Gasthaus zum Bären: Mittelpunkt der Villenkolonie Gauting

Nachdem bereits einige Häuser in der Villenkolonie Gauting errichtet waren, entstand 1911 nach einem Entwurf des Architekten Christian Kessler das Gasthaus zum Bären. Unter dem neuen Namen „Gautinger Hof“ ist es das führende Hotel am Platz.

 

Der Architekt Christian Kessler ist einer der Väter der ab 1902 entstandenen Villenkolonie Gauting. So war er für die technische Leitung der Projektgesellschaft und die Abwicklung von Planung und Verkauf der Villen zuständig. Kesslers bekanntestes und größtes Werk in Gauting entstand jedoch im Jahr 1911 relativ spät: Das Gasthaus „Zum Bären“ an der Nordseite des Pippinplatzes.

Kessler entwarf das Gebäude als , dreigeschossiger Walmdachbau mit Zwerchhaus im Reformstil. An der Nordseite entlang der Pippinstraße wird das Gebäude von zwei Eckerkern flankiert. Dort befindet sich ein aufwendig stuckierter Eingangsvorbau.

Im Inneren weist das Gebäude schöne mit dunklem Holz verkleidete Gasträume auf. Ein  Biergarten an der südwestlichen Seite des Gebäudes hin zum Pippinplatz und entlang der Unterbrunner Straße lockt in schönen Tagen Gäste zum verweilen an.

Mit der Errichtung des lange geforderten Wirtshauses wurde ein wesentlicher Infrastruktur-Baustein der Villenkolonie sichergestellt. Das Gasthaus wurde zur Anlaufstelle der Ausflügler und der Villenkolonisten und stellte mit Fassbier und Frischfleisch mit der angeschlossenen Metzgerei die Versorgung sicher. Es ist bis heute der Mittelpunkt der Kolonie geblieben.

1980 stand das prägende Gebäude im barockisierenden Stil kurz vor dem Abriss. Engagierten Gautingern, allen voran dem Bürgerforum, gelang es damals, das Wirtshaus zu retten.

Seit Mitte 2009 wird das Hotel unter dem neuen Namen Gautinger Hof von der gebürtigen Japanerin Izumi Sammer geführt. Eigentümerin ist laut einer – allerdings etwas älteren – Meldung des Merkur die Bayerische Immobilien AG München von der Schörghuber-Gruppe.

Quellen: Gerhard Schober: Die Gautinger Villenkolonie, 2014; Seite 58; Bayerisches Landesamt  für Denkmalpflege; http://www.merkur.de/lokales/regionen/gautinger-japanischer-hand-238567.html

Bildnachweis: Fotos von Ulrich Lohrer