Konsumtempel: Joseph Pschorr Haus in Altstadt eröffnet

Mit dem Einkaufstempel im Zentrum der Altstadt ist ein neuer Glanzpunkt der Konsums in München fertiggestellt. Das Joseph Pschorr Haus mit seinen Mietern SportScheck, Forever 21 und MANGO öffnete in der Münchner Fuß­gänger­zone seine Pforten.

 

Am 10. Oktober um 10 Uhr eröffnete das zwischen der Neu­­hauser Straße, der Eisen­mannstraße und dem Alt­heimer Eck ge­le­gene Joseph Pschorr Haus.

Christine Strobl, Zweite Bürgermeisterin der Landes­haupt­stadt München, Alexandra Schörghuber, Vor­sitzende des Stiftungsrates der Schörg­huber Unternehmensgruppe, Dr. Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Ge­schäfts­führung des Tochterunternehmens und Pro­jektentwicklers, Bayerische Haus­bau, sowie die Vertreter der Einzelhandels­mieter zerschnitten symbolisch vor der Kulisse des Geschäftshauses ein weißes Band und machten damit den Weg frei für die rund 500 mitunter schon seit den frühen Morgen­stun­den gespannt warten­den Besucher (siehe Bild links).

Die 19.000 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche, die sich auf das Erdge­schoss, drei Ober­geschosse sowie ein Unter­geschoss des Gebäudes verteilt, war bereits zwei Jahre vor Fertigstellung vollständig vermietet. Das Sportfachgeschäft SportScheck ver­legt sein Stammhaus von der Sendlinger Straße auf 10.000 Quadratmeter des Joseph Pschorr Hauses. Die amerikanische Modekette Forever 21 eröffnet auf rund 6800 Quadratmeter nach Berlin den zweiten Shop in Deutschland und MANGO betreibt auf rund 2.300 Quadratmeter in der Ecklage Neuhauser Straße / Eisenmannstraße den weltweit größten Store der Einzelhandelskette.

Einleitend zu den Eröffnungsfeierlichkeiten dankte Dr. Jürgen Büllesbach von der Bayerischen Hausbau den ins­ge­samt rund 1000 am Bau beteiligten Arbeitern, allen Planern, der Landes­haupt­stadt München sowie den Berliner Architekten Kuehn Malvezzi: „Sie alle haben mit großem Engagement dazu beigetragen, dass dieses Gebäude planmäßig an städte­­baulich und historisch so prominenter Stelle – an dem Standort, an dem einst die Pschorr Bierhallen standen und an dem Richard Strauss geboren wurde – fertig gestellt werden konnte. Ich freue mich über den ausgesprochen bunten und attraktiven Mietermix, von dem ganz sicher eine Magnetwirkung ausgehen wird und der neues Leben in die Innenstadt bringt.“ 

Der Abriss und der Bau des Joseph Pschorr Haus inmitten der Münchner Altstadt neben der am meisten frequentiertesten Fußgängerzone Deutschlands, hatte an Planer, Bauunternehmen und sonstigen Beteiligten einiges abverlangt. Insgesamt wurden im Joseph Pschorr Haus auf einer Grundstücksfläche von rund 5.000 Quadratmeter rund 48.000 Kubikmeter Beton und 5500 Tonnen Stahl verbaut.

Ab Mitte Oktober 2013 startet auch die Vermietung der 25 exklusiven Wohnein­heiten im gehobenen Segment, die sich auf rund 2.500 Quadratmeter Mietfläche der vierten und fünften Etage, mit zum Teil Blick auf die Frauenkirche und die gegen­über­liegende Kirche Sankt Michael, erstrecken. Stellplätze für die Wohnungen sowie den Einzelhandelsbereich befinden sich in dem dazugehörigen öffentlichen Park­haus im zweiten und dritten Untergeschoß. Die ehemalige Hochgarage wurde ver­legt, um mehr Raum für den Einzelhandel zu schaffen. Im vierten Untergeschoß ist neben dem Lager und den technischen Zentralen die Anliefe­rungs­zone unter­ge­bracht, die über einen Lkw-Aufzug er­reichbar ist.

