Entspannung bei der zweiten Miete

Die Büronebenkosten sind nach der neuesten Untersuchung (OSCAR) von Jones Lang LaSalle in München gesunken. Trotzdem sind die Nebenkosten für Münchner Büros im Vergleich mit anderen Bürohochburgen nicht gerade gering. Auch ist der bundesweite Langfristtrend steigend.

 

Manchmal zahlen sich grüne Investments aus. München ist die deutsche Bürohochburg mit den meisten Green Buildings. Laut der Nebenkostenstudie „OSCAR“ von Jones Lang LaSalle gingen die Büronebenkosten in München nun sogar etwas zurück. Zurzeit fallen im Durchschnitt 3,34 Euro pro Quadratmeter und Monat an. 

Bundesweit sind die Büronebenkosten im Jahresvergleich dagegen um rund ein Prozent oder um fünf Cent auf 3,46 Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen. Vielleicht besteht ja ein Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von grün-zertifizierten Büros an der Isar. Allerdings liegt München bezogen auf die Gesamtnebenkosten keinesfalls auf Platz 1, sondern hinter Düsseldorf, Hamburg und Berlin (siehe Grafik links).

Trotz des nur geringfügigen Anstiegs im Bundesdurchschnitt liegt der Durchschnittswert auf einem neuen Allzeithoch. Im Gegensatz zum Vorjahr zeigten allerdings gerade diejenigen Kategorien, die die höchsten Anteile an den Nebenkosten auf sich vereinen wie öffentliche Abgaben, Wartung, Strom, Heizung, weitgehend stabile Werte oder Schwankungen von höchstens bis zu zwei Cent pro Quadratmeter und Monat.

Der Aufwärtstrend bei Strom und Heizung bleibt aber nach wie vor bestehen, die Heizkosten verbuchten einmal mehr den höchsten Anteil aller Kostenfaktoren. Leicht rückläufig waren dagegen die Kosten in der Kategorie Reinigung. Wieder steigend sind die Versicherungskosten. Trotzdem bleiben sie als einziger Kostenfaktor sowohl bei den klimatisierten als auch bei den unklimatisierten Gebäuden im Fünf-Jahresvergleich auf unterdurchschnittlichem Niveau (siehe Grafik links unten).

„Trotz verschiedener Bemühungen in allen Bereichen können sinnvolle Kosteneinsparungen nur durch energetische Sanierungen der haustechnischen Anlagen erreicht werden“, betont Christina Hoffmann, Leiterin Property Management Jones Lang LaSalle Deutschland. „Der Fokus in der Entwicklung des Immobilienbestandes in den nächsten Jahren muss sich daran orientieren, weil sich nur dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von Bestandsimmobilien erhalten lässt.“

 

Heizung und öffentliche Abgaben größte Kostenverursacher

Die größten Einzelpositionen unter den Nebenkosten sind die Kosten für die Heizung, die öffentlichen Abgaben und die Wartung. Ihre Anteile an den Gesamtnebenkosten bewegen sich in den fünf betrachteten Städten zwischen knapp elf und 17 Prozent.

Bei den Gesamtbürokosten – also der gewichteten Durchschnittsmiete plus den Nebenkosten – liegt Frankfurt trotz eines deutlichen Rückgangs von sieben Prozent mit 21,58 Euro pro Quadratmeter und Monat unangefochten an der Spitze der untersuchten Bürohochburgen (siehe Abbildung links). Platz 2, mit 18,09 Euro laut der Studie, nimmt Hamburg ein. Die Gesamtbürokosten erhöhten sich in der Hansestadt um stolze neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der bayerischen Landeshauptstadt konnte die Gesamtmiete trotz leichtem Mietanstieg nahezu stabil bei 17,83 Euro pro Quadratmeter und Monat gehalten werden. In Düsseldorf und Berlin wurden mit 16,23 Euro beziehungsweise 15,91 Euro die geringsten Gesamtkosten aus Miete und Nebenkosten registriert.

Ein Trost für die Beteiligten: Solange die Geschäfte gut laufen, können Mieten und grüne Investitionen auch geschultert werden. 

 

 

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NuOffice/Hubert Haupt