1.Quartal 2012: Europas Büromärkte schwächeln

Nach dem Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL) zeigt der europäische Büromietmarkt leichte Schwächen. Der JLL Mietpreisindex für Büroflächen ging im Quartalsvergleich um 0,3 Prozent zurück  - der erste Rückgang seit Ende 2009. Gegen den Trend steigen die Mieten in München und Berlin.

 

Trotz der weiterhin insgesamt angespannten Situation gibt es Anzeichen, dass die Belastungen in der Eurozone nachlassen. Nach dem Notkreditpaket der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Jahresbeginn und der Einigung zur zweiten Griechenland-Hilfe Anfang März haben sich die Renditen der Staatsanleihen der Krisenländer entspannt, die Konjunkturindikatoren verbessert. Allerdings bleibt die Sorge um die südeuropäischen Länder sowie um die langfristige Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen. Die Erwartungen an das BIP-Wachstum in der Eurozone wurden vor diesem Hintergrund nach unten korrigiert: für 2012 wird mit einem Rückgang von 0,5 Prozent  gerechnet. Die Stimmung bei den Unternehmen bleibt weiterhin anfällig.

Von den größeren Volkswirtschaften dürften Deutschland und Großbritannien im weiteren Verlauf des Jahres ein stärkeres Wachstum verzeichnen, für Frankreich wird eher von einem Null- Wachstum ausgegangen. Drastische Einbußen müssen voraussichtlich Griechenland, Portugal, Spanien und Italien hinnehmen, in denen die Sparzwänge erheblich sind.

Der Europäische Mietpreisindex für Büroflächen von Jones Lang LaSalle (basierend auf der gewichteten Performance von 24 Index-Städten) zeigt auch im ersten Quartal 2012 eine nur moderate Schwankung. Bei einem Rückgang von 0,3 Prozent - dem ersten Rückgang seit Ende 2009 - bewegen sich die Spitzenmieten zwischen einem Minus von fünf Prozent in Brüssel. Rückläufig sind auch die Büromieten in  Madrid (-1,9 Prozent), Barcelona (-1,4 Prozent) und Paris (minus -1,2 Prozent, siehe Bild oben Büroviertel La Défense ). Dagegen stiegen die Mieten in Luxemburg (5,3 Prozent), Stockholm (2,4 Prozent) und Hamburg (2,1 Prozent). Alle anderen 17 Indexstädte, darunter München waren unverändert.

Die europäische Immobilienuhr von Jones Lang LaSalle zeigt die Spanne der dort abgebildeten 36 Märkte. Während sich Anfang etzten Jahres nur drei Märkte auf bzw. hinter der 9 Uhr Position, im Übergang von Beschleunigtem zu Verlangsamten Mietpreiswachstum bewegten, die meisten dann Ende des Jahres zwischen verlangsamten und beschleunigtem Mietanstieg, sind es mittlerweile immerhin 14 Märkte im Quadranten Verlangsamtes Wachstum. Mit Frankfurt liegt eine deutsche Immobilienhochburg noch auf der 6 Uhr Position.

Da der Fokus der Nutzerinteressen auf gut erreichbaren Flächen in Innenstadtlagen zielt, die weiterhin knapp sind, dürften die Spitzenmieten insgesamt recht stabil bleiben.

 

Quelle: Jones Lang LaSalle