GAP: Neues Design-Hotel bringt frischen Wind ins Werdenfelser Land

In Garmisch-Partenkirchen spielt der Tourismus eine große Rolle. Trotzdem  stimmten die Bürger 2008 gegen ein neues Nobelhotel. Nun hat dort der Projektentwickler Theo Peter das Appartment-Hotel quartier entwickelt, dass sich trotz mutiger Holzarchitektur besser in die Umgebung einfügt.

 

Es fällt auf, es tanzt aus der Reihe, mit seinen vier spitzen und asymmetrischen Giebeln, die an eine Bergkulisse denken lassen. Das von Beer Bembé Dellinger Architekten entworfene Gebäude ist anders als die typische, ortsübliche Bauweise und gleichzeitig auch ihre zeitgemäße Definition jenseits eingefahrener Alpenklischees. Anfang November 2016 hat das quartier eröffnet und beschert Garmisch-Partenkirchen an der historischen Villa Friedheim ein Apartment-Hotel in moderner, klarer Holz-Architektur, das es so in dem traditionellen Luftkurort bisher nicht gab: Errichtet aus regionalen Stoffen und unter baubiologischen Kriterien, eingerichtet mit natürlichen und hochwertigen Materialien, die gut riechen und sich gut anfühlen. Mitten im Herzen des Ortsteils Garmisch direkt am historischen Ortskern gelegen. Den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze, direkt vor der Hoteltüre. Zum quartier gehören eine Tagesbar und ein Forum für Veranstaltungen, Kongresse und Workshops.

Statt Luxushotel ein passendes Wohnquartier mit Bio-Hotel

Das neue Hotel verdankt seine Existenz dem Umstand, dass die Einwohner von Garmisch-Partenkirchen eigentlich gar kein weiteres Hotel mehr wollten. In einem Bürgerentscheid 2008 entschieden sie sich auf Initiative des Verein zum Erhalt der historischen Bau- und Landschaftsstruktur in Garmisch-Partenkirchen (VEHBL) mehrheitlich gegen ein Nobelhaus zwischen Garten-, Höllental-, St.-Martin- und Klammstraße.Auch der Projektentwickler Theo Peter hatte das 2009 zunächst gar nicht im Sinn, als er für den ein innovatives, nachhaltiges Wohnprojekt auf dem ehemaligen Krankenhausareal konzipierte.

Unter der Federführung von Peter ein ganzes Quartier mit 29 Wohneinheiten in moderner Holzarchitektur neu entstanden. Und in direkter Nachbarschaft nun auch das Apartment-Hotel quartier, mit dem für Peter, seine Familie und seine Mitgesellschafter ein mutiger Quereinstieg in die Hotellerie verbunden ist. Entstanden ist dabei ein Haus, in dem die Neu-Hoteliers selbst auch gerne Urlaub machen würden und das ihren Vorstellungen von Qualität und Nachhaltigkeit entspricht: Ein kleines, persönliches Bio- und Apartment-Hotel, das jenseits des Fünf-Sterne Luxus-Highspeeds, Service-Overflows und Wellness-Stresses einen Ort zum Abschalten bietet.

Modern, aber traditionsverwurzelt auf Holz gebaut

Holz gibt den Ton an in den loftartigen Lodges des quartiers, die quasi eine moderne und puristische Interpretation einer Almhütte in Apartment-Form sind. Kuhfelle, Hirschgeweihe und sonstige Insignien zeitgenössischer Alpenromantik aber sucht man hier vergebens. Einziges augenzwinkerndes Zugeständnis ist ein Herzerl-Ornament beim Doppelbett. Neben der puren Ausstrahlung von unbehandelten Holzwänden und Holzmöbeln setzt Theo Peters Frau Eva, die sich um die Inneneinrichtung des Hotels gekümmert hat, auf dezente Farbakzente in Lodengrün, Schiefergrau, Natur- und sanften Pastelltönen bei Textilien, Dekoration und Geschirr. Die Ausstattung ist gut durchdacht, handverlesen, hochwertig ausgewählt und auf das Wesentliche reduziert. Kleine Überraschungen, wie Kräutertöpfe am Eingang jeder Lodge, Leuchten aus upcycelten Feuerlöschern von der Industriedesignerin Lena Peter oder eben das Herzerl-Loch am Bett, brechen gekonnt mit dem angenehmen Minimalismus.

