Altstadt: Stadt beschließt Vorgaben für Alte-Akademie-Umbau

Die österreichische Signa hatte die Alte Akademie für 240 Millionen Euro erworben und will den Gebäudekomplex für eine neue Nutzung umgestalten. Nun hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung die Rahmenbedingungen für einen Realisierungswettbewerb beschlossen.

 

Ein Unternehmen der österreichischen Signa-Gruppe (Alte Akademie Immobilien GmbH & Co. KG) hatte Ende 2013 vom Freistaat den Gebäudekomplex der Alten Akademie im Rahmen einer 65-jährigen Erbbaurechtsvergabe erworben. Die Signa beabsichtigt das Objekt in  Deutschlands am meist frequentiertesten Einkaufsmeile für den Einzelhandel, aber auch für andere Nutzungen umzubauen. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Landeshauptstadt München über den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, hat nun der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung die Rahmenbedingungen für einen Realisierungswettbewerb beschlossen. Danach soll die neue Nutzungsmischung aus Einzelhandels- und gastronomischen Nutzungen, aus Büros und innerstädtischem Wohnen in die Alte Akademie integriert werden. Der Schmuckhof, bislang eine rein intern genutzte Fläche, soll der Öffentichkeit zugänglich gemacht werden.

Für den geplanten Um- und Neubau soll ein Realisierungswettbewerb unterschiedliche Konzepte erbringen. Das Fachpreisgericht wird sich aus Vertreterinnen und Vertretern von internationalen und lokalen Architekturbüros, der Stadtbaurätin Professorin Dr.(I) Elisabeth Merk sowie dem Stadtheimatpfleger der Landeshauptstadt München, Gert Goergens, zusammensetzen. Das Sachpreisgericht setzt sich aus Vertretungen des Stadtrates, des Bezirksausschusses und der Ausloberin zusammen. Das Landesamt für Denkmalpflege ist als sachverständiger Berater vertreten.

Das Geviert der Alten Akademie, zu dem auch die Kirche St. Michael gehört, stellt einen der historisch, stadträumlich und architektonisch bedeutsamsten Gebäudekomplexe in den Grenzen der Altstadt dar. Ursprünglich Jesuitenkolleg, später in Teilen Akademie der Bildenden Künste, danach und bis heute Herberge verschiedenster kirchlicher, staatlicher und privater Nutzungen, soll nun der wechselhaften Geschichte des Ortes ein neues, zukunftsweisendes Kapitel hinzugefügt werden.

Quelle: Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München 12.11.2015

Alte Akademie: Mega-Transaktion auf Erbaurecht

Ende vergangenen Jahres gab die österreichische Signa Holding den Erwerb der Alten Akademie in Münchens Neuhauser Straße bekannt. Der Freistaat – Eigentümer des Objekts – hat das Objekt aber nur im Rahmen einer 65-jährigen Erbbaurechtsvergabe veräußert. Marktexperten schätzen den Preis dennoch auf knapp 250 Millionen Euro

Signa hat das traditionsreiche – aber im zweiten Weltkrieg nahezu vollständige  – Alte Akademie in einem mehrstufigen Bieterprozess vom Freistaat Bayern erworben. Im Mai 2013 waren Meldungen darüber bekanntgeworden, die Verträge wurden Ende 2013 unterzeichnet. Anbei die Pressemeldung von Signa:

Signa Prime Selection AG hat mit dem Freistaat Bayern – vertreten durch die Immobilien Freistaat Bayern – die Verträge unterzeichnet. 

Die derzeit kaum genutzte Immobilie mit rund 30.000 Quadratmeter wird in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt generalsaniert.

Die lange Fassadenfront ist prädestiniert für hochwertigen Einzelhandel. Zudem erlauben die Entwicklungen von modernen Büros und Wohnungen mit Stellplätzen in der hauseigenen Tiefgarage eine der raren Gelegenheiten im Stadtzentrum Münchens neue städtebauliche Akzente zu setzen.



Mit dem Gebäude “Alte Akademie” erwirbt die SIGNA eines der bedeutendsten Bauwerke in München und setzt ihre Investitionsstrategie – die Konzentration auf das langfristige Halten von außergewöhnlichen Immobilien in Bestlagen europäischer Städte mit diesem Ankauf fort.

Auf einer der  bekanntesten Einkaufsstraßen Münchens, zwischen Stachus und Marienplatz, liegt das Objekt mit einer ca. 134 Quadratmeter langen Fassadenfront direkt an der Neuhauser Straße. Diese ist eine der meistfrequentierten und kaufkraftstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands.



