Südgiesing: Das MVG Museum hat wieder geöffnet:

Nach einer zeitweiligen Schließung des denkmalgeschützten Gebäudes, können nun Tram-Freunde wieder das Museum besichtigen. Die Ausstellung rund um die Entwicklung des Münchner Nahverkehrs kann am Sonntag, 11. September, und am Sonntag, 25. September, jeweils von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden.

 

 

Hier einige der Highlights im Museum:

- In der großen Halle sind auf zwei Gleisen historische Trambahnen ausgestellt, daneben Busse, Arbeitsfahrzeuge und Modelle.

- In einer nachgebauten Untersuchungsgrube hat man die seltene Ge- legenheit, eine Tram von unten zu betrachten.

- Ein U-Bahn-Fahrsimulator bietet die Möglichkeit, in die Rolle eines U- Bahnfahrers zu schlüpfen.

- Eine Quizstation, die in ein Schaltpult der ehemaligen Verkehrsbetrie- be-Leitstelle eingebaut wurde, lädt zum Mitmachen ein.

- Am interaktiven Netzplan können sich Besucher mittels Leuchtdioden das Tram- und U-Bahnnetz vergangener Zeiten anzeigen lassen.

 

Es werden laufend Führungen angeboten, auch für Kinder. Eintrittspreise: Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder und Jugendliche (6 bis

14 Jahre) bzw. Schüler und Studenten 2,50 Euro. Familienkarte: 6 Euro

Anfahrt: Das MVG Museum befindet sich in der Ständlerstraße 20. Es ist mit der Tram 17, Endhaltestelle Schwanseestraße, mit den StadtBus-Linien 139 und 145, Haltestelle Ständlerstraße, sowie per Shuttlebus ab Giesing Bf. (ab 10:55 Uhr alle halbe Stunde) zu erreichen.

 

Quelle: Pressemeldung SWM/MVG vom 06.09.2016

Im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs wurde die Halle in der Ständlerstraße 20 vom Bauunternehmer Karl Stöhr als Kriegsmetallwerk errichtet. Seit 1920 dient es als Tram-Werkstätte und heute auch als MVV-Museum und Event-Location.

 

Die vom Bauunternehmer und Architekten Karl Stöhr errichtete Stahlbetonkonstruktion ist eine „Kathedrale des Undustriezeitalters“. Sie befindet sich im heutigen Bezirksteil Balanstraße West des Stadtbezirks Ramersdorf-Perlach an der Grenze zu Südgiesing. Sie wurde ein Jahr nach ihrer Fertigstellung 1920 von der Stadt München erworben und bis 1923 zur Straßenbahn-Hauptwerkstätte umgebaut.  Nachdem das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, begann 1948 der Wiederaufbau des Hallenbereichs und bis 1956 der Anbau  einer Lackier- und Montagehalle sowie eine Werkstätten- und Schiebebühnenhalle mit Sheddächern der Firma Dyckerhof & Widmann. Seit 1995 steht die Tragekonstruktion der Halle und die Nordfassade unter Denkmalschutz.

Im Oktober 2007 wurde das in einem aufgelassenen Teil des Gebäudes das MVV Museum eröffnet. Es zeigt auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern rund 25 Straßenbahnenm, Omnibusse und Arbeitsfahrzeuge als  Fahrzeuge des historischen und modernen Öffentlichen Personennahverkehr in München. Die Straßenbahnen sind auf zwei durch die komplette Halle führenden Gleisen aufgereiht.

Der Eingang

Die symmetrische Fassade des Gebäudes besteht aus einem hervorgehobenen Mittelbau und zwei gleichwertigen Seitenschiffen. In dem Mittelbau wurde ein neuer Eingang als großes Torelement geschaffen, um so den Eingang auch von der Straße her bereits sichtbar werden zu lassen. Durch dieses Tor wurden Schienen geführt und der Länge nach über 130 Meter durch das gesamte Gebäude gezogen.

Der Kopfbau

Durch geringe Umbaumaßnahmen wurden die im Mittelschiff des Kopfbaus vorhandenen Oberlichter erweitert. Der Eingangsbereich erhielt so den Charakter einer großen Werkstatt-Kathedrale des frühen 20. Jahrhunderts und lässt die technische Faszination spürbar werden. Im Kopfbau befinden sich der Kassenbereich, der Informationsbereich, eine Bücherecke sowie ein großer Verweilbereich mit angegliederter Terrasse. Die darüber gelegenen Galerien bieten Platz für Wechselausstellungen.

Die Halle

In der Halle sind alle Museumsfahrzeuge an der Längsachse des Gebäudes aufgestellt, um so den eindrucksvollen weiten Blick durch die Halle mit ihren Glasoberlichtern zu erhalten. Eine Besichtigungsgrube sowie eine Rampe ermöglichen eine komplette Besichtigung einer Tram oder eines Busses. Im hinteren Bereich der Halle befindet sich der Werkstattbereich mit einer ehemaligen Schmiede aus den 20er Jahren.

Quellen: Winfried Nerdinger (Hrsg.): Architekturführer München; Website-Informationen des MVV Museum: https://www.mvg.de/services/freizeittipps/mvg-museum.html; https://de.wikipedia.org/wiki/MVG_Museum

Bildnachweis von oben nach unten: Gebäude von Außen, Ulrich Lohrer; MVG Museum Innen: A müncheni MVG múzeum villamosai, Foto: B.Zsolt -