Spatenstich für NuOffice

Am Donnerstag, 21. Juli 2011 erfolgte in der Parkstadt Schwabing der Spatenstich für den Bau des Bürogebäudes „NuOffice“. Die Hubert Haupt Immobilien Holding errichtet das Gebäude am westlichen Ende der Domagkstraße in drei Bauabschnitten à 11.000 Quadratmetern.

 

Besonderen Wert legt Projektentwickler Hubert Haupt Immobilien Holding bei der Planung des Gebäudes auf die Nachhaltigkeit. Angestrebt wird bei der Bauabnahme die Vergabe eines LEED-Zertifikat in Platin, dem höchsten Zertifizierungsgrad, die bereits dem Entwurf zugesprochen wurde.

Das Gebäude und das Nachhaltigkeitskonzept wurde von dem Münchner Architekturbüro Falk von Tettenborn in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut und den Ingenieurbüros BBS aus Hallbergmoos sowie Graf aus Pfarrkirchen entworfen und soll bis 2013 fertig gestellt sein. Es ist das erste des auf drei Büroimmobilien geplanten Anlage NuOffice. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt etwa 100 Millionen Euro. Finanzierende Bank ist die EuroHypo AG. Mit dem symbolischen Spatenstich am 21. Juli 2011 durch Projektentwickler Hubert Haupt (2. von links), Rupert Hackl (EuroHypo) und Architekt Falk von Tettenborn (rechts).

Der Projektentwickler

Die 1994 in München gegründete Hubert Haupt Immobilien Holding hat sich auf den Gewerbe- und den Wohnungsbau, vor allem aber auf Medizinzentren mit spezialisiert. Noch ein größeres Volumen als die „NuOffice“ hat das Projekt „Südseite“, das die Hubert Haupt Immobilien Holding federführend leitet und welches zur Zeit das größte private Bauvorhaben in München ist. Das auf mehrere Projektentwickler verteilte Vorhaben wird durch verschiedene Entwickler realisiert un umfasst 1000 Wohnungen, Büros, ein Kindertagesstätte und ein Grundschule, eine Einkaufspassage, ein Ärzte- und Gesundheitszentrum, ein Pflegezentrum und ein Studentenwohnheim.

 

Spezielles Nachhaltigkeitskonzept

Haupt will mit dem Energiekonzept einen Prototyp« zum »Serienmodell schaffen. „Unter anderem haben wir uns die Erreichung der Energieziele der sogenannten »2000-Watt-Gesellschaft« – einem energiepolitisches Modell, das   an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich entwickelt wurde –  für die Erstellung und den Betrieb unserer Gebäude vorgenommen – und diese beschreiben immerhin das Energieziel der Bundesregierung für die Jahre 2050 bis 2100, erläutert Hubert Haupt, Geschäftsführer der Hubert Haupt. Der in 40 bis 90 Jahren geltende Energiestandard soll mit dem Gebäude übertroffen werden, auch soll der künftige zulässige CO2-Ausstoßes weit unterschritten werden. Möglich wird dies durch Grundwassernutzung zum Heizen und Kühlen, Wärmedämmung in Passivhaus-Qualität und durchgehende Dreischeiben-Isolierverglasung. Ein intelligentes Licht-, Lüftungs- und Kühlkonzept sorgt für geringen Verbrauch an Strom, der zudem durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach erzeugt wird. Zur Umsetzung wurden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut umfangreiche Gebäudesimulationen erstellt. So wurde zum Beispiel der Anteil der Fensterflächen in Bezug auf den Wärmeverlust im Winter, die Wärmeeinstrahlung im Sommer und die Lichtausbeute optimiert. Für die Beheizung und Kühlung des Gebäudes wird eigens eine Maschine gebaut, die im Handel bislang nicht erhältlich ist.