 

Die Alte Akademie ist ein ehemaliges Jesuitenkolleg und wurde ursprünglich im 16. Jahrhundert errichtet. Als Architekt gilt der Niederländer Friedrich Sustris. Nach Ergänzungen am Gebäude und dem Bau der Michaelskirche unter Herzog  Wilhelm V, wurde der Bau „Wilhelminum“ genannt. Als weitläufiger viergeschossiger Renaissance-Komplex wurde sie im Laufe der Jahrhunderte gut erhalten. Seinen heutigen Namen verdankt die Alte Akademie dem Einzug der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1783.

 Nach substanziellen Zerstörungen durch Fliegerbomben im Jahre 1944 wurde das Objekt von Josef Wiedemann 1951-55 wieder errichtet. Im Bereich Neuhauser Straße konnte nur die historische Fassade erhalten werden. Die Gliederung der Gebäude und Innenhöfe blieb unverändert. Heute bietet das Objekt eine großartige historische Substanz, die beispielsweise an den Fassaden und Höfen erkennbar ist.

 „Mit dem Ankauf dieser Liegenschaft erweitert die SIGNA ihr hochwertiges Portfolio an erstklassigen Immobilien um ein echtes Baujuwel in einer der besten innerstädtischen Lagen Europas“, sagt Christoph Stadlhuber, CEO der SIGNA Prime Selection AG. „Wir sind besonders stolz, dass wir wieder mit unserer Kernkompetenz, nämlich der Projektentwicklung unter Einbeziehung der Anforderungen des Denkmalschutzes und durch unsere ausgezeichnete Kenntnis des Standortes die Vergabe für uns entscheiden konnten!“

Über Signa:

Im vierzehnten Jahr ihres Bestehens ist die SIGNA Unternehmensgruppe mit einem Immobilienvermögen von über sechs Milliarden Euro zu einer der führenden und erfolgreichsten Immobiliengesellschaften in Europa gewachsen. SIGNA ist es gelungen, in einem stark besetzten Marktsegment Fuß zu fassen und sich in diesem Umfeld kontinuierlich und erfolgreich zu einem Immobilieninvestor europäischen Formats weiterzuentwickeln.

 Die Unternehmensgruppe umfasst im Wesentlichen vier zentrale Geschäftsbereiche. Dazu gehören neben der SIGNA Development das in Düsseldorf ansässige geschlossene Immobilienfondshaus SIGNA PROPERTY FUNDS sowie die in München beheimatete Investmentboutique SIGNA RECAP. Die SIGNA Prime Selection AG stellt seit Ende 2010 den vierten Kerngeschäftsbereich der SIGNA Unternehmensgruppe dar. Die SIGNA Prime Selection AG konzentriert sich auf die Investition und das langfristige Halten von außergewöhnlichen Immobilien in besten Innenstadtlagen europäischer Städte und ist unter anderem der größte private Eigentümer von Immobilien im Zentrum von Wien.

Die SIGNA hat in den letzten zwei Jahren für mehr als 1,5 Milliarden Euro ein Einzelhandelsportfolio bestehend aus 20 Warenhäusern in besten Innenstadtlagen Deutschlands erworben. Alle Objekte sind langfristig an Karstadt vermietet. Teil des Portfolios ist auch das legendäre Berliner „Kaufhaus des Westens“ KaDeWe."

Bayerns Finanzminister Markus Söder konnte damit wohl überraschend gut Kasse machen. Für das ehemalige Jesuitenkolleg in Deutschlands teuerster Lage in der Neuhauser Straße konnten Investoren seit Frühjahr 2013 ihre Angebote einreichen. 

Einst war es die Hochburg der Gegenreformation: Das Jesuitenkolleg in der Neuhauser Straße. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und anschließendem Wiederaufbau befand sich bis zum Frühjahr in dem Komplex noch das Kaufhaus Hettlage und das Bayerische  Landesamt für Statistik. Nun soll das Areal in Deutschlands teuerster Lage gegenüber dem neuen Joseph Pschorr Haus saniert und neu genutzt werden.

Seit Frühjahr 2007 ist im Gespräch, dass der Freistaat das Gebäude mit Ausnahme des verbliebenen Kollegs an einen Investor verkaufen möchte. Im Juni 2007 gab es Berichte, wonach das Gebäude nicht veräußert werden soll, jedoch die Nutzung geändert werden soll. Hierbei ist geplant, ein Wissenschaftszentrum zu schaffen. Dabei gibt es danals Konflikte mit dem Denkmalschutz, da das Gebäude vom designierten Eigentümer komplett umgestaltet werden sollte.

Quelle: Signa Holding Pressemeldung vom 18.12.2013

Bilder: Aufmachbild klein und Bild rechts oben: Signa; sonst: Ulrich Lohrer