Bereits im Dezem­ber 2010 wurde das Joseph Pschorr Haus mit dem Vorzertifikat der Deutschen Ge­sell­schaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausge­zeich­net. Mit ins­gesamt 82,7 Prozent hat das Gebäude die beste Kategorie „Gold“ er­reicht. Diesen Spitzenwert erzielt das Joseph Pschorr Haus unter anderem durch den Ein­satz einer Fotovoltaikanlage. Der durch diese Anlage gewonnene Solar­strom wird zu 100 Prozent für die Eigenversorgung in der Haustechnik zum Heizen, Kühlen und Lüften verwendet. Zudem wird das Joseph Pschorr Haus an das Fern­wärme-­ und Fernkältenetz der Landeshauptstadt München angeschlos­sen. Fern­wärme und -kälte gelten in München als ökologischste Form der Energie­ver­sor­gung für Heizung, Warmwasser und Kühlung. Des Weiteren wird das Regen­­­wasser für das Kühl­system und die Bewässerung der Grünflächen des Joseph Pschorr Hauses genutzt. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes wird in Be­zug auf die der­zeit gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) um rund 30 Pro­zent unterschritten.

Ein grüner Blickfang

Ein Highlight des Entwurfs der Architekten Kuehn Malvezzi ist ein großer, sich nach oben erweiternder Lichthof an historischer Stelle in der Mitte des Gebäudes. Wie eine Theaterbühne ist er von den Verkaufsräumen auf der Nordseite zu sehen. Die Bühne bildet ein gläsernes Gewächshaus, das vertikal angeordnet ist und sich über das erste bis dritte Obergeschoss erstreckt. In den gefalteten, beschichteten Glas­flächen des Innenhofes spiegeln sich die Pflanzen für den Betrachter wie in einem riesigen Kaleidoskop. Eine aus­gefeilte Tech­nik sorgt für das notwendige Klima im Gewächshaus. Der Licht­hof dient aus Sicher­heits­gründen jedoch ledig­lich als Blick­­fang und ist nicht öffent­lich begehbar.

Erfahrung bei der Projektentwicklung in zentraler Innenstadtlage kann die Baye­rische Hausbau bereits bei der Sanierung des Alten Hofs oder der Erricht­ung des Benetton-Stores in der Kaufingerstraße 15 vorweisen. Aktuell baut sie die Gast­stätte Donisl neu, bis auf die Fassade des Gebäudes, die erhalten bleibt. An der Bayer­straße errichtet sie in direkter Nähe zum Hauptbahnhof ein Aloft Hotel. In Planung ist zudem die Überarbeitung der Fassade und die Umgestaltung von Teil­flächen des Gebäudes Marienplatz 22.

Foto Eroeffnung JPH 1 (v.l.n.r.): Jürgen Habermann, Geschäftsführer Sport­Scheck; Guido Jaenisch, Geschäftsführer SportScheck; Torsten Rudolph, Geschäfts­­leiter Filiale München SportScheck; Alexandra Schörghuber, Vor­sitzende des Stiftungs­rates der Schörg­huber Unternehmensgruppe; Stefan Herzog, Sprecher der Geschäftsführung SportScheck; Christine Str0bl, Zweite Bürger­meisterin der Landes­haupt­stadt München; Dr. Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Ge­schäfts­führung Bayerische Haus­bau.

Der Bau des Joseph Pschorr Haus ist neben der Errichtung des Einzelhandels- und Geschäftsquartier Hofstatt und dem Palais an der Oper die dritte Fertigstellung eines Einzelhandelsgroßprojekte in der Münchner Altstadt innerhalb weniger Monate. Die Gebäude zählen zu den größten Investitionen in dem Stadtbezirk der vergangenen Jahre und haben im Fall des Palais an der Oper und zuletzt im Fall der Hofstatt als Objektverkäufe ein Volumen pro Immobilie von um die 300 Millionen Euro erzielt. 

 

Quelle: unter anderem Pressemeldung Bayerische Hausbau vom 10.10.2013

Bildquelle: Bayerische Hausbau