Büromarkt 2012 - Die Würfel sind gefallen

Obwohl 2012 weniger Büroflächen als im Jahr zuvor vermietet wurde, können sich Vermieter und Makler nicht beklagen. Der Münchner Büromarkt hat sich 2012 recht widerstandsfähig gegenüber der europäischen Dauerkrise gezeigt. Der Leerstand in München ging deutlich zurück.

 

Der Münchner Büromarkt hat sich 2012 recht widerstandsfähig gegenüber der europäischen Dauerkrise gezeigt. Mit einem Vermietungsumsatz von gut 700.000 Quadratmetern liegt München deutlich vor den anderen Bürohochburgen Deutschlands.

Auf Platz 2 folgt mit Abstand die Hauptstadt Berlin (etwa 550.000 Quadratmeter Neuvermietung), gefolgt von der Bankenmetropole Frankfurt (510.000 Quadratmeter), die im vergangenen Jahr einen starken Zuwachs (plus etwa 20 Prozent) an Neuvermietungen gegenüber 2011 aufwies. Hamburg (430.000 Quadratmeter) folgt auf Rang 4. Gegenüber 2011 hat die Hansestadt, vergleichbar mit München, einen Rückgang an  neuvermieteten Flächen verzeichnet. Doch 2011 war ein Ausnahmejahr, weshalb das vergangene Jahr für Vermieter und Makler noch recht gut verlief.

„2012 gab es deutlich weniger Großvermietungen mit Flächen von mehr als 5000 Quadratmetern als im Jahr 2011“, sagt Rainer Knapek, Leiter der Geschäftsstelle München bei CBRE. „In diesem Größensegment wurden etwa 130.000 Quadratmeter  weniger vermietet, was wesentliche Ursache für den Rückgang des Gesamtumsatzes ist“, betont auch Tobias Seiler, Research Analyst bei Colliers International, München.  ◊Sieht man von den Großvermietungen ab, liegt der Umsatz nur acht Prozent unter dem Vorjahreswert, was die Stabilität des Münchner Marktes unterstreicht.“

Zu den größeren Deals gehörten beispielsweise die Vermietung von Flächen der Immobilie von Aberdeen Immobilien in der Marsstraße 20 bis 22 an die TUM, die Vermietung von Büroflächen im Metris (LaSalle Investment Management) an IT-Unternehmen wie Cancom oder der Abschluss der BMW-Tochter NTT Data für das im Bau befindliche NuOffice von Hubert Haupt. Auch mit dem Bau des forum am Hirschgarten von Hochtief konnte nach dem Abschluss des Mietvertrags mit den Patentanwälten Epping Hermann Fischer begonnen werden.

Wie die Ergebnisse der großen Maklerhäuser zeigen (siehe Tabelle links, Grafik oben), ist der Leerstand deutlich gesunken. Nun beginnen Durchschnitts- und Spitzenmieten anzuziehen.

Dies dürfte auch die Projektentwickler freuen. Sie sind allerdings auf die Nachfrage größerer Mietflächen angewiesen. Nur dann sind die zurückhaltenden Banken gewillt, Kredite zu vergeben.

Entscheidend ist die konjunkturelle Großwetterlage. Auch wenn wegen der EU-Schuldenkrise kaum jemand eine längerfristige Prognose wagt, so ist man doch für 2013 vorsichtig optimistisch.  „Von einer Rezession ist momentan nicht auszugehen“, sagt Piotr Bienkowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von BNP Paribas Real Estate Deutschland. „Deshalb ist für das laufende Jahr ein Büroflächenumsatz in einer vergleichbaren Größenordnung wie 2012 zu erwarten“, so Bienkowski. Für München erwarten die Makler einen nur etwas geringeren Umsatz. „Wenngleich wir merken, dass Unternehmen bei Großgesuchen deutlich verhaltener geworden sind, gehen wir von einem weiteren Rückgang des Umsatzes auf 600.000 Quadratmeter im Jahr 2013 aus“, erläutert Peter Bigelmaier, Geschäftsführer von Collier International in München. Vielleicht trotzt München weiterhin der Krise.