Bogenhausen: Prime Office verkauft SZ-Turm

Der Büroturm mit der Zentrale des Süddeutschen Verlages (SZ-Turm) in München wurde für 164,1 Millionen Euro an eine internationale Investorengemeinschaft aus AXA und Norges verkauft.  Die bisherige Eigentümerin, die Prime Office REIT AG, stärkt mit dem Verkauf ihre Eigenkapitalquote. Bei seiner Errichtung sorgte der Turm aufgrund seiner Höhe für Kontroversen.

 

Der Kaufvertrag, der am 20. November 2013 notariell beurkundet wurde, sieht den Abschluss der Transaktion bis Ende Dezember 2013 vor. Die Prime Office verbessert durch den Verkauf ihre Eigenkapitalquote von 39,8 Prozent per 30. September 2013 auf nunmehr nahezu 50 Prozent und senkt zudem den Verschuldungsgrad nachhaltig. Mit dem Verkauf hat die Gesellschaft einen wichtigen Meilenstein im Geschäftsjahr 2013 umgesetzt. Zuvor hatte die Prime Office bereits im zweiten Halbjahr 2013 durch den Abschluss eines Mietvertrags mit der Daimler AG in dem Objekt in Stuttgart/Möhringen, das nunmehr vollvermietet ist, sowie durch den Verkauf der „BMW-Designzentrale“ in München wesentliche Abschlüsse verkündet.

„Mit dem Verkauf des „SZ-Turms“ erfüllen wir ein wesentliches Kriterium der Transaktionsvereinbarung mit der OCM German Real Estate Holding AG und beschreiten damit planmäßig den Weg zur Verschmelzung“, sagt Alexander von Cramm, Vorstand der Prime Office REIT-AG. „Zugleich erreichen wir unser Ziel, die Eigenkapitalquote der Prime Office auf über 45 Prozent zu steigern und erfüllen insofern die REIT- Eigenkapitalquote zum Jahresende 2013.“

Alle weiteren noch zu erfüllenden Voraussetzungen im Vorfeld der Verschmelzung der Prime Office und der OCM German Real Estate Holding AG werden aktuell umgesetzt. Der Prozess ist weit fortgeschritten, sodass die Verschmelzung im ersten Quartal 2014 erfolgen soll.

Die Investorengemeinschaft aus dem französischen Versicherungskonzern und der norwegischen Zentralbank Norges hat den SZ-Turm erworben. Die Norges verwaltet einen Teil des Statens pensjonsfonds, des weltweit größten Pensionsfonds, der sich aus den Öleinnahmen Norwegens speist.

Die hochmoderne Immobilie „SZ-Turm“ in der Hultschiner Straße 8 in Englschalking im Stadtbezirk Bogenhausen mit einer Mietfläche von insgesamt rund 62.200 Quadratmetern hatte zum Stichtag 30. September 2013 einen Buchwert von 165 Millionen Euro. Der von den Berliner GKK Architekten geplante Büroturm sollte ursprünglich 145 Meter hoch werden, wurde dann aber haben die Münchner per Volksabstimmung das obere Drittel gekappt, weshalb er nun eine offizielle Gebäudehöhe von 103,0 Meter aufweist. Das Gebäude hat 28 oberirdische Stockwerke. Insgesamt hat es eine Bruttogeschossfläche von 78.400 Quadratmeter, wobei 51.200 Quadratmeter oberirdisch und 27.200 Quadratneter unterirdisch sind. Da die Bruttogeschossfläche sich durch die Umplanung nicht ändern sollte, wurde das Hochhaus zwar wesentlich niedriger, jedoch um einiges breiter als im ursprünglichen Entwurf. Im Keller befindet sich auch eine Tiefgarage mit 553 Stellplätzen.

Das Gebäude ragt wie ein geschliffener Kristall an einer Schnittstelle zwischen Stadt, Landschaft und Autobahn das neue Hochhaus für den Süddeutschen Verlag konzipiert.  Das Hochhaus des Süddeutschen Verlags in München in dem 1850 Mitarbeiter arbeiten ist als eines der Ersten ein Anwärter auf das „LEED- Golden-Zertifikat“. Das Hochhaus des Süddeutschen Verlags spart im Betrieb bis zu 80 Prozent Primärenergie gegenüber herkömmlichen, vergleichbaren Gebäuden ein. Die Bausumme des im Oktober 2008 fertig gestellten Gebäudes betrug 113 Millionen Euro.

Im Dezember 2007 verkaufte der Süddeutsche Verlag das Gebäude an die Münchner Prime Office REIT AG und mietete es für 15 Jahre zurück. Im November 2008 erfolgte der Umzug des Verlags aus dem aus dem Schwarzen Haus bei der Sendlinger Straße in Münchens Altstadt in das Hochhaus. Auf dem ehemaligen Redaktionsgelände entstand das neue Büro- und Einzelhandelsquartier Hofstatt.

 

Quelle: unter anderem Pressemeldung Prime Office vom 21.11.13;  aktualisiert am 27.11.13

Bilder: Ulrich Lohrer