Schutz vor Elektrosmog

Das quartier bietet 18 Apartments für bis zu drei oder vier Personen, darunter auch eine barrierefreie Lodge. Jedes Apartment hat einen Wohn- und Schlafraum, eine kleine Küche mit Sitzecke und eine extra Schlafstube, die sich optimal für Kinder eignet. Die Lodges im Obergeschoss haben eine offene Galerie mit Hängematte, die über eine leiterartige Treppe erklommen werden kann und zum Faulenzen, Spielen und Träumen einlädt.Damit das Abschalten im quartier leichtfällt, gibt es keinen Fernseher. Auch für den Internetzugang haben sich die Peters etwas einfallen lassen: Die Gäste können ihre Lodge an der Hotelrezeption online oder offline schalten lassen. Für eine gute Schlaferholung sind die Zimmer zudem weitgehend gegen den Elektrosmog aus den Nachbarzimmern abgeschirmt. Für erholsamen Schlaf sorgen außerdem Bettwaren aus Naturlatex und Schlaftextilien aus Baumwolle sowie frisch duftende Bettwäsche, die in einer Manufaktur genäht und in der hoteleigenen Wäscherei gewaschen wurde.

Treffpunkt Tagesbar

Wer nach den Aktivitäten des Tages zurück ins quartier kommt und keine Lust auf Selbstversorgung hat, findet in der zum Hotel gehörenden Tagesbar einen Lieblingsplatz, an dem er den Tag ausklingen lassen kann. Die Tagesbar ist nebst Bibliothek mit offenem Feuer, einem kleinen Seminarraum und einem weiteren Apartment für vier Personen in einer Altbauvilla untergebracht, die liebevoll renoviert wurde und mittels eines Zwischentrakts mit dem Hotel-Neubau verbunden wurde. Ein echtes Highlight ist die Dachterrasse der Tagesbar, von der aus die Hotelgäste das Bergpanorama samt Zugspitzblick genießen können. Die Tagesbar öffnet um acht Uhr und bietet für Hotelgäste, Einheimische und Tagesgäste bis 23 Uhr eine kleine, feine Karte mit regionalen und saisonalen Spezialitäten – vom Frühstück bis zum späten Abendessen. Alles frisch zubereitet, ohne Mikrowelle und Convenience-Zutaten. Und bio, denn das quartier ist Mitglied bei den BIO HOTELS, die ihren Gästen kontrolliert-biologische Speisen und Getränke auftischen.

Ort für Seminare und Veranstaöltungen

Einen Ort für Begegnungen bietet auch das Forum im quartier. Es hat Platz für rund 150 Leute und kann für Seminare, Workshops und Tagungen mit oder ohne Service und Bio-Catering gemietet werden. Der 3,5 Meter hohe Veranstaltungsraum lebt wie das gesamte Hotel von seiner kraftvollen Reduziertheit und aussagekräftigen Details. Mit Wänden aus Sichtbeton und von der Decke hängenden Gärten lässt das Forum viel Raum für kreative Gedanken und einen lebhaften Austausch. Wer gerne alles unter einem Dach hat und Übernachtungsmöglichkeiten braucht, kann das Forum auch zusammen mit den Lodges und dem Apartment für Veranstaltungen mieten.

Quellen: Pressemeldung Garmisch-Partenkirchen, 01. Dezember 2016.

Bildquelle und Bildrechte: gap.Quartier GbR - Fotograf Bert Heinzlmeier