 

Die Gestalter

In Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüros BBS aus Hallbergmoos und Graf aus Pfarrkirchen wurden die Betriebsvorgänge eingehend untersucht und optimiert, um den Stromverbrauch auf ein Minimum zu senken. Die Architekten um Falk von Tettenborn (Bild links: Falk von Tettenborn am Mikrofon, rechts von ihm Hubert Haupt) aus München planten dafür verschiedene Varianten, bis die Gebäudestruktur ein Höchstmaß an Flexibilität, Effizienz und Variabilität garantierte. Falk von Tettenborn hat sich den Umbau eines ehemaligen Wasserturms zu einem Mövenpick-Hotel international einen Namen gemacht. Das umgebaute Undustriedenkmal erhielt den Mipim-Award 2008 in Cannes in der Kategorie „Hotels & Tourism Resorts“. Das Münchner Architekturbüro Falk von Tettenborn ist mit Projekten in Schweden, Hawaii, Haiiti, Dominikanische Reublik und Russland weltweit tätig.

Das Fundament jeder Nachhaltigkeit bildet die Befriedigung der Grundbedürfnisse, also Wärme-, Kälte- und Wetterschutz sowie die grundsätzliche funktionale Eignung – in diesem Fall als Bürogebäude. Auf der nächsten Stufe müssen Kriterien wie Statik, Brandschutz, Kostensicherheit, Drittverwendungsmöglichkeit, Flexibilität, ein guter Standort, geringe Unterhaltskosten, Qualität und Wertstabilität optimal erfüllt werden. Es folgen Aspekte wie Verkehrsanbindung, flexible Größe der Mieteinheiten, Flächeneffizienz, Energieeffizienz, Schallschutz, Kühl- und Lüftungskonzept sowie eine optimale Gebäudestruktur. Erst wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, spielen Punkte wie Behaglichkeit, Design, Primärenergie, CO2-Footprint, Zertifizierung, Art der Energieerzeugung, Lebenszykluskosten und Ökologie eine Rolle.

 

Flatrate für Nebenkosten

Bislang standen zum Teil auch zertifizierte Bürogebäude leer, weshalb  Haupt für NuOffice in Teilbereichen strengere Vorgaben machte. „Der entscheidende Unterschied liegt im System“, erklärt Michael Lentrodt, Leiter der Projektentwicklung bei Hubert Haupt, „und zwar bei der Bewertung der Nachhaltigkeit.“ Bisher gängige Bewertungssysteme lassen zu, dass nicht ausreichend vorhandene Grundmerkmale eines nachhaltigen Gebäudes durch das Vorhandensein von anderen – sogar für die Nachhaltigkeit weniger bedeutenden – Merkmalen kompensiert werden können. Die Erfüllung aller fundamentalen Kriterien ist unverzichtbar. Sind sie nicht gegeben, ist die Immobilie nicht wirklich nachhaltig.  NuOffice bietet als bislang einziges Bürogebäude in Deutschland zudem eine Nebenkosten-Flatrate an: Bis zu zehn Jahre lang sind die Kosten für Heizung, Wasser und Strom auf 2,50 Euro je Monat und Quadratmeter festgeschrieben!

 

Erste Mieter

Estée Lauder Companies GmbH, die deutsche Tochter des internationalen Beauty-Konzerns, konnte bereits als Großmieter gewonnen werden und hat als knapp 5000 Quadratmeter angemietet. Zudem wird auf etwa 800 Quadratmetern wird Milon, der deutsche Marktführer unter den chipkartengesteuerten Trainingssystemen, seine Kraft- und Ausdauergeräte platzieren. Neben der administrativen Funktion bietet das NuOffice Milon vor allem ein repräsentatives Zuhause für seine neu geschaffene »milon International Academy«. Der Showroom mit den Milon-Zirkeln wird Schulungszentrum für die globalen Milon-Partner weltweit.

 

Weitere Informationen

Die Internetauftritte des Projektes „NuOffice“, der Hubert Haupt Immobilien Holding sowie der Falk von Tettenborn Architects enthalten zusätzliche Informationen über das Projekt, den Entwickler und den Architekten.

 

 

Bilder:

Animationen: „NuOffice“

Fotos: U. Lohrer