Altstadt: Rechtsanwaltskanzlei mietet im Palais an der Oper

Die internationale Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper UK LLP hat in den letzten Dezembertagen 2014 in München, Maximilianstraße 2, 3.850 Quadratmeter Bürofläche angemietet. Das Büro- und Geschäftshaus Palais an der Oper, vor dem Um- bzw Neubau als Residenzpost bezeichnet, gilt als eines der Objekte Münchens mit  den höchsten Mieten.

 

 

DLA Piper wird im September 2015 aus ihren Räumlichkeiten am Isartorplatz in das Palais an der Oper umziehen, um dort ihren bereits eingeschlagenen Wachstumskurs auf mittelfristig über 60 Anwälte im Münchner Büro weiterzuverfolgen.

Es handelt sich bei der Anmietung um die größte des vergangenen Jahres im Münchener CBD. Das „Palais an der Oper“ ist damit zu über 95 Prozent vermietet.

 

JLL war bei dieser Anmietung im Rahmen eines exklusiven Alleinvermietungsauftrags beratend und vermittelnd tätig.

 

 

Quelle: Pressemeldung JLL vom 5. Februar 2015

Januar 2013: Palais an der Oper verkauft

Das Palais an der Oper – die neu gestalteten Residenzpost – ist an das russische Family Office Lenhart Global Investment – eine Gruppe privater Investoren – verkauft worden. Verkäufer sind die Projektentwickler LBBW Immobilien und die Accumulata Immobilien Developement. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart – der Deal mit der Immobilie in bester Münchner Lage gehört mit Sicherheit zu den größten Gewerbeimmobilienabschlüsse in diesem Jahr.

Das Palais an der Oper, das derzeit auf einer Grundstücksfläche von rund 4600 Quadratmetern entsteht, wird nach seiner Fertigstellung auf etwa 32.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Arztpraxen und Wohnungen beherbergen. Zu den Mietern zählen beispielsweise die Luxusmarke Louis Vuitton, die im Palais einen von weltweit zehn 'Flagship-Stores mit eigenen Räumen für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnen wird. Weiterhin realisiert das Gastronomieunternehmen Kuffler ein neues Konzept kalifornischer Küche.

Im April wurden der Einzelhandel mit Luis Vuitton und das Restaurant eröffnet.

Beim Verkauf, wirkten auf Seiten der Verkäufer Colliers International, München, sowie die Sozietät Hengeler Mueller beratend mit. Auf Seiten der Käufer war Clifford Chance beratend tätig. Experten gehen von einem Kaufpreis in Höhe von etwa 300 Millionen Euro aus.

Unter Teilnahme von OB Christian Ude feierten die Projektentwickler Gerd A. Hille (LBBW Immobilien) und Hans Schlamp (Accumulata Immobilien Developement) vor knapp einem Jahr das Richtfest.   

„Die Bauarbeiten am Palais an der Oper kommen zügig voran. Die beteiligten Bauarbeiter leisten mit freiwilligen Sonderschichten auch an Wochenenden einen besonderen Beitrag“, lobt Hans Schlamp, geschäftsführender Gesellschafterder Accumulata Immobilen Developement.

Denn ursprünglich hätte die Feier früher stattfinden sollen. Doch im Juni 2009 wurde die Grundsteinlegung von zwei Münchner Großprojekten der LBBW Immobilien – das Palais an der Oper und die Hofstatt an der Sendlinger Straße – überraschenderweise abgesagt. Das Immobilienunternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), musste  sämtliche Projekte auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüfen. Mit ihrem Expansionskurs im gewerblichen Bereich unter Leitung von Ralf Nisar hatte sich das Immobilienunternehmen verhoben. Folge: Nissar und der Vorstandschef der LBBW Immobilien, Hans Strudel, mussten gehen. Kurz darauf warf nach einem Milliardenverlust auch Siegfried Jaschinski, Vorstandschef der Muttergesellschaft LBBW, das Handtuch. Die Leitung des Landesbank übernahm der erfahrene Sanierer Hans-Jörg Vetter. Die LBBW Immobilien wurde zunächst von  Markus Pflitsch geleitet, wurde aber einen Monat später Gerd A. Hille abgelöst. 

