Lebensmittelbranche: Zuwachs bei Bio- und Regional-Produkte

Obwohl der bayerische Einzelhandel bei Lebensmittel einen Rekordumsatz von 26 Milliarden Euro erzielte, verschwinden zunehmend kleinere Händler mit Flächen unter 800 Quadratmeter. Es sei denn, sie haben sich auf die Wachstumsbranchen von Bio- und Regionalprodukte in zahlungskräftigen Gegenden spezialisiert.

 

Der bayerische Lebensmitteleinzelhandel hat seinen Umsatz 2014 erneut steigern können. Wie der Vizepräsident des Handelsverbands Bayern (HBE), Matthias Zwingel, sagte, habe man im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 26 Mrd. Euro erzielt. Dies ist eine Zunahme von 2,5 Prozent gegenüber 2013. Davon wurden allein in München 2014 rund vier Milliarden Euro mit Lebensmittel umgesetzt. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Geschmack und Qualität sind beim Kunden gefragt.“ Für Bayerns Lebensmittelgeschäfte ist dies bereits das fünfte Jahr mit einem Umsatzzuwachs.

Auf der Gewinnerseite waren erneut die klassischen Supermärkte, also die Vollsortimenter, mit einer Verkaufsfläche zwischen 1200 und 3000 Quadratmetern. Weiterhin unter Druck sind dagegen Lebensmittel-Einzelhändler mit kleineren Verkaufsflächen. Etwas verloren haben auch die Discounter und die kleineren Supermärkte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter.

Die Entwicklung der Discounter zeigt, dass die Zeiten der zweistelligen Zuwachsraten vorbei sind. Trotzdem ist der Marktanteil der Discounter mit rund 40 Prozent immer noch hoch und recht stabil.

Megatrend Bio

Ein wichtiger Eckpfeiler für die erneute Umsatzsteigerung war der anhaltende Trend zu Bio-Produkten. So sind biologisch angebaute Lebensmittel seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. In Bayern ist 2014 der Umsatz mit Bio-Produkten auf rund 1,2 Milliarden Euro angestiegen (+4,5 Prozent gegenüber 2013). Zwingel: „Leider kann jedoch oft genug die wachsende Nachfrage nach Bio-Gemüse oder Bio-Fleisch aus heimischer Produktion nicht befriedigt werden.“

„Made in Region“ ist gefragt

Neben Bio-Produkten schätzen immer mehr Verbraucher regional erzeugte Lebensmittel. Zwingel: „Für unsere Kunden sind regionale Produkte ein Stück Heimat, die Vertrautheit, Sicherheit  und Nachhaltigkeit bedeuten. Für Lebensmittel aus ihrer direkten Umgebung greifen viele Kunden außerdem gerne tiefer in die Tasche.“ Mittlerweile ist der Umsatzanteil mit heimischen Produkten auf über 20 Prozent gestiegen.

Lebensmittel per Mausklick

Zwar steckt der Internet-Handel mit Lebensmitteln derzeit noch in den Kinderschuhen, doch dies wird sich in den kommenden Jahren ändern. Nur 0,4 Prozent der Food-Umsätze in Bayern laufen derzeit online. Doch die Faktoren Zeit und Bequemlichkeit werden dazu führen, dass immer mehr Verbraucher ihre Lebensmittel online einkaufen. Zwingel: „Viele Experten gehen davon aus, dass der Lebensmittel-Online-Handel 2020 einen Marktanteil von 10 bis 20 Prozent haben könnte.“

 Durch den steigenden Online-Anteil wird sich in Bayern das Sterben der Supermärkte beschleunigen. Zwingel: „Gerade in kleineren Orten und Stadtbezirken wird sich die Situation verschärfen. Darunter leidet dann die örtliche Nahversorgung und letztendlich auch die Lebensqualität der Menschen.“ Derzeit gibt es in Bayern noch rund 9.000 stationäre Lebensmittelgeschäfte.

 

Quelle: PressemeldungHBE Handelsverband Bayern, Presseveranstaltung vom 20.01.2015

Foto: Lebensmittelbereich in einem Lidl-Geschäft; Di´Medici