Untergiesing: Von der Fabrikanlage zum Bürogebäude

Untergiesing war ehemals vom Kleingewerbe und von Fabriken geprägt. Eines der schönsten Exemplare ist das von Hessemer und Schmidt entworfene Produktionsgebäude. Es wurde aufwendig saniert und dient heute als Bürogebäude.

 

Die Gegend von Untergiesing, heute ein Bezirksteil des Münchner Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching, war von Anfang des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts eines der wichtigsten Münchner Standorte für Kleingewerbe, Fabrikanlagen und Wohngegend für Tagelöhner und Handwerker. Im Bereich Claude-Lorrain-Straße, Untere Weidenstraße und Sommerstraße befanden sich die Färberei sowie die Huf- und Wagenschmiede und Fahrzeugbau.

1909 wurde von dem Architekturbüro von Fritz Hessemer und Johannes Schmidt ein viergeschossiges Fabrikgebäude errichtet, das bereits damals aufgrund seiner Gestaltung Aufmerksamkeit erregte. Der viergeschossiger Traufseitbau zeichnet sich durch einfache und klare Gestaltung der Fensteranordnung im Reformstil aus. Aufgrund der Lisenen und der spielerischen Gestaltung des Eingangportals bestehen jedoch Anklänge an einen barockisierenden Jugendstil.

Das Gebäude wurde später für die Büronutzung angepasst und vom Eigentümer, der Grundstücksverwaltungsgesellschaft Untere Weidenstr 5, Rosental 5 in München, aufwendig saniert. Es wurde anschließend mit Fassadenpreis 2003 ausgezeichnet. Hauptmieter ist aktuell die VG Wort.

 

Quellen: Manfred Döbreiner: Giesings Arbeitswelten im Wandel, in: Giesing – Vom Dorf zum Stadtteil

Bildnachweis: Foto und Bildrechte von Ulrich Lohrer