Skygarden: Energieeffizienz pur

Der Skygarden ist Landmark des Arnulfparks. Die Mieter werden nicht nur an den niedrigen Energiekosten profitieren, sondern dürfen auch in einem Gewächhaus-Ambiente arbeiten.

Wenn im Sommer die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) in den Skygarden einziehen, werden sie einen direkten Gartenzugang von ihren Arbeitsplätzen in dem lichten Gebäude haben. Das Bürogebäude an der Hackerbrücke ist das neue Kennzeichen des Arnulfparks. Als „Landmark“, wie die Branche solche „Leuchttürme“ nennt, nimmt es eine Schlüsselrolle ein.

Die Himmelsgärten über den Gleisen

Auf dem ersten Blick erscheinen die weißen Quader neben den Gleisanlagen wie überdimensionierte Dominosteine. Wer genauer hinschaut, dem fallen die über mehrere Stockwerke reichenden Fensterflächen auf. Dahinter verbergen sich große Wintergärten, die auf mehrere Ebenen gestapelt wurden. Besonders großzügig ist die Gestaltung des zwölfgeschossigen Eckturms. Besucher, die von dem futuristischen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zum gegenüberliegenden Skygarden blicken, schauen direkt in die 18 Meter hohe Eingangshalle.

Die Bauherren, die Vivico Real Estate und die OFB Projektentwicklung, konnten dabei auf die Expertise von Bothe Richter Teherani – kurz BRT Architekten – zurückgreifen. Ihr Konzept der „hängenden Gärten von München“ entwickelten die Hamburger BRT Architekten aus einem städtebaulichen und Mitarbeiter-orientierten Ausgangspunkt. „Für den Entwurf der Skygarden wurde die Kernidee des Arnulfparks – kompakt, urban, grün – aufgegriffen“, so die Architekten. „Die großzügigen Gärten und grünen Lungen lassen Arbeitsplätze mit hoher ökologischer Aufenthaltsqualität entstehen.“ Durch die natürliche Belichtung der fünf Wintergärten, die gleichzeitig als Verbindungs- und Kommunikationszentren dienen, wird das Sonnenlicht zur wichtigsten Energiequelle der Büros. Das ausgeklügelte Klimakonzept reduziert den Heizenergiebedarf um bis zu 30 Prozent.

Das sie Büroräume mit Gärten faszinierend integrieren können, hatten die Hamburger Architekten mit der Verwaltungs- zentrale der Swiss Re in Unterföhring bewiesen, wo eine schwebende Hecke den Bau umschließt. Die Synthese von Arbeit und grünem Ambiente ist im Einklang mit den ökonomischen Zielen des Eigentümers. „Für die Bindung qualifizierter Mitarbeiter an Unternehmen spielt Atmosphäre und Umfeld des Arbeitsplatz eine wichtige Rolle“, erläutert Markus Diekow, Sprecher bei Vivico Real Estate in Frankfurt. „Die Lebendigkeit eines Quartiers ist neben einer zentralen Lage ein wichtiges Kriterium bei der Standortwahl.“

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Colliers Schauer & Schöll liegt die Mietspanne im Arnulfpark zwischen 16,50 bis 20,50 Euro pro Quadratmeter. In Hochhausflächen wie dem Skygarden sind Mieten bis zu 25 Euro möglich. „Der Arnulfpark hat sich in kürzester Zeit als Standort in zentraler Lage etabliert“, betont Peter Bigelmaier, Geschäftsführer bei Colliers Schauer & Schöll. Die Marktteilnehmer akzeptieren das Gebiet bis zur Donnersberger Brücke als Erweiterung des Zentrums. „Flächengesuche, die in der Innenstadt nicht darstellbar sind, können sehr gut in den hochmodernen Büroräumen des Arnulfparks aufgenommen werden“, so Bigelmaier. Auf der anderen Seite des Arnulfparks grenzt das elfgeschossige Bürogebäude Metris das Quartier nach Westen ab. Das Gebäude mit Landmark-Charakter ist im Besitz eines geschlossenen Fonds der LaSalle Investment Management. Die optische Gestaltung erinnert an den Skygarden, obwohl der Eigentümer mit SAM Architekten dafür ein anderes Planungsbüro beauftragt hat.

Die Vermietung anderer Bauten im Arnulfpark beweisen, dass das Gelände unter namhaften Firmen als zentraler Standort akzeptiert wird: Gegenüber dem Skygarden konnte Vivico den Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb als Hauptmieter für das Bürogebäude Atmos gewinnen und es an die Union Investment Real Estate veräußern. Im Westen zog in das vom französischen Konzern ICADE erbaute Gebäude (nun im Besitz der Deka) die Wirtschaftsprüfergesellschaft Ernst & Young.

Für die Entwickler von Großprojekten wie Vivico Real Estate oder die Aurelis Real Estate ist die schnelle Realisierung für den Erfolg der Quartiere wichtig. Um dies zu gewährleisten, werden die meisten Teilobjekte schon in frühen Projektphasen nach der Baurechtsschaffung an weitere Entwickler und Investoren vergeben. Der Verkaufsstart für ein geplantes Objekt auf dem letzten noch unbebauten Grundstück der Vivico im Arnulfpark hat gerade begonnen. Diekow: „Im Dezember haben wir den Startschuss für die Vermarktung des Kontorhaus gegeben.“ Allerdings gibt es Ausnahmen von der Vergabe der Einzelobjekte. „Als Entwickler der Großprojekte halten wir auch nach der Realisierung meist ein wichtiges Objekt in unserem Bestand“, sagt Diekow. Dazu gehört auch der Skygarden – er soll zunächst im Besitz der Vivico verbleiben.

 

Bilder: Lohrer, Vivico Real Estate (Animation)