Maxvorstadt: Ambiente Direkt mietet im Lenbachpalais

Der Onlinehändler für Designermöbel und Wohnaccessoires mietet die 3.000 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche zum Verkauf und zur Präsentation seiner Produkte angemietet. Die angemieteten Flächen wurden vormals vom Innenausstatter Kokon genutzt.

 

Das prominente, von Friedrich von Thiersch entworfene Gebäude direkt am Lenbachplatz, vom Immobilienunternehmer Jürgen Schneider 1997 kernsaniert, zählt zu den bekanntesten und prägnantesten Immobilien in ganz München. Nach gut 30 Jahren hatte Helmut Ronstedt, Unternehmer aus Hechendorf, im Sommer 2016 aus Altersgründen sein Einrichtungshaus Kokon am Lenbachpalais und beim Seefelder Schloss geschlossen, da seine beiden Kinder beruflich andere Pfade eingeschlagen und ein Nachfolger für seine Handelsgesellschaft Kokon Mobiliar und Innendekorationen GmbH nicht gefunden werden konnte.

Stock Real Estate vermittelte die Anmietung, die in Zusammenarbeit mit der 1a Retail erfolgte. Stock Real Estate wurde vom Eigentümer des Lenbachpalais, einem Family Office, exklusiv mit der Vermarktung des Objekts beauftragt.

Quellen: Stock Real Estate, immobilienreport

Bildnachweis: klein Stock Real Estate, groß (oben) Ulrich Lohrer

Vom Bernheimer-Haus zum Lenbachpalais

Für den jüdischen Kunsthändler, Kaufmann und Königlich Bayerischen Hoflieferanten Lehmann Bernheimer (1841–1918) entwarf Friedrich von Thiersch einen neobarocken Palast als Wohn- und Geschäftshaus im Lenbachplatz 5 und Ottostraße 4/6/8 im Viertel Königsplatz der Maxvorstadt in München. Thiersch verwendete dabei die damals modernste Bautechnik, um den Ladenbereich großzügig verglasen zu können, überbrückten Stahlträger die großen Öffnungen der Fassade. Der Ladenbereich erstreckte sich über ein Unter- und zwei Obergeschosse. Im dritten und vierten Stockwerk befanden sich die Wohnräume. Während realisieren zu können.  Die Fassade gestaltete der Architekt und bekannteste Vertreter des Jugendstils, Martin Dülfer. 1909 wurde der Komplex durch einen Anbau an der Ottostraße erheblich erweitert.

Als die Familie Bernheimer ihr Münchner Stammhaus des Kunsthandel im Bernheimer Palais auflösten, wurden das Gebäude durch den Architekten Alexander von Branca Ende der 1980er Jahre umgestaltet. Branca rekonstruierte Teile der Fassaden, entkernte aber Teile des Baus und zerstörte originäre Innenräume wie der Gobelinsaal im Anbau von 1909.

Das Gebäude wurde anschließen als Geschäftshaus (Kokon) und Restaurant („Lenbachs“) sowie als Bürohaus umgebaut. Auftraggeber war der Immobilienunternehmer Jürgen Schneider, der sich vor allem durch die aufwendige Sanierung historischer Immobilien wie die Mädler-Passage und Barthels Hof in Leipzig einen Namen machte. Schneider geriet aber in Zahlungsprobleme, weshalb sich die Umgestaltung des Bernheimer Hauses verzögerte. Nach seiner Milliardenpleite im Jahre 1994 wurde Schneider 1995 verhaftet und wegen Kreditbetrugs und Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt.

Über den Schneiders Kreditgeber gelangte das Lenbachpalais schließlich in das Eigentum eines Family Office.