aber auch Merchandising (+22,4) und Transfereinnahmen (+39,6) stiegen stark. Damit konnte das Eigenkapital kräftig aufgestockt werden. „Wir sind mit 405 Millionen Euro Eigenkapital Weltspitze“, so Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen – und spottet: "Nichts im Portemonnaie zu behalten, das können andere viel besser als wir.“

Außer den Mitgliedern profitieren auch die Aktionäre der FC Bayern München AG, der Profi-Tochter des Vereins. Neben dem Verein (75,01 Prozent) halten Adidas, Audi und seit 2014 die Allianz Anteile (je 8,33 Prozent), für die sie 8,6 Millionen Euro Dividende bekommen.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef der AG, sieht dabei längst nicht mehr die deutschen Fußballclubs und –Vereine als Hauptgegner. Er denkt in einer anderen Liga. Er will sich mit den Geldern aber vor allem gegen die europäischen Wettbewerber wappnen. Beim Umsatz überholten die Münchner gemessen an den Zahlen der Wirtschaftprüfungsgesellschaft Deloitte bereits Manchester United (siehe Tabelle links). FC Barcelona und vor allem Real Madrid liegen aber mit Abstand vorn. Mit der vollen Kriegskasse sollen deshalb Spieler gekauft werden.

Doch nicht nur in Gladiatoren, sondern auch in die Arena wird investiert. Zwischen 2002 bis 2005 hatte der FC Bayern München gemeinsam mit dem TSV 1860 München die Allianz Arena nach Plänen der Basler Architekten Herzog & de Meuron errichten lassen, nachdem das Olympiastadion nicht mehr den Erfordernissen eines modernen Fußball-Stadion genügte. 2006 kaufte der FC Bayern München den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen "Sechzger“ den hälftigen Anteil ab. Jetzt überraschte Rummenigge mit der Ansage, die Arena sei schuldenfrei. „Wir haben 2005 exakt 346 Millionen Euro mit einem auf 25 Jahre ausgelegten Finanzierungsplan in die Hand genommen – also bis 2030“, so der Vorstandschef. „Nun haben wir das Stadion bereits nach neuneinhalb Jahren abbezahlt!“

Als nächstes soll die Zuschauerkapazität von rund 71.000 auf 75.000 erhöht und damit das Berliner Olympiastadion (74.400) überrundet werden. In Deutschland passen mehr Zuschauer nur in den Signal Iduna Park (80.720) von Borussia Dortmund (siehe Grafik Seite 12). Sind die Kapazitätstestläufe bei den Spielen gegen den SC Freiburg und ZSKA Moskau erfolgreich, soll in der Arena nach der Winterpause dauerhaft so vielen Fans Platz geboten werden. Rummenigge: „Ich bin optimistisch, dass wir die Erlaubnis erhalten.“

Bau und Finanzierung

Im Oktober 2002 wurde mit dem Bau des von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfenen Stadions im Bezirksteil Freimann des Stadtbezirks Schwabing-Freimann begonnen und  im Mai 2005 wurde es eingeweiht. Nach und nach wurde die Kapazität auf 71.137 Plätze erweitert. Das Stadion war zuerst im gemeinsamen Besitz der FC Bayern München AG und der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. Nach finanziellen Schwierigkeiten des TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA kaufte die FC Bayern München AG später die Anteile und ist wurde alleiniger Eigentümer.

 

Quellen: FC Bayern München, FAZ vom 20.11.2014

Bilder: Allianz Arena 2005 vom südlichen Eingang Erik Weber/Lapunkd/ groß: Allianz-Arena Richard Bartz/Makro-Freak