Mittlerweile zeigt die Konsolidierung Erfolg. Nachdem noch im Geschäftsjahr 2009 Abschreibungen in Höhe von 300 Millionen Euro vorgenommen werden mussten, entwickeln sich jetzt einige Großprojekte besser als gedacht. Dazu gehört auch das Palais an der Oper. Das ehemalige Törring-Palais hatte bereits im 19. Jahrhundert Münchens Stararchitekt Leo von Klenze in die Residenzpost umgestaltet. Nun ist im Geschäftsbericht 2010 der LBBW Immobilien zu lesen: „Für das Projekt Palais an der Oper in München konnten aufgrund einer hohen Vorvermietungsquote und Mietverträgen mit Topmietern umfangreiche Wertberichtigungen aufgelöst werden.“

 Zusammen mit dem Projektentwickler Accumulata hatte die LBBW Immobilien vor einigen Jahren die Residenzpost von der Deutsche Telekom erworben. Das Gebäude wurde abgerissen und wird nun entsprechend der neuen Nutzung nach einem Entwurf der Architekten Hilmer & Sattler und Albrecht als Palais an der Oper neu erbaut. Dabei soll die klassizistische, denkmalgeschützte Fassade und die charakteristischen Arkaden wieder hergestellt werden, sodass äußerlich das bisherige Erscheinungsbild erhalten bleibt. "Mit dem Richtfest für das Palais an der Oper ist ein weiterer Schritt getan, um eine der besten Innenstadtlagen Europas in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, so Gerd A. Hille, Vorsitzender der Geschäftsführung der LBBW Immobilien Management GmbH. „Die Fertigstellung wird Ende 2012 erfolgen.“

Zwar war ursprünglich geplant, den Neubau als Luxushotel zu nutzen, doch erweist sich nach Zerschlagung dieses Plans das neue Nutzungskonzept als erfolgreich: Für etwa 350 Millionen Euro entstehen Geschäfte, Büros, Gastronomie und  Wohnungen. Rund zwei Drittel der Flächen sollen bereits zu Spitzenmieten reserviert oder vermietet sein.

Auf 1300 Quadratmeter eröffnet die französische Luxusmarke Louis Vuitton im Palais ein Maison Louis Vuitton. Das vom Stardesigner Peter Marino gestaltete Luxusgeschäft - nach Paris und London das dritte Maison in Europa – ist individuell geplant und wird mit hohem Aufwand ausgestattet. In getrennten Ausstellungsräumen wird Louis Vuitton zeitgenössische Kunst zeigen. Zudem mietet das Unternehmen 1000 Quadratmeter Bürofläche und verlegt seinen Deutschland-Sitz aus der Düsseldorfer Königsallee nach München. Das kleine Museum ist wahrscheinlich auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten für das Publikum zugänglich.

Die Kuffler Gruppe, eines der größten privatgeführten Gastronomieunternehmen Deutschlands, übernimmt 1500 Quadratmeter. Die Gruppe um Roland und Stephan Kuffler plant dafür ein neues Konzept „in moderner Urbanität, verbunden mit Münchner Charme“. Weitere Mieter sind der Herrenausstatter Daniels und der Barbetreiber Hofmann. Auch für die Arztpraxen, Büros und Wohnungen gibt es bereits Mieter.

Das Gebäudeensemble wird im Sinne des Feng Shui realisiert und nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert. So etwas gab es bei Leo von Klenze noch nicht.

 

Vom Törring-Palais zum Palais an der Oper

Von 1747 bis 1765 ließ Graf Törring-Jettenbach von Ignaz Gunezrainer sein Palais errichten. König Ludwig I. kaufte es später auf und ließ es von Leo von Klenze (oberes Bild unten) ab 1838 zur Residenzpost umbauen. Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört (Bild unten), erfolgte 1950 bis 1952 der Wiederaufbau durch die Oberpostdirektion München. 

Bauherren:

Accumulata Immobilien Developement GmbH; LBBW Immobilien Management GmbH

Architekten:

Hilmer, Sattler und Albrecht

Bauzeit:

2009 bis 2012

Fläche:

Auf dem 4.590 Quadratmeter umfassenden Areal entstehen 22.700 Quadratmeter vermietbare Fläche.

Mieter:

Das Gebäude soll für Büro, Arztpraxen, Einzelhandel, Wohnen, Gastronomie genutzt werden und weist eine Tiefgarage auf. Als Mieter stehen bereits fest: Louis Vuitton (1300 Quadratmer Ladenfläche, 1000 Quadratmeter Büro); die Kuffler-Gruppe (Gastronomie, 1500 Quadratmeter); Herrenausstattung Daniels; Hofmann (Bar) sowie Mieter für Büros und Wohnungen.

Weitere Informationen:

Palais an der Oper: Luis Vuitton und Co eröffnen Luxusräume

 

 

Bilder: Animationen von Accumulata Immobilien Developement/LBBW Immobilien Management