Büromarkt München: Ein gutes Jahr für Vermieter

Am Münchner Bürovermietungsmarkt wurden 2014 Dank eines starken Schlussquartals über 600.000 Quadratmeter Büroflächen vermietet. Obwohl der Büroleerstand weiter zurückgeht, sank die gewichtete Durchschnittsmiete. Der Grund: Die Neumieter müssen zunehmend in weniger zentralen Lagen ausweichen.

  

Münchner Bürovermieter können nicht klagen. Die Research-Abteilungen berichten aufgrund von überraschend guten Neuabschlüssen im letzten Quartal 2014 von einem äußerst erfolgreichen Jahr. „Das vierte Quartal war das mit Abstand umsatzstärkste dieses Jahres und übertraf unsere eher zurückhaltenden Erwartungen“, so Peter Bigelmaier, Head of Office Letting bei Colliers International Deutschland.

Je nach Maklerhaus wird der Umsatz am Münchner Büromarkt zwischen 583.000 (Savills) und 634.200 Quadratmeter (CBRE) beziffert. Unter den Angaben der fünf Resarchhäuser – BNPPRE, CBRE, Colliers, JLL und Savills – ermittelte immobilienreport 611.140 Quadratmeter – etwa ein knappes Prozent mehr als in 2013 (605.680 Quadratmeter).

Die beiden größten Mietverträge wurden bereits im ersten Quartal 2014, in dem Brainlab in einem Projekt an der Messe Riem (siehe Visualisierung oben) und BayWa in der Werinherstraße Verträge über jeweils rund 20.000 Quadratmeter abschlossen. Große Flächen mietete auch Panasonic in Ottobrunn (12.000Quadratmeter), die Landeshauptstadt München für das Referat für Bildung und Sport in der Landsberger Straße sowie BSH Bosch und Siemens Hausgeräte in Neuperlach (jeweils über 10.000 Quadratmeter). Am meisten Fläche wurde jedoch im Größensegment von 2.001 bis 5.000 Quadratmeter umgesetzt.

Besonders in den zentralen Innenstadtlagen wurden Büros nachgefragt, wo es mittlerweile kaum mehr freie Flächen gibt. In der Folge weichen Mieter zunehemnd auch in weniger zentralen Lagen und ins Umland aus. Der Büroflächenleerstand gemessen am Durchschnitt der Analysen sank daher von 6,6 Prozent Ende 2013 auf 6,14 Prozent Ende 2014. Die Neubaufertigstellungen entsprachen nur ein knappes Drittel der Neuvermietungen. Die Knappheit in den zentralen Lagen spiegelt sich im Anstieg der Spitzenmiete von 32,44 Euro (2013) auf 33,90 Euro (2014) wider. Dagegen sank die Durchschnittsmiete von 15,30 Euro (2013) auf 14,54 (2014), weil aufgrund des knappen Angebots die Neumieter zunehemnd auch in weniger zentrale Laen ausweichen.

„Die weiterhin gute Nachfrage nach modernen Flächen wird dafür sorgen, dass die Spitzenmiete sich weiter nach oben anpassen wird“, prognostiziert Rainer Knapek, Head of Agency München bei CBRE. Auch beim Flächenumsatz orientieren sich die meisten Maklerhäuser in ihrer Prognose an den Vorjahreswerten. „Wir prognostizieren einen Vermietungsumsatz ohne Eigennutzer von 600.000 Quadratmeter, womit sich der Markt in einem ähnlichen Bereich wie im Jahr 2014 bewegen würde“, erläutert Bigelmaier.

 

 

 

 

 

 

Visualisierung: Brainlab-Zentrale in der Messestadt Riem von kadawittfeldarchitektur