Münchner Hotelmarkt 2012 - Für Investoren ausgebucht

Der Hotelmarkt in Bayerns Landeshauptstadt punktet mit hohen Zimmererträgen und guter Auslastung. Kein Wunder, dass Anleger trotz hoher Hotelpreise hier anlegen wollen. Allerdings trennen sich kaum Besitzer von ihren Hotels. Und die Banken finanzieren ungern neue.

 

An der Moosacher Straße, zwischen Olympiadorf und dem Industriegebiet der Knorrbremse, erwartet man nicht gerade Touristenströme. Dennoch kann sich der Betreiber des Januar 2011 eröffneten Leonardo Hotels (Bild oben) nicht beklagen.

Aufgrund von sieben Tagungsräumen, einem Ballsaal, einem großen Lounge-Bereich (Bild links) und der Nähe zur U-Bahnhaltestelle Oberwiesenfeld ist das Hotel mit 424 Zimmern in Form eines überdimensionierten Schuhkartons mit Geschäftsleuten gut ausgelastet. Bis Ende Dezember lockt ein „Royaler Hüttenzauber“ – einem rustikalen Ambiente einer Berghütte mit knisterndem Kaminfeuer. 

Ende 2011 wurden zwei weitere Hotels in München eröffnet. Das Derag Hotel Campo die Fiori (43 Zimmer, Bild rechts) in der Nähe des Viktualienmarktes sowie das Ibis Hotel München Süd in Obergiesing (133 Zimmer).

Die größte Neueröffnung 2012 war die des Pullmann Munich in Schwabing (Bild links). Das ehemalige Renaissance Hotel weist 331 Zimmer auf und ist nun im Eigentum der Event Holding, die das Hotel in der Theodor-Dombart-Straße auch betreibt.

Dieses Jahr wurden in München keine größeren Verkäufe getätigt. Im vergangenen Jahr gab es dagegen gleich mehrere größere Verkäufe: neben dem Renaissance-Hotel in Schwabing (Verkaufspreis vertraulich) wechselte mit dem NH Hotel München Airport (30 Millionen Euro Kaufpreis, Käufer: Invesco) ein weiteres Vier-Sterne-Hotel den Besitzer . Zudem kaufte die HIH das Etap Hotel München Messe (Kaufpreis neun Millionen Euro) und die Patrizia GewerbeInvest das Motel One München City Süd an der Tegernseer Landstraße (Kaufpreis: 17,9 Millionen Euro), beides Zwei-Sterne Hotels.

2012 ist auch bundesweit an Verkäufen nicht so viel geboten. „Bis einschließlich des dritten Quartal lag das Transaktionsvolumen bei etwa 630 Millionen Euro – dies ist zum Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 810 Millionen Euro fast ein Viertel weniger“, so Olivia Kaussen, Head of Hotels beim Immobienstleister CBRE.

Dabei ist die Isarmetropole unter Investoren und Betreiber beliebt. Die Hotels weisen nach Informationsdienst STR Global eine im deutschen Städtevergleich sehr hohe Belegung von über 70 Prozent auf. Hier werden mit 90,60 Euro die höchsten Erträge (RevPAR) pro Zimmer erwirtschaftet (siehe Tabelle unten). „Auch im europäischen Städtevergleich rangiert München unter den ersten sieben Toplagen und liegt somit oberhalb der Durchschnittswerte“, so Janin Rynski vom Hotel Research bei Colliers International.

Trotz steigender Übernachtungszahlen (sieheGrafik links unten) werden relativ wenig neue Hotels gebaut. „Die Banken halten sich mit der Finanzierung sehr zurück“, so Kaussen.

In 2012 entstehen mit dem Angelo Designhotel, dem Mc Dreams und dem Eurostars Hotel drei Hotels mit etwa 490 Zimmern. Nächstes sind zwei Hotels, das H2 Hotel Neue Messe und das Ramada Hotel Neue Messe, mit rund 550 Zimmern geplant. „Die Hotelmarktstruktur wird hauptsächlich durch Drei- und Vier-Sterne-Häuser geprägt“, so Rynski (siehe Grafik rechts).

Die Schörghuber-Gruppe setzt auf eine Zusammenarbeit mit der Starwood Hotels & Resorts Worldwide, Inc und seine rasant wachsende Marke Aloft Hotels. In Stuttgart und in München werden künftig Alofts Hotels von der Schörghuber Unternehmensgruppe entwickelt und von Starwood betrieben. Mit den für das Jahr 2015 geplanten Eröffnungen feiert die Marke Aloft ihr Debüt in Deutschland.

Das Aloft München ist Teil eines Mischnutzungskonzepts in der Nähe des Münchner Stadtzentrums und in Gehdistanz zu Geschäften, Cafés und Restaurants. Unmittelbar am Münchner Hauptbahnhof gelegen, sind alle touristischen Attraktionen der Stadt wie auch der internationale Flughafen Franz-Josef-Strauß bequem erreichbar. Aloft München wird mit 184 Gästezimmern für pures Loft-Feeling sorgen.

 

„Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, der Schörghuber Unternehmensgruppe, freuen wir uns sehr, Aloft Hotels nach Deutschland zu bringen”, so Roeland Vos, President, Starwood Hotels & Resorts, Europe, Africa & Middle East. „Für unsere Erfolgsmarke Aloft sehen wir gerade in Märkten wie Deutschland gute Wachstumschancen. Hier beobachten wir eine starke Nachfrage nach erschwinglichen und zugleich designorientierten Hotels.”

Als Highlight erwarten Experten aber für 2017 die Eröffnung des Hotelprojekt am Schwabinger Tor (siehe Animationsbilder links und links oberhalb der Balkengrafik). Der Betreiber soll noch dieses Jahr vom Projektentwickler Jost Hurler bekanntgegeben werden.

Ab und zu entstehen noch Hotels – mit Fremd- oder  Eigenkapital.