Sendling: Tunnelfreigabe freut Anwohner und Eigentümer

Seit dem 27. Juli 2015 rollen die Autos durch den neuen Luise-Kiesselbach- und Heckenstallertunnel. Auch wenn der Steuerzahler für Tieferlegung des Verkehrs in diesem Abschnitt des Mittleren Rings knapp 400 Millionen Euro aufwenden müssen, ist es für die Anwohner und Eigentümer umliegender Immobilien ein Grund zur Freude.

 

Bereits am 25. Juli wurde mit einem Bürgerfest der Tunnel zwischen den Bezirksteilen Mittersendling und Am Waldfriedhof im Stadtbezirk Sendling-Westpark symbolisch durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die Verkehrsfreigabe erteilt. Besucher durften die unterirdischen Röhren zu Fuß erkunden. Für Dieter Reiter ist der neue Tunnel eine Investition für die Zukunft. Zudem freute sich Münchens OB, dass das Projekt fristgerecht fertig geworden sei und zudem weniger Kosten verursacht habe, als geplant. Fast 400 Millionen investierte die Stadt und der Freistaat Bayern in den Luise-Kiesselbach-Tunnel. Genau genommen geht es sogar um zwei Tunnel. Denn an den 1,5 Kilometer langen Luise-Kiesselbach-Tunnel schließt gleich der 620 Meter lange Heckenstallertunnel an.

Zur Eröffnung kam auch Baureferentin Rosemarie Hingerl und der bayerische Minister für Verkehr Joachim Herrmann. Die beiden Tunnel seien „ein Meilenstein für Autofahrer und Anwohner”, so Herrmann. Er freute sich, dass einer der zentralen Verkehrsknoten der Landeshauptstadt nun entschärft ist. Bereits am Montagmorgen dürfen dann die Autofahrer durch die Röhren rollen.

Lange Jahre war der Luise-Kiesselbach-Platz ein Nadelöhr im Münchner Autoverkehr. Häufig stauten sich an der großen Straßenkreuzung in der Gegend des Altenheimes St. Josef die Autos. Lärm und Abgase belasteten die Anwohner. Auch für die Eigentümer der Immobilien könnte mit der Reduzierung der Belastung mittelfristig der Mietertrag steigen – und damit die Werte der Immobilien.

Denn mit einem Schlag verschwindet ein Großteil des Autoverkehrs im Untergrund. Immerhin wurde auch im Gegensatz zu vielen anderem Großbauprojekt der 1500 Meter lange Luise-Kiesselbach-Tunnel und der 620 Meter lange Heckenstallertunnel früher als geplant fertig und kostet weniger als das veranschlagte Budget.

 „Nach sechs Jahren Bauzeit wird der Luise-Kiesselbach-Tunnel pünktlich für den Verkehr freigegeben. Das ist nicht nur für die Autofahrerinnen und Autofahrer - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Licht am Ende des Tunnels. Vor allem auch die Anwohnerinnen und Anwohner in Sendling-Westpark können nach all den Jahren endlich aufatmen, wenn ab 27.Juli ein Großteil der Fahrzeuge nicht mehr am Wohnzimmer vorbei, sondern unterirdisch durch den Tunnel rollt", so Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Dabei hatte die Stadtregierung aus SPD und Grünen 1990 das geplante Tunnelprojekt gestoppt. 1995 brachten CSU Politiker unter Federführung von Otto Seidl ein Bürgerbegehren mit dem Titel „Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring“ den ersten Münchner Bürgerentscheid auf den Weg. Am 23. Juni 1996 entschieden die Münchner Wähler mit knapper Mehrheit gegen den Willen der Stadtratsmehrheit aus SPD und Grünen für einen weiteren Ausbau des Mittleren Rings. Nun durfte ausgerechnet SPD-OB Reiter den „Tunnel als sein Projekt“ eröffnen.

 

Bilder: Foto, Visualisierung – Baureferat der Landeshauptstadt München