Hauptbahnhof: RFR Holding kauft Karstadt für rund 250 Millionen Euro

Nur 18 Monate nachdem das Joint Venture aus Signature Capital und dem Europa-Fonds Episo 3 das Karstadt am Hauptbahnhof von Highstreet erworben wurde, verkaufte es nun den Gebäudekomplex mit Gewinn an die Investmentfirma RFR Holding weiter.

 

 

Bislang gehörte die bekannte Immobilie der Investmentgesellschaft Signature Capital und dem Europa-Fonds Episo 3, der von Tristan Capital Partners beraten wird. Es befindet sich am Bahnhofsplatz 7des Stadtteils Ludwigsvorstadt-Kliniken im Bezirk Ludwigsvorstadt-IsarvorstadtSignature hatte das Haus erst Anfang 2015 für 180 Millionen Euro von Highstreet erworben. Nun verkaufen die Eigentümer das Haus nach nur rund 18 Monaten mit einem deutlichen Aufschlag weiter. Der Kaufpreis soll laut Marktkreisen bei rund 250 Millionen Euro gelegen haben.

Das historische Gebäude am Bahnhofsplatz wurde 1905 von dem Münchner Architekten Max Littmann entworfen und 1971 durch einen Neubau erweitert. Das Objekt mit sechs Stockwerken verfügt über eine Fläche von 56.000 Quadratmetern auf sechs Geschossen, die komplett vom Warenhaus Karstadt belegt sind. Außerdem gehören 500 Tiefgaragenparkplätze zu dem Komplex.

Schon seit längerem gibt es Pläne, den hinteren Teil abzureißen, um höhere Mieterträge zu realisieren. Es ist anzunehmen, dass RFR diese Pläne weiterverfolgen werde.

Die Verkäufer wurden von der Berliner Rechtsanwaltskanzlei Greenberg Traurig beraten; der RFR Holding standen Clifford Chance und BNP Paribas Real Estate zur Seite. Die RFR Holding der deutschstämmigen Immobilieninvestoren Aby Rosen und Michael Fuchs hatte erst kürzlich mit dem Kauf des Saturn-Kaufhaus in der Hamburger Mönckebergstraße für über 115 Millionen Euro für Aufsehen gesorgt.

Quellen: Pressemeldung Clifford Chance vom 04.08.2016, RFR Holding, Immobilienzeitung

 

HSH Nordbank finanzierte Karstadt-Immobilien-Kauf

Die HSH Nordbank stellt der Joint Venture Gesellschaft European Property Investors Special Opportunities 3 L. P. (EPISO 3 Fund), beraten durch Tristan Capital Partners LLP London und Signature Capital, eine Finanzierung in Höhe von insgesamt 130 Mio. Euro für den Ankauf einer Einzelhandelsimmobilie zur Verfügung. Die Signature Capital ist als Co-Investor mit Minderheitsanteil und Asset-Manager beteiligt. Die Immobilie befindet sich in der Münchener Innenstadt nahe dem Karlsplatz und ist derzeit vollständig an die Karstadt Warenhaus GmbH vermietet.

Das Objekt besteht aus zwei miteinander verbundenen Bauteilen. Auf sechs Geschossen finden sich hier circa 90.000 Quadratmeter Mietfläche, von der Karstadt rund zwei Drittel für den Einzelhandel nutzt. Die Lage zwischen dem Karlsplatz (‚Stachus‘) und dem Hauptbahnhof zählt zu den besten Handelslagen in der Münchener City. Zudem verfügt das Gebäude über vier Schaufensterfronten, unter anderem zur Fußgängerzone in der Schützenstraße. Mehrere Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs sind direkt zugänglich, und es stehen gut 500 Parkplätze zur Verfügung.

Tristan Capital Partners ist ein unabhängiger Immobilien-Investment-Manager mit Sitz in London, der zu den Marktführern in Europa zählt. Seit mehr als 15 Jahren überzeugen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Erfahrung und einem exzellenten Urteilsvermögen. Derzeit werden acht Fonds mit rund fünf Milliarden Kundeneinlagen von dem Unternehmen beraten. Ali Otmar, Managing Director of Investments bei Tristan Capital, sagte: „Die Zusammenarbeit mit der HSH Nordbank bei dieser Transaktion war einmal mehr sehr professionell. Unsere Ansprechpartner bei der Bank sind auf die Beratung internationaler Investoren bei ihren Engagements in Deutschland spezialisiert und verfügen hier über ein ausgezeichnetes Know-how.“

„Mit der Tristan Gruppe und Signature Capital haben sich zwei renommierte internationale Investment-Manager zusammengetan. Beide Unternehmen engagieren sich bereits seit Jahren höchst erfolgreich auf dem deutschen Immobilienmarkt und verfügen über eine umfassende Branchenexpertise. Mit dem Ankauf dieser Immobilie in bester Münchener Einkaufslage mit einer sehr hohen Besucherfrequenz ist ihnen ein weiteres gemeinsames attraktives Investment in Deutschland gelungen“, sagte Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden bei der HSH Nordbank.

Die HSH Nordbank wurde bei der Transaktion von Taylor Wessing beraten.

Quelle: pressemeldung HSH Nordbank vom 23.04.2015

 

16.05.2015: Highstreet verkauft Karstadt-Immobilie

Nach Medienberichten hat die deutsch-irische Investmentgesellschaft Signature Capital die Einzelhandelsimmobilie am Hauptbahnhof gekauft.

Wie aus Kreisen der Immobilienwirtschaft heißt, soll der Kaufpreis bei 180 Millionen Euro liegenWie die „SZ“ am 16. Mai berichtete, hätte sich auch der Essener Shoppingcenter-Entwickler mfi, der auch die Pasing Arcaden und die Riem-Arcaden betreibt, für das Objekt an der Schützenstraße interessiert. „Bislang gehörte der Gebäudekomplex dem Immobilienkonsortium Highstreet, welches das Karstadt-Haus an die Iren verkauft hat - für 180 Millionen Euro, wie es in Immobilienkreisen heißt. Für Signature Capital ist dies ein Investment, das gut ins Profil der Gesellschaft passt“, heißt es in der „SZ“. Das Objekt im Bahnhofsviertel befindet sich im Stadtteil Ludwigsvorstadt-Kliniken im Bezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren haben eine Reihe von Kaufhäuser in der Münchner Innenstadt die Eigentümer gewechselt, so etwa das Oberpollinger am Karlstor, das Gebäude des Kaufhaus Hettlage in der Alten Akademie oder das neue Einzelhandelszentrum Hofstatt in der Sendlinger Straße.

Das Kaufhaus am Bahnhofsplatz wurde 1904 bis 1905 von dem Architekten Max Littmann für die Warenhauskette Tietz erbaut. Es ist neben dem Oberpollinger eines der ersten Kaufhausbauten in München. Hinter der historisierende Muschelkalkfassade versteckte Littmann einen nach neuesten Stand der damaligen Technik errichteten Hallenbau mit einem Stahlbeton-Stützenraster. Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zwar äußerlich wieder errichtet, nicht jedoch der berühmte Lichthof und die Jugendstilausstattung. 1970 ergänzte es der Münchner Architekt Fred Angerer durch einen Erweiterungsbau.

Die Eigentümerverhältnisse sind jedoch kompliziert, was einige Kaufinteressenten abschreckte. So gibt dort noch unterschiedliche Eigentümer für Laden- und Büroflächen sowie für die Arztpraxen. Außerdem sind Flächen in Händen von Erbbaurechtsgebern. Der Mietvertrag mit Karstadt soll jedoch bis zum Jahr 2026 laufen.

 

Quellen: „SZ“ vom16.05.2014; Winfried Nerdinger – Architekturführer München;

Foto: Ulrich Lohrer