Hahn-Report: Neue Trends für Konsumtempel

Laut einer Studie der Hahn Gruppe wächst der Onlinehandel nur noch einstellig und errichtet nun sogar Vorzeigegeschäfte in den Metropolen. Zu den wachstumsstarken Segmenten zählen auch der Bio-Lebensmittelbereich, Drogerieketten und Baumärkte.

 

Die niedrigeren Energiekosten, mehr Beschäftigung und der Anstieg der Einkommen der Konsumenten bescheren dem deutschen Handel volle Kassen. Trotz des starken Umsatzwachstums  2015 erwartet das Marktforschungsunternehmen GfK im gesamten Einzelhandel für 2016 einen weiteren Umsatzanstieg von 1,2 Prozent. Dies wirkt sich, wie der neue „Retail Real Estate Report“ der Hahn Gruppe zeigt, auch auf die Einzelhandelsimmobilien aus.

Erstmals seit 2011 wurden im vergangenen Jahr in Deutschland wieder die Verkaufsflächen ausgeweitet. Sie erhöhten sich um 0,4 Prozent auf 118,3 Millionen Quadratmeter und werden sich laut GfK dieses Jahr um 0,6 Prozent auf 119 Millionen Quadratmeter erhöhen.

Ausschlaggebend hierfür ist das Wachstum der Drogerie- sowie der Möbel- und Baumärkte, aber vor allem der Biosupermärkte. Am stärksten hatten 2015 Denn´s (+ 17,7 Prozent), Bio Company (+ 9,2 Prozent) und Alnatura (+ 9 Prozent) sowie die Drogeriemärkte dm (+ 7,2 Prozent) und Rossmann (+ 5,2 Prozent) Flächen ausgeweitet.

Der von den Objektvermietern als Gefahr wahrgenommene Onlinehandel hat sich mit einem Zuwachs von „nur“ sieben Prozent von den zweistelligen Zuwachsraten der Vergangenheit endgültig verabschiedet. Neben Sättigungseffekten ist hierbei auch die Tatsache zu berücksichtigen, dass reine Onlineeinkäufe den Ausnahmefall darstellen. Zunehmende Bedeutung gewinnen Mischkonzepte, die sowohl stationäre wie auch Onlineelemente aufweisen. Immer häufiger eröffnen im Umkehrzug als reine Online- Konzepte gestartete Anbieter wie Amazon (Buchgeschäft), Mister Spex (Optik) oder der Sportanbieter 21Sportsgroup (21run in München) stationäre Geschäfte in prominenten Lagen der Metropolen.

Im CBRE-Ranking der Top-7-Einzelhandels-Standorte kann München sowohl in den Teilscores Soziodemografie, Regionalökonomie und Handelswirtschaft wie auch im gewichteten Gesamtscore den Spitzenplatz mit Abstand behaupten (siehe Tabelle links). Stark verbessern konnten sich Berlin und Frankfurt am Main.

Auch die Investoren kaufen 2016 wieder verstärkt Einzelhandelsimmobilien. Gleichzeitig sehen 58 Prozent von ihnen erste und zehn Prozent von ihnen ernste Überhitzungstendenzen. Tatsächlich sind die Preise nochmals gestiegen und die Renditen weiter gesunken.

Weitere Informationen:

Hahn Gruppe: Retail Real Estate Report Germany 2016/2017

Bildnachweis: 21run in München/ 21 Sportsgroup