Bürobeschäftigung: Wachstum schwächt sich ab

Die Bürobeschäftigung in Deutschland ist laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln) im zweiten Quartal 2013 nur noch langsam gestiegen. Auch in München, das seit Mitte 2010 einen überdurchschnittlichen Anstieg verzeichnete, kam es zu einem Rückgang der Bürobeschäftigten.

 

 

Gegenüber dem Vorquartal nahm die Bürobeschäftigung in Deutschland nur um 0,6 Prozent zu, gegenüber dem Vorjahr entspricht dies aber immer noch einer Steigerung um 2,8 Prozent. Insgesamt steigt die Bürobeschäftigung, die ein wesentlicher Bestandteil der Büronachfrage ist, beständig, wenn auch mit geringerem Schwung. Dies zeigen auch die Ergebnisse für die großen Bürometropolen. In Berlin, Hamburg und speziell in München legte die Beschäftigtenzahl sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch dem Vorjahr immer noch überdurchschnittlich zu (Schaubild). In Frankfurt stagniert hingegen der Markt, was vor allem auf strukturelle Gründe zurückzuführen ist.

Bemerkenswert ist die Situation außerhalb der Top-Standorte (Tabelle rechts). So ist die Bürobeschäftigung in Dortmund (5,7 Prozent) und in Bremen (5,6 Prozent) im Vorjahresvergleich schneller gestiegen als etwa in München. Lediglich in Leipzig gab es gegenüber dem Vorquartal noch deutliche Zuwächse, anderswo legte die Beschäftigtenzahl nur leicht zu oder stagnierte. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass dies vor allem auf saisonale Effekte zurückführbar ist.

Auch einige Regionen Ostdeutschlands, darunter neben Leipzig zum Beispiel auch Dresden, zeigen derzeit eine starke Wachstumsdynamik, die den Büromarkt für Investoren zunehmend attraktiv macht. Essen und Magdeburg sind hingegen die einzigen Städte, in denen im Vergleich zum Vorjahr die Bürobeschäftigung zurückgegangen ist, in Essen mit 1,5 Prozent sogar relativ deutlich. Hierfür verantwortlich sind unter anderem Verschiebungen von Arbeitsplätzen nach Duisburg und Dortmund.

Dass sich das Wachstum im Bürobeschäftigtenmarkt insgesamt abgeschwächt hat, ist zu einem wesentlichen Teil einem saisonalen Effekt geschuldet. Zwar sind die verfügbaren Zeitreihen noch recht kurz, doch es zeigt sich, dass der Beschäftigtenaufbau primär im 3. Quartal erfolgt. Durchschnittlich stieg die Zahl der Bürobeschäftigten im 3. Quartal um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In den übrigen Quartalen gab es hingegen durchschnittlich nur Zuwächse zwischen 0,1 und 0,4 Prozent. Im 4. Quartal fällt die Beschäftigung im Durchschnitt sogar. Die meisten Einstellungen scheint es somit nach der Sommerpause zu geben. Da die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahr 2013 insgesamt noch weiter zugelegt hat, ist eine erneute Steigerung der Bürobeschäftigung im 3. Quartal 2013 wahrscheinlich.

 

 

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln

Grafik, Foto: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln