Hotelmarkt: Bettenoffensive für Münchner Gäste

Nicht nur zur Wiesnzeit sind die Münchner Hotels ausgebucht. Dieses Jahr erhöht sich das Angebot um wenige Budgethotels, 2017 deutlich auch in den gehoberen Kategoriesegment der Drei- bis Vier-Sterne-Hotels.

 

Zur Freude der Hotellobby beschloss der Münchner Stadtrat am 2. Juni eine neue Anlaufstelle: Denunzianten können dort illegale Vermietungen von Ferienwohnungen melden.

Ob mit dem Kampf gegen „Zweckentfremdung von Wohnraum“ tatsächlich für Münchner mehr Wohnraum geschaffen wird, ist äußerst zweifelhaft. Lästige Konkurrenz für Budgethotels über die von Portalen wie Airbnb, Wimdu und 9Flats vermittelten Ferienwohnungen wird aber dadurch sicherlich behindert.

Dabei können sich Münchner Hoteliers über mangelnde Auslastung und geringe Erträge nicht beschweren., Dies zeigt die Studie "Hotelmarkt Deutschland“ der Deka. Die Stadt registrierte 2015 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Auslastung um 0,3 Prozent und des durchschnittlichen Zimmerpreises um 3,6 Prozent, sodass der durchschnittliche Zimmererlös (Revenue per Available Room, RevPAR) um 3,9 Prozent zulegte. München hielt die Position als teuerster deutscher Top-Standort beim durchschnittlichen Zimmerpreis von 132,70 Euro und lag bei der Auslastung (78,2 Prozent) nur knapp hinter Hamburg (78,3 Prozent) auf Platz 2.

In den ersten sechs Monaten 2016 verringerte sich zwar die Auslastung, dafür erhöhte sich aber der Zimmerpreis zum Vorjahr um 9,6 Prozent und der RevPAR so um acht Prozent. Als ertragreich erwies sich der April dank der Baumesse Bauma und Sportereignissen wie Champions League und DFB-Pokal. Die Bettenkapazität erhöhte sich 2015 um 5,5 Prozent. Im Stadtgebiet wurden zwölf neue Hotels eröffnet. Etwa zwei Drittel des Bettenangebots in Münchner Hotels und Hotels garni entfallen auf Kettenhotels. Beim Gesamtangebot nimmt das Vier-Sterne-Segment mit 45 Prozent den Spitzenplatz ein vor dem Drei-Sterne-Segment mit 34 Prozent.

Im laufenden Jahr dürfte das Angebot um fünf Häuser mit rund 1.000 Zimmern erweitert werden. 70 Prozent des neuen Angebots entfallen auf das Budgetsegment (zwei Super8-Hotels, Bold München, Motel One).

Danach wird sich allerdings das Angebot deutlich erhöhen. Weitere 29 Projekte mit rund 5.450 Zimmern befinden sich in Bau oder in konkreter Planung (siehe Tabelle links). Dies ist die größte Kapazitätsausweitung von 2017 bis 2020 unter den Top-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München. 2017 und 2018 verschiebt sich in München der Schwerpunkt der neuen Hotels allerdings vom Budgetbereich in das Drei- und Vier-Sterne-Segment. Die Projekte über das Stadtgebiet gestreut mit lokalen Schwerpunkten in der City, am Ostbahnhof und in Schwabing. Künftig könnten aufgrund des höheren Angebots auch Erträge und Auslastung der Münchner Hotels etwas unter Druck kommen – aber kaum im unteren Segment. Kein Grund, über Behördentricks privaten Ferienzimmervermietern und Budgettouristen das Leben schwer zu machen.

Weitere Informationen:

Deka Bank: Hotelmarkt Deutschland 2016

Bildnachweis: Super8 in Laim/